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Weihnachten in der Tasse: Kinderpunsch

Das LAVES untersucht alkoholfreie Heißgetränke von Weihnachtsmärkten und aus Fertigpackungen


Adventszeit ist Glühweinzeit. Weihnachtslieder lauschen und Geschenkideen sammeln – fehlt nur noch etwas Warmes, das die kalte Nase auftaut. Da bietet sich eine heiße Tasse Glühwein an. Für Kinder oder Erwachsene, die auf Alkohol verzichten wollen, gibt es eine Alternative: Kinderpunsch."

Untersuchungen des LAVES: alkoholfreie Heißgetränke auf Weihnachtsmärkten
Hydroxymethylfurfural (HMF)
Kennzeichnung
Untersuchungen des LAVES: alkoholfreier Kinderpunsch in Fertigpackungen
Tipp: Kinderpunsch selbstgekocht

Als „Kinderpunsch“ werden viele verschiedene Getränkevarianten angeboten – eine rechtlich vorgeschriebene Bezeichnung gibt es nicht. Daher können sich die Getränke in ihrer Zusammensetzung unterscheiden. Gemeinsam ist ihnen allerdings, dass sie keinen Alkohol enthalten, mit weihnachtlichen Gewürzen oder Gewürzauszügen versetzt sind und einen Fruchtsaftanteil zwischen 25 und 100 Prozent enthalten. Einigen Getränken wird Zucker zugesetzt, einige können Süßungsmittel enthalten.

Glühwein und Kekse Bildrechte: ©S.H.exclusiv - stock.adobe.com

Untersuchungen des LAVES: alkoholfreie Heißgetränke auf Weihnachtsmärkten

Die Beschaffenheit von alkoholfreien Heißgetränken auf Weihnachtsmärkten und entsprechenden Ständen in Fußgängerbereichen überprüft das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover (LVI) des LAVES am Standort Braunschweig.


Im Jahr 2019 lag der Schwerpunkt der Untersuchung auf

  • möglicher Wertminderung durch Hitzeeinwirkung oder durch ungeeignete Materialien,
  • der Überprüfung der Zusatzstoffverwendung sowie
  • der Bezeichnung der Getränke am Marktstand.

Das Institut hat 13 Proben untersucht, von denen elf am Marktstand als „Kinderpunsch“ verkauft wurden. Zwei weitere Erzeugnisse wurden als „Fruchtpunsch" bezeichnet.

Das Institut hat unter anderem den Gehalt des Prozess-Kontaminanten Hydroxymethylfurfural (HMF) bestimmt. Prozess-Kontaminanten sind Stoffe, die bei der Zubereitung oder Herstellung von Lebensmitteln als unerwünschtes Nebenprodukt entstehen.

Vier Proben wurden als wertgemindert beurteilt und entsprachen nicht der Verkehrsauffassung: Aufgrund von Hitzeeinwirkung wies ein Erzeugnisse eine braune Farbe, eine Kochnote in Geruch und Geschmack sowie damit einhergehend einen hohen Hydroxymethylfurfural (HMF)-Gehalt auf. Wird HMF nachgewiesen, so weist das darauf hin, dass das Produkt zu lange erhitzt worden ist. Fruchtaromen waren nicht oder nur noch schwach vorhanden. Drei Erzeugnisse wiesen einen Gehalt an Ethanol von mehr als zwei Gramm pro Liter auf und entsprachen daher nicht den Regelungen der Leitsätze für Erfrischungsgetränk.

Bei allen Proben wurde der Gehalt an Kupfer bestimmt, einer Prozess-Kontaminante, die aus ungeeigneten Materialien wie Heizkesseln oder Töpfe in das Erzeugnis übergehen kann. Unter standardisierten Bedingungen wird ein Stoffübergang (SRL: specific release level) von 4 mg Kupfer/kg Lebensmittel toleriert. Erfreulicherweise lag keine der untersuchten Probe über der festgelegten Höchstmenge. Bei sechs Proben lag der Kupfergehalt unterhalb der Bestimmungsgrenze von 0,022 mg/l. In weiteren sechs Proben wurden Gehalte zwischen 0,067 und 0,284 mg/l nachgewiesen, bei einer Probe ein Gehalt von 1,111 mg/l.

Die Bezeichnung „Punsch“ wurde als irreführend beurteilt, da ein als "Punsch" bezeichnetes Erzeugnis üblicherweise alkoholhaltig ist. Es wurde bei zwei als „Fruchtpunsch“ bezeichneten alkoholfreien Erzeugnissen empfohlen, die Bezeichnung der Erzeugnisse um die Angabe „alkoholfrei“ zu ergänzen.

Bei einer Probe fehlte die nach den Vorgaben der Zusatzstoff-Zulassungsverordnung bei loser Abgabe erforderliche Kenntlichmachung der verwendeten Süßungsmittel von „mit Süßungsmitteln“.

Im Jahr 2018 hat Institut hat 15 Proben untersucht, von denen 12 am Marktstand als „Kinderpunsch“ verkauft wurden. Die weiteren Erzeugnisse wurden als „Früchte Punsch ohne Alkohol“, „Glühwürmchen Kidz alkoholfrei“ und „Fliederbeerpunsch“ bezeichnet.

Drei Proben wurden als wertgemindert beurteilt und entsprachen nicht der Verkehrsauffassung: Aufgrund von Hitzeeinwirkung wiesen diese Erzeugnisse eine braune Farbe, eine Kochnote in Geruch und Geschmack sowie damit einhergehend einen hohen Hydroxymethylfurfural (HMF)-Gehalt auf.

Bei einem als „Fliederbeerpunsch“ bezeichneten alkoholfreiem Erzeugnis wurde empfohlen, die Bezeichnung des Erzeugnisses um die Angabe „alkoholfrei“ zu ergänzen.

Bei sechs von 15 untersuchten Proben fehlte die nach den Vorgaben der Zusatzstoff-Zulassungsverordnung bei loser Abgabe erforderliche Kenntlichmachung der verwendeten Zusatzstoffe, „Konserviert“ beziehungsweise „mit Konservierungsstoff“ (2-mal), „mit Süßungsmitteln“ (4-mal) und bei Verwendung von Aspartam die Angabe „enthält eine Phenylalaninquelle“ (4-mal).

Bei einer Probe, die den Farbstoff E 122 enthielt, fehlte zudem die nach den Regelungen der VO (EG) 1333/2008 erforderliche Angabe: „Bezeichnung oder E-Nummer des Farbstoffes: Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“. Die Angabe „mit Farbstoff“ war bei dieser Probe jedoch vorhanden.

Untersuchungen des LAVES: alkoholfreier Kinderpunsch in Fertigpackungen

Wen die Lust nach einer duftend-warmen Tasse Kinderpunsch zuhause überkommt, der muss schon längst nicht zum nächsten Weihnachtsmarkt pendeln – beinahe jeder Supermarkt verkauft Fertigpackungen. Meist handelt es sich dabei um Getränke mit Fruchtsaft und weihnachtlichen Gewürzen. Das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover am Standort Braunschweig hat die Beschaffenheit, die Zusatzstoffverwendung sowie die Kennzeichnung auf diesen Punsch-Fertigpackungen analysiert.

Im Jahr 2020 hat das Institut bisher 32 Proben „alkoholfreie Kinderpünsche in Fertigpackungen“ untersucht. Der Gehalt des Mykotoxins Patulin war in allen Proben unauffällig. Eine Probe war auffällig durch eine irreführende Werbung „mit Vitamin C und Calcium“, da die für diese nährwertbezogenen Angaben erforderlichen Gehalte nicht nachweisbar waren. In vier weiteren Proben konnte der Zusatz des Antioxidationsmittels Ascobinsäure nachgewiesen werden. Dieser Zusatz ist gemäß der VO (EG) 1333/2008 zu diesen Lebensmitteln zulässig, allerdings fehlte die gemäß der Lebensmittelinformationsverordnung vorgeschriebene Aufzählung im Zutatenverzeichnis.

16 Proben hat das Institut im Jahr 2017 erhalten. Analytisch wurden zwar keine Mängel festgestellt, sechs Proben (38 Prozent) wiesen jedoch eine fehlerhafte Kennzeichnung auf: Die Füllmenge, die in der Verpackung eines Produktes enthalten sein sollte, war bei einer Probe in zu kleiner Schriftgröße angegeben. Eine andere Probe nutzte die Auslobung „Auslese“, die für dieses Produkt nicht zulässig war und bei fünf weiteren Produkten bezeichnete die Quidangabe lediglich einen Mindestgehalt. Die Quidangabe gibt den Anteil einer Zutat am Gesamtprodukt an; dabei ist eine präzise Mengenangabe Pflicht.

Glühwein in weihnachtlichem Becher Bildrechte: ©Jeanette Dietl - Fotolia.com

Kinderpunsch selbstgekocht

Zwar scheint eine Tasse Kinderpunsch auf dem Weihnachtsmarkt immer noch am besten zu schmecken. Wer die Weihnachtsmarktlaune aber auf das heimische Sofa zaubern will, braucht dafür weder Punsch aus Fertigpackungen noch viele Zutaten: Einen oder mehrere Fruchtsäfte mit Gewürzen nach Wahl sowie unbehandelten Orangen- oder Zitronenschalen erhitzen und nach Bedarf mit Zucker oder Sirup süßen.

Wenn es etwas Ausgefalleneres sein sollte, finden Sie schnelle Rezepte unter anderem bei Natürlich mit Saft, einem Angebot des Verbands der Deutschen Fruchtsaft-Industrie.

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