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Hygienische Beschaffenheit von "Kauspielzeug" – oft ist mehr dran als erwartet

LAVES untersucht Kauspielzeuge für Hunde auf Keime


Für Hunde bietet der Einzelhandel Kauspielzeuge tierischer Herkunft in vielfältigen Formen von verschiedensten Tierarten an. Immer wieder geraten diese Kauspielzeuge für Hunde in den Fokus der Futtermittelüberwachung: Diese Erzeugnisse fallen häufig durch eine Belastung mit Salmonellen auf.

Hunde sind relativ unempfindlich gegen diese Bakterien, erkranken sie jedoch an Salmonellose, so kann diese schlimmstenfalls tödlich verlaufen. Symptomlose Ausscheider und das Handling kontaminierter Kauartikel sind mögliche Infektionsquellen für tierhaltende Personen. Generell ist ein mit Salmonellen belastetes Futtermittel als nicht sicher anzusehen und damit nicht verkehrsfähig.

Kauspielzeug
Kauspielzeug

Beliebt sind Kauspielzeuge in mehrfacher Hinsicht: Der Hund ist für längere Zeit mit ihnen beschäftigt, sie befriedigen das Kaubedürfnis, regen den Speichelfluss an und unterstützen damit die Zahnpflege. Angeboten werden sie beispielsweise als getrocknete Schweine- oder Rinderohren, Rinderpansen, Ochsenziemer oder als Teile vom Geflügel.

Rechtlich geregelt werden diese Erzeugnisse in der VO (EG) Nr. 1069/2009 in Verbindung mit der VO (EG) Nr. 142/2011. Dort gibt es Hygienevorschriften für nicht für den menschlichen Verzehr bestimmte tierische Nebenprodukte. Danach muss Kauspielzeug bei der Herstellung einer Behandlung unterzogen werden, die gewährleistet, dass Krankheitserreger (einschließlich Salmonellen) wirksam abgetötet werden. Eine anschließende Rekontamination muss vermieden werden.

getrocknete Schweineohren
getrocknete Schweineohren

Trotz dieser eindeutigen rechtlichen Vorgaben fallen Kauspielzeuge immer wieder, zum Beispiel durch den Nachweis mit Salmonellen, auf. Regelmäßig werden derartige Produkte durch die Futtermittelprüfer des LAVES an das Futtermittelinstitut Stade gesandt.

Untersuchungsergebnisse des LAVES

Um diese Futtermittel besser beurteilen zu können, wurden im Jahr 2020 vom Futtermittelinstitut Stade des LAVES 55 verpackte, getrocknete Handelsprodukte untersucht. Darunter waren Rinder- und Geflügelartikel. Alle waren getrocknet und verpackt.

Das Untersuchungsspektrum umfasste die Gesamtkeimzahl, Enterobakterien, Salmonellen, Listerien und Campylobacter spp. Die beiden Letzteren wurden nicht isoliert.

In acht Proben waren Salmonellen nachweisbar (14,5 Prozent). Enterobakterien fanden sich lediglich in drei Proben in geringer Keimzahl. Bei 23 Proben lag die Gesamtkeimzahl über 100 koloniebildenden Einheiten je Gramm (KbE/g) mit einem Maximalwert von 3,6 Mio. KbE/g. 15 Proben wiesen kein Bakterienwachstum auf (<10 KbE/g).

Die Probe mit der auffällig hohen Gesamtkeimzahl von 3,6 Mio. KbE/g) wies auch den höchsten Anteil an Enterobakterien (920 KbE/g) auf und war zudem Salmonella-positiv.

Nach einer ordnungsgemäßen Erhitzung sollten diese Futtermittel steril sein. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich bei den Keimgehalten um eine Rekontamination nach dem Erhitzungsvorgang handelt. Erfreulicherweise scheint der geringe Feuchtegehalt der Produkte für die meisten Bakterien ungünstige Lebensbedingungen zu bieten.

Auch bei den in den vorherigen Jahren im LAVES mikrobiologisch auf Salmonellen untersuchten Kauspielzeugen, wurden von insgesamt 119 Proben in 45 Fällen (38 Prozent) Salmonellen isoliert.

Grundsätzlich sind alle Salmonellen als potentiell pathogen anzusehen. Bedingt durch verschiedene Faktoren wie den Verkauf loser Ware, übliche Handhabung beim Füttern und die Verbreitung der Keime durch intensives Kauen und Einspeicheln stellen diese Bakterien ein erhebliches Infektionsrisiko für das Heimtier, den Tierbesitzer und insbesondere für im Haushalt lebende Kleinkinder und ältere sowie immungeschwächte Personen dar.

Der hygienischen Beschaffenheit dieser Artikel sollte seitens der Herstellung und des Handels eine besondere Sorgfalt zukommen.

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