Seifenblasen, Fingermalfarben, Spielschleime: immer spaßig, nicht immer keimfrei
Schillernder Spielspaß mit Seifenblasen - bunte Blasen durch die Luft schweben zu lassen, finden viele Kinder faszinierend. Auch mit Fingerfarben und Spielschleimen lassen sich viele kreative Momente erleben. Wasserbasierte Spielwaren sind immer spaßig, aber nicht immer keimfrei.
Nachdem es in den letzten Jahren immer wieder mikrobiologische Auffälligkeiten bei Spielwaren gab, wurden im Institut für Bedarfsgegenstände Lüneburg in den Jahren 2024 und 2025 insgesamt 82 Spielzeugproben auf Bakterien untersucht. Die Untersuchungen beschränkten sich auf wasserbasierte Spielwaren, da es hauptsächlich hier zu einer mikrobiologischen Kontamination und Vermehrung der Bakterien kommen kann. Untersucht wurden Seifenblasenlösungen (11 Proben) sowie Spielschleime, Wabbelmassen und Knetfiguren (71 Proben).
Alle untersuchten Seifenblasenlösungen waren einwandfrei hinsichtlich der stofflichen Zusammensetzung. Lediglich wurde einmal die Kennzeichnung bemängelt.
Bei den Spielschleimen, Wabbelmassen und Knetfiguren wurden bei zwei Proben zu hohe Keimzahlen von bis zu 5.300.000 Koloniebildende Einheiten pro Gramm (KbE/g) nachgewiesen. Damit entsprachen diese Proben nicht den rechtlichen Vorgaben.
Weiterhin wurde bei drei der untersuchten Spielzeugproben eine Überschreitung des Grenzwertes für Bormigration festgestellt, sprich die Abgabe des Halbmetalls Bor war zu hoch. Spielzeughersteller verwenden Bor bei der Produktion, um die schleimige Form zu erzeugen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hält das Gesundheitsrisiko für Kinder bei einmaligen versehentlichen Verschlucken selbst größerer Mengen für sehr unwahrscheinlich. Bei vier Proben entsprach die Kennzeichnung nicht den Vorgaben.
Frühere Untersuchungen
Im Jahr 2021 wurden 69 Spielzeugproben auf Bakterien untersucht: Fingermalfarben (elf Proben), Seifenblasenlösungen (26 Proben), Spielschleime (13 Proben) und mit Flüssigkeit gefüllte elastische Spielwaren (15 Proben). Bei elf Proben (17 Prozent) wurden hohe Keimzahlen von bis zu 107 KbE/g nachgewiesen. Davon entsprachen sechs Proben (neun Prozent) nicht den rechtlichen Vorgaben. Bei diesen Proben handelte es sich um eine Fingermalfarbe, eine Seifenblasenflüssigkeit und drei mit Flüssigkeit gefüllte Spielwaren zum Kneten. Eine weitere Probe Fingermalfarbe, die vier verschiedene Farben enthielt, wurde europaweit zurückgerufen, da in zwei Farben eine hohe Verkeimung von circa 105 KbE/g Fingermalfarbe mit einem pathogenen Keim (Pseudomonas aeruginosa) nachgewiesen wurde.
Weiterhin wurden bei diesen 69 untersuchten Spielzeugproben eine Überschreitung des Bormigrationsgrenzwertes festgestellt, bei drei Proben entsprach die Kennzeichnung nicht den Vorgaben und bei fünf Proben lag der Bor- beziehungsweise Aluminiummigrationswert im Grenzwertbereich.
