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Buntes zum Schulanfang - wie sicher sind Stifte und Tuschkästen?

Zum Schulstart benötigen Kinder oft neue Stifte: Buntstifte, Filzstifte, Wachsmalstifte - die Auswahl ist groß und farbenfroh. Manchmal sind darin Weichmacher wie Phtalate, Lösungsmittel und Metalle enthalten. Problematisch ist das, wenn Grenzwerte überschritten werden und Kinder mit den Stoffen in Berührung kommen - sie halten die Stifte längere Zeit in der Hand und kauen oder lutschen sogar in Konzentrationsphasen auf dem Ende des Stiftes. Das Institut für Bedarfsgegenstände Lüneburg des LAVES untersucht deshalb immer wieder Schulsachen wie Stifte und Tuschkästen auf die oben genannten Stoffe.


Gesundheitliche Risiken durch Metalle

Eine zu hohe Aufnahme von Metallen wie Antimon, Blei oder Nickel im menschlichen Körper kann zu gesundheitlichen Schädigungen führen: Antimon und Blei sind nach Auffassung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) als krebserregend einzustufen. Nickel gilt aus häufiger Allergieauslöser – kommen Allergiker nochmals mit Nickel in Berührung, kann das Metall schwere hautverändernde Krankheiten auslösen.

Schulkind malt mit Buntstiften

Untersuchungsergebnisse des LAVES

Im Jahr 2017 hat das Institut für Bedarfsgegenstände Lüneburg insgesamt drei gefüllte Federtaschen, ein Malset, sieben Deckfarbenkästen und sechszehn Sets aus Buntstiften oder Fasermalern unter die Lupe genommen. Bunstifte sind häufig mit buntem Lack überzogen, in dem Metalle und Weichmacher wie Phthalate enthalten sein können. Untersucht wurden die Proben aus Drogeriemärkten, Kaufhäusern und Spielwarengeschäften auf Weichmacher und folgende Metalle: Antimon, Arsen, Barium, Blei, Cadmium, Chrom, Cobald, Kupfer, Mangan, Nickel, Quecksilber, Selen, Strontium, Zinn und Zink.

Die untersuchten Proben entsprachen fast alle den rechtlichen Vorgaben. Bei einer Farbe (Ultramarinblau) eines Tuschkasten wurde eine zu hohe Aluminiummigration festgestellt.


Im Jahr 2014 hat das LAVES auch Wachsmalstifte genauer unter die Lupe genommen. 10 verschiedene Packungen mit insgesamt 96 Stiften wurden einem Metall-Screening unterzogen. 44 Stifte – also fast die Hälfte – zeigten sich dabei auffällig, so dass weitere Untersuchungen erforderlich wurden, um die Metallmigration zu überprüfen. Als Migration wird hier der Übergang von Metallen in eine Magensäurestimulanzlösung bezeichnet. Dieser Untersuchungsansatz soll abbilden, wie sich z.B. abgekaute Lacksplitter von Buntstiften im Magen verhalten würden. Bei einem Stift wurde letztlich eine zu hohe Bleimigration festgestellt.

Tipps für den Einkauf

Eltern und Kinder sollten beim Einkaufen von Spielzeug - darunter fallen auch Stifte und Co. - auf den Geruch und die Verarbeitung achten: Ein unangenehmer, stark chemischer Geruch oder Produkte, die abfärben, können Hinweise auf Schadstoffbelastung sein.


Weitere Informationen:

Buntstifte
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