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Sicherer Genuss möglich: Keine Metallspuren im Getränk bei Glühweintassen oder Punschbechern

LAVES untersucht Keramik mit Weihnachtsdekor


Alle Jahre wieder - bald ist Weihnachten. Überall wird geschmückt, die Weihnachtsmärkte sind eröffnet und es gibt Glühwein, Punsch und Schmalzgebäck. Damit der Glühwein auch zu Hause schmeckt und für das richtige Flair gesorgt ist, gibt es zu dieser Jahreszeit Keramikbecher und –tassen mit Weihnachtsmotiven.

Das Institut für Bedarfsgegenstände in Lüneburg (IfB) des LAVES untersucht solche Tassen und Becher aus Keramik auf ihre unbedenkliche Benutzung hin.


EU-Bedarfsgegenständeverordnung

Nach der EU-Bedarfsgegenständeverordnung müssen Bedarfsgegenstände mit Lebensmittelkontakt für den Verbraucher sicher sein. Das heißt, die Materialien müssen so hergestellt sein, dass sie den Nutzer weder schädigen noch gefährden können. Ebenso dürfen sich keine Stoffe aus dem Material herauslösen und bei der Benutzung auf das Lebensmittel übergehen und dieses verunreinigen.

Glühweintassen mit markiertem Trinkrand
Glühweintassen mit markiertem Trinkrand, der gesondert überprüft wird.

Untersuchung

Bei der Untersuchung werden die Gegenstände mit einem Lebensmittelsimulanz (Essigsäure) gefüllt und über einen Zeitraum von 24 Stunden stehengelassen. Aus der Oberfläche der Keramik können sich Metallverbindungen lösen und in die Essigsäure übergehen. Metallverbindungen können aus dem Werkstoff selbst oder aus farbigen Glasurpigmenten stammen, die besonders brillante und langlebige Farben erzeugen. Bei Produkten, die nach guter Herstellerpraxis hergestellt wurden, kommt es zu keinen Metallübergängen in das Simulanzlösemittel. Anschließend wird diese Lösung auf ihren Gehalt an gelösten Elementen geprüft.

Besonders im Fokus der Untersuchung steht der Trinkrand der Gefäße. Das ist der äußere obere Rand einer Tasse, der mit den Lippen in Berührung kommt. Oft unterscheiden sich Außendekore von der inneren Farbe einer Tasse, weshalb dieser Teil gesondert überprüft wird.

Außerdem werden die gesetzlichen Kennzeichnungselemente überprüft. Dazu gehören die Adressdaten des Herstellers, wenn das Produkt neu in das Regal kommt, sowie, wenn erforderlich, eine Kennzeichnung, dass das Produkt für den Lebensmittelkontakt gedacht und geeignet ist.


Ergebnisse

Im Jahr 2017 wurden 18 Keramikgefäße untersucht. In Hinblick auf die Kennzeichnung und die chemischen Untersuchungen (Elementlässigkeiten aus den Gegenständen und dem Trinkrand) wiesen diese keinerlei Abweichungen zu den gesetzlichen Anforderungen auf.

Im Jahr 2016 wurden bei den 16 untersuchten Keramikgefäßen zwei Mängel festgestellt. Bei einer Proben fanden sich Kennzeichnungsmängel, da die Angabe des Herstellers fehlte. Bei einer weiteren Probe wurde eine überhöhte Cadmiumlässigkeit aus dem Trinkrand ermittelt. Der Grenzwert hierfür liegt bei 0,2 mg/Gegenstand, der ermittelte Wert aus dem Trinkrand lag bei 0,5 mg, womit der Grenzwert überschritten wurde.

Im Jahr 2015 sind bei den von den Überwachungsbehörden eingesandten zehn Proben keine Mängel festgestellt worden. Bei den untersuchten Keramikgefäßen wurden weder Kennzeichnungsmängel noch stoffliche Veränderungen ermittelt.

Auch in den vorigen Jahren (2013-2014) wurden bei ca. 70 untersuchten weihnachtlichen Keramikgefäßen keine Auffälligkeiten festgestellt. Nur bei einem geringen Anteil der Proben fanden sich Kennzeichnungsmängel, wie z. B. eine fehlende Adresse des Herstellers.

Glühwein in weihnachtlichem Becher
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