Großinvestition in Stade: LAVES-Futtermittelinstitut wird saniert – PM ML (9/26)
Gute Nachricht für die 55 Mitarbeitenden im Futtermittelinstitut des LAVES in Stade: Verbraucherschutzministerin Miriam Staudte und Finanzminister Gerald Heere verkünden eine Großinvestition in Stade. Als Kompetenzzentrum für amtliche Untersuchung und rechtliche Bewertung von Futtermittelproben hat sich das Futtermittelinstitut des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) in Stade in ganz Norddeutschland einen Namen gemacht. Jetzt soll das Institut umfassend baulich saniert werden. Die geplanten Baukosten liegen bei rund 52 Millionen Euro. Mit der jetzt erfolgten Beauftragung des Niedersächsischen Landesamtes für Bau und Liegenschaften durch das zuständige Finanzministerium beginnen die konkreten Planungen für das Großprojekt, so dass voraussichtlich im Laufe des kommenden Jahres mit ersten Arbeiten begonnen werden kann.
Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministerin Miriam Staudte hatte sich im Zuge der Haushaltsplanberatungen stark für dieses Projekt eingesetzt: „Das Futtermittelinstitut des LAVES trägt für ganz Deutschland viel Verantwortung für unbelastete Futtermittel und damit für eine sichere Nahrungsmittelkette. Damit Stade seine exponierte Stellung weiter ausbauen kann, braucht es neben der fachlichen Expertise auch eine moderne Arbeitsumgebung mit hohen technischen Standards. Ich bin sehr dankbar, dass das Parlament mit seiner Zustimmung zum Haushaltsplan 2026 den Weg bereitet hat.“
Dazu der auch für das Staatliche Baumanagement zuständige Finanzminister Gerald Heere: „Niedersachsen hat mit dem aktuellen Haushalt das größte Investitions- und Kommunalstärkungspaket der Landesgeschichte auf den Weg gebracht. Damit investieren wir endlich da, wo jahrzehntelang aufgeschoben wurde. Zu den ersten Projekten gehört das Futtermittelinstitut Stade, dessen Labore seit Langem sanierungsbedürftig sind.“
Rund 40 Prozent der in Deutschland hergestellten Mischfuttermittel für Nutz- und Heimtiere werden von niedersächsischen Futtermittelunternehmen produziert. Damit nimmt Niedersachsen eine wichtige Schlüsselrolle im Bereich der Futtermittelversorgung ein. Dem LAVES obliegt die amtliche Kontrolle der Betriebe, Probenahme und die Ahndung von Beanstandungen. Die amtliche Untersuchung und rechtliche Bewertung der Futtermittelproben findet im Futtermittelinstitut Stade des LAVES statt.
Hintergrund:
In Niedersachsen werden im großen Umfang Futtermittelausgangserzeugnisse aus regionaler, nationaler und internationaler Herkunft verarbeitet, um den Ernährungsbedarf von vielen Nutz- und Heimtieren sicherzustellen. Eine funktionierende Futtermittelüberwachung ist daher von herausragender Bedeutung für unser Bundesland. Der überwiegende Teil des Bund-Länder Kontrollprogramms Futtermittel ist von Niedersachsen zu erfüllen.
Das Futtermittelinstitut (FI) Stade untersucht sämtliche amtlichen Proben von Futtermitteln, sowohl für Nutz- als auch Heimtiere. Dabei handelt es sich insbesondere um Proben, die die Futtermittelüberwachung des LAVES risikoorientiert bei Primärerzeugern, bei gewerblichen Herstellern von Futtermittelzusatzstoffen, Vormischungen, Einzel- und Mischfuttermitteln, im Handel und von Importen aus Drittländern entnimmt. Neben dem umfangreichen Probenkontingent aus Niedersachsen werden auch Proben aus Bremen und den Ländern der Norddeutschen Kooperation im Futtermittelinstitut untersucht und entsprechend bewertet.
Jährlich werden in Stade in ca. 4.000 Proben insgesamt rund 20.000 Untersuchungen zur Qualität und Sicherheit von Futtermitteln durchgeführt. Die dabei vorgenommenen Analysen bringen etwa 60.000 zu bewertende Untersuchungsparameter hervor. Damit können detaillierteste Aussagen zu den Inhaltsstoffen, zur Zusammensetzung und zur Qualität des Futtermittels einschließlich der im Futter unerwünschten Stoffe, gemacht werden.
1919 wurde in Stade eine "Untersuchungsanstalt für Fohlenkrankheiten" gegründet. Aus dieser Anstalt ist in den 1930er Jahren das Veterinäruntersuchungsamt hervorgegangen. Das Untersuchungsspektrum erweiterte sich auf alle landwirtschaftlichen Nutztiere mit dem Schwerpunkt der Bekämpfung und Prophylaxe von Tierseuchen. Im Jahr 2001 erfolgte dann die Angliederung an das damals neugegründete Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES). Am 1. Januar 2003 wurde schließlich aus der ehemaligen Außenstelle des Veterinärinstituts Oldenburg in Stade das eigenständige Futtermittelinstitut des LAVES mit einem völlig neuen Aufgabengebiet. Das Futtermittelinstitut Stade beschäftigt 55 Mitarbeitende und bildet fortlaufend Chemielaboranten aus.
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erstellt am:
22.01.2026

