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Jungen Seehunden geht es im Niedersächsischen Wattenmeer so gut wie nie zuvor

Presseinformation Nr. 22 vom 17. August 2009


Zweithöchster Seehundbestand im Niedersächsischen Wattenmeer seit Beginn der Aufzeichnungen: 6.369 Seehunde, darunter 1.446 Jungtiere, sind aus der Luft gezählt worden und damit wurde der Spitzenwert von 2002 (6.481) fast erreicht. Aber: nie zuvor sind so viele Jungtiere gezählt worden, wie in diesem Jahr; 2008 und 2007 waren es noch knapp 1.000. Im Vergleich zu 2008 ist die Gesamtzahl um mehr als 200 Seehunde angestiegen. Das ist das Ergebnis der diesjährigen Zählflüge vor der Nordseeküste.

Geradezu optimal war das Wetter während der Zählung. Seehunde mögen es an Land sonnig und nicht allzu stürmisch. "Denn die Tiere halten sich dort auf, wo die Witterung für sie am günstigsten ist", erläutert Josef Huesmann, Koordinator des Seehundmonitorings im Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES), das Ergebnis. Seehunde reagieren sehr sensibel auf Wetteränderungen – stürmischen Südostwind "mögen sie beispielsweise gar nicht und sie ziehen sich dann in das offene Meer zurück".

Das jährliche Monitoring wird von der Abteilung Tiergesundheit des LAVES koordiniert. Die Seehundzählflüge finden im Rahmen des internationalen Seehundschutzabkommens zeitgleich mit Niedersachsen in Schleswig-Holstein, Dänemark und den Niederlanden statt. In Niedersachsen wird bereits seit 1972 vom Flugzeug aus gezählt. Finanziert werden die jährlichen Flüge aus den Jagdabgabemitteln der niedersächsischen Jägerinnen und Jäger.

Das niedersächsische Küstengebiet ist in drei Bereiche eingeteilt, drei Kleinflugzeuge starten gleichzeitig. Geflogen wird bei Niedrigwasser während der Zeit der Jungtieraufzucht und des Haarwechsels jeweils ab Emden, Mariensiel und Luneplate. Zu dieser Zeit ruhen die Seehunde auf den Sandbänken und können gezählt werden. Auch in diesem Jahr haben mehrere niedersächsische Jäger das Zählen ehrenamtlich übernommen. Wie in den Jahren zuvor wurden fünf Flugtermine angesetzt, Start war am 3. Juni 2009.

Der letzte Zählflug hat Freitag, 14. August, stattgefunden.

In den vergangenen Wochen hat das LAVES das Wattengebiet zwischen Weser und Elbe gemeinsam mit der Wattenjagdaufsicht beobachtet. Das Ergebnis: Die Seehunde machen einen sehr gesunden und gestärkten Eindruck. Es gibt auch keinerlei Hinweise auf Erkrankungen.

Im Zuge des Seehundsterbens vor sieben Jahren wurden an der Küste insgesamt 3.851 Seehunde tot aufgefunden – sie waren Opfer der Seehundstaupe. Im Jahr 2002 - kurz vor dem Seuchenzug - tummelten sich noch rund 6.500 Seehunde im niedersächsischen Wattenmeer. 2004 konnten etwa 4.000 Tiere gezählt werden, darunter 1.000 Jungtiere; 2005 waren es 4.837 Tieren (davon 1.176 Jungtiere); 4.642 Seehunde in 2006 (davon 1.173 Jungtiere); für 2007: 4.633 Tiere (davon 1.076 Jungtiere).

Eine eingehende Analyse der Daten für den gesamten Seehundbestand im Wattenmeer zwischen Den Helder und Esbjerg erfolgt im Herbst durch die Trilaterale Seehundexpertengruppe. Dr. Sven Ramdohr vom Institut für Fische und Fischereierzeugnisse des LAVES ist niedersächsischer Vertreter in der Trilaterale Seal Expert Group (TSEG) des trilateralen Seehundschutzabkommens zwischen Holland, Deutschland und Dänemark.

Seehund-Fotos stehen für die Presse zur Verfügung.

junger Seehund  
junger Seehund
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