LAVES klar

Hygienische Beschaffenheit von "Kauspielzeug"

Immer wieder geraten sogenannte Kauspielzeuge für Hunde in den Fokus der Futtermittelüberwachung: Diese Erzeugnisse fallen häufig durch eine Belastung mit Salmonellen auf. Dabei kommt Futtermitteln für Haustiere insofern eine besondere Bedeutung zu als diese Produkte im Haushalt gehandhabt werden und auch die Tierbesitzer direkt mit ihnen in Berührung kommen. Generell ist ein mit Salmonellen belastetes Futtermittel als nicht sicher anzusehen und damit nicht verkehrsfähig.

Kauspielzeug
Kauspielzeug

Beliebt sind Kauspielzeuge in mehrfacher Hinsicht: Der Hund ist für längere Zeit mit ihnen beschäftigt, sie befriedigen das Kaubedürfnis, regen den Speichelfluss an und unterstützen damit die Zahnpflege. Angeboten werden sie beispielsweise als getrocknete Schweine- oder Rinderohren, Rinderpansen, Ochsenziemer oder als Teile vom Geflügel.

Rechtlich geregelt werden diese Erzeugnisse in der VO (EG) Nr. 1069/2009 in Verbindung mit der VO (EG) Nr. 142/2011. Dort gibt es Hygienevorschriften für nicht für den menschlichen Verzehr bestimmte tierische Nebenprodukte. Danach muss Kauspielzeug bei der Herstellung einer Behandlung unterzogen werden, die gewährleistet, dass Krankheitserreger (einschließlich Salmonellen) wirksam abgetötet werden. Eine anschließende Rekontamination muss vermieden werden.

getrocknete Schweineohren
getrocknete Schweineohren

Trotz dieser eindeutigen rechtlichen Vorgaben fallen Kauspielzeuge immer wieder durch den Nachweis mit Salmonellen auf. Regelmäßig werden derartige Produkte durch die Futtermittelprüfer des LAVES an das Futtermittelinstitut Stade gesandt. So sind in den Jahren 2016 bis Sommer 2018 insgesamt 97 Proben untersucht worden; dabei konnten in 37 Fällen (38 %) Salmonellen isoliert werden. Nachgewiesen wurden 15 unterschiedliche Serovare.

Grundsätzlich sind alle Salmonellen als potentiell pathogen anzusehen. Bedingt durch verschiedene Faktoren wie den Verkauf loser Ware, übliche Handhabung beim Füttern und die Verbreitung der Keime durch intensives Kauen und Einspeicheln stellen diese Bakterien ein erhebliches Infektionsrisiko für das Heimtier, den Tierbesitzer und insbesondere für im Haushalt lebende Kleinkinder und ältere sowie immungeschwächte Personen dar.

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