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Weihnachten in der Tasse: Kinderpunsch

Das LAVES untersucht alkoholfreie Heißgetränke von Weihnachtsmärkten und aus Fertigpackungen


Adventszeit ist Glühweinzeit. Über den Weihnachtsmarkt schlendern, Weihnachtsliedern lauschen und Geschenkideen sammeln – fehlt nur noch etwas Warmes, das die kalte Nase auftaut: Glühweinstände gibt es schließlich genug. Doch auch Kinder oder Erwachsene, die auf Alkohol verzichten wollen, kommen auf ihre Kosten. Wo der Glühwein fließt, ist auch Kinderpunsch nicht weit.

Untersuchungen des LAVES: alkoholfreie Heißgetränke auf Weihnachtsmärkten
Kupfer
Hydroxymethylfurfural (HMF)
Kennzeichnung
Untersuchungen des LAVES: alkoholfreier Kinderpunsch in Fertigpackungen
Tipp: Kinderpunsch selbstgekocht

Als „Kinderpunsch“ werden viele verschiedene Getränkevarianten angeboten – eine rechtlich vorgeschriebene Bezeichnung gibt es nicht. Daher können sich die Getränke von Marktstand zu Marktstand in ihrer Zusammensetzung unterscheiden. Gemeinsam ist ihnen allerdings, dass sie keinen Alkohol enthalten, mit weihnachtlichen Gewürzen oder Gewürzauszügen versetzt sind und einen Fruchtsaftanteil zwischen 25 und 100 Prozent enthalten. Einigen Getränken wird Zucker zugesetzt, einige können Süßungsmittel enthalten.

Glühwein und Kekse  
Untersuchungen des LAVES: alkoholfreie Heißgetränke auf Weihnachtsmärkten


Die Beschaffenheit von alkoholfreien Heißgetränken auf Weihnachtsmärkten und entsprechenden Ständen in Fußgängerbereichen überprüft das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover (LVI) des LAVES am Standort Braunschweig.

Im Jahr 2017 lag der Schwerpunkt der Untersuchung auf

  • möglicher Wertminderung durch Hitzeeinwirkung oder durch ungeeignete Materialien,
  • der Überprüfung der Zusatzstoffverwendung sowie
  • der Bezeichnung der Getränke am Marktstand.

Das Institut hat 13 Proben untersucht, von denen sieben am Marktstand als „Kinderpunsch“ verkauft wurden. Die weiteren Erzeugnisse wurden als „Apfelpunsch alkoholfrei“, „Zwergenpunsch“, „Schneewittchen“, „alkoholfreier Traubenpunsch“, „Glühwürmchen, alkoholfrei“, „Kleiner Löwe“ und „Glühwein, alkoholfrei“ bezeichnet.

Das Institut hat unter anderem den Gehalt der Prozess-Kontaminanten Kupfer und Hydroxymethylfurfural (HMF) bestimmt. Prozess-Kontaminanten sind Stoffe, die bei der Zubereitung oder Herstellung von Lebensmitteln als unerwünschtes Nebenprodukt entstehen. Das Kupfer kann aus ungeeigneten Materialien – wie Heizkesseln oder Töpfen – in das Erzeugnis übergehen. Unter standardisierten Bedingungen wird ein Stoffübergang von vier Milligramm Kupfer pro Kilogramm Lebensmittel toleriert.

Erfreulicherweise lag der Kupfergehalt in zwei Proben unterhalb der Bestimmungsgrenze von 0,021 Milligramm pro Liter. In den anderen elf Proben wurden Gehalte zwischen 0,042 und 0,290 Milligramm pro Liter nachgewiesen und lagen somit unterhalb der Toleranzgrenze.

Eine Probe wurde als wertgemindert beurteilt und entsprach nicht der Verkehrsauffassung: Aufgrund von Hitzeeinwirkung wies dieses Erzeugnis eine braune Farbe, eine Kochnote in Geruch und Geschmack sowie damit einhergehend einen hohen Hydroxymethylfurfural (HMF)-Gehalt von 184 Milligramm je Liter auf. Wird HMF nachgewiesen, so weist das darauf hin, dass das Produkt zu lange erhitzt worden ist. Fruchtaromen waren nicht oder nur noch schwach vorhanden.

Die Bezeichnung „Glühwein, alkoholfrei“ wurde als irreführend beurteilt, da das Erzeugnis nicht aus alkoholfreiem Wein, sondern aus Fruchtsäften hergestellt wurde. Zudem entsprach bei einer Probe die miteingesandte Etikettierung des Ausgangserzeugnisses nicht den Vorgaben.

Im Jahr 2018 sind 17 Proben Kinderpunsch von Weihnachtsmärkten zur Untersuchung im LVI Braunschweig/Hannover vorgesehen.

Untersuchungen des LAVES: alkoholfreier Kinderpunsch in Fertigpackungen

Wen die Lust nach einer duftend-warmen Tasse Kinderpunsch zuhause überkommt, der muss schon längst nicht zum nächsten Weihnachtsmarkt pendeln – beinahe jeder Supermarkt verkauft Fertigpackungen. Meist handelt es sich dabei um Getränke mit Fruchtsaft und weihnachtlichen Gewürzen. Das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover am Standort Braunschweig hat die Beschaffenheit, die Zusatzstoffverwendung sowie die Kennzeichnung auf diesen Punsch-Fertigpackungen analysiert.

16 Proben hat das Institut im Jahr 2017 erhalten. Analytisch wurden zwar keine Mängel festgestellt, sechs Proben (38 Prozent) wiesen jedoch eine fehlerhafte Kennzeichnung auf: Die Füllmenge, die in der Verpackung eines Produktes enthalten sein sollte, war bei einer Probe in zu kleiner Schriftgröße angegeben. Eine andere Probe nutzte die Auslobung „Auslese“, die für dieses Produkt nicht zulässig war und bei fünf weiteren Produkten bezeichnete die Quidangabe lediglich einen Mindestgehalt. Die Quidangabe gibt den Anteil einer Zutat am Gesamtprodukt an; dabei ist eine präzise Mengenangabe Pflicht.

Glühwein in weihnachtlichem Becher

Kinderpunsch selbstgekocht

Zwar scheint eine Tasse Kinderpunsch auf dem Weihnachtsmarkt immer noch am besten zu schmecken. Wer die Weihnachtsmarktlaune aber auf das heimische Sofa zaubern will, braucht dafür weder Punsch aus Fertigpackungen noch viele Zutaten: Einen oder mehrere Fruchtsäfte mit Gewürzen nach Wahl sowie unbehandelten Orangen- oder Zitronenschalen erhitzen und nach Bedarf mit Zucker oder Sirup süßen.

Wenn es etwas Ausgefalleneres sein sollte, finden Sie schnelle Rezepte unter anderem bei Natürlich mit Saft, einem Angebot des Verbands der Deutschen Fruchtsaft-Industrie.

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