LAVES klar

Bei „Bunten Eiern" auf Mindesthaltbarkeitsdatum und Kühlung achten

Klassisch einfarbig, marmoriert, pastellfarben, gestreift: die Produktpalette der „Bunten Eier" präsentiert sich farbenfroh und kreativ gestaltet. Diese Eier sind nicht nur zur Osterzeit voll im Trend, sondern werden mittlerweile das ganze Jahr über z. B. als „Brotzeit-" oder „Picknick-Eier" angeboten.

„Bunte Eier" sind wie in den vergangenen Jahren auch im Jahr 2017 im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover des LAVES untersucht worden. Insgesamt wurden 40 Proben auf Verkehrsfähigkeit überprüft.


Bei „Bunten Eiern" handelt es sich rechtlich um verarbeitete Eier, d. h. sie dürfen länger verkauft werden als frische Eier. Bei letzteren ist das maximale Verkaufsdatum (21 Tage nach dem Legen) und das maximale Haltbarkeitsdatum (28 Tage nach dem Legen) gesetzlich geregelt. Die Festlegung des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) ist bei den gekochten Eiern dem Lebensmittelunternehmer überlassen.


Untersuchungen des LAVES

Bei den jährlichen Untersuchungen im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover (LVI BS/H) werden die Genusstauglichkeit wie Aussehen, Geruch und Geschmack, insbesondere bei Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums, die Kennzeichnung und die eventuelle Verwendung von nicht deklarierten Farbstoffen überprüft.

In den vergangenen Jahren sind immer wieder Mängel festgestellt worden, weshalb auch im Jahr 2017 wieder Proben von „Bunten Eiern" untersucht wurden.

Im Jahr 2017 wurden insgesamt 40 Proben „Bunte Eier" untersucht. Eine Probe besteht in der Regel aus 30 einzelnen Eiern. Die Proben wurden zur Haltbarkeitsüberprüfung bis zum Ende des Mindesthaltbarkeitsdatums gelagert.

Das Ergebnis: bei 12 Proben (30 %) waren einzelne Eier (8 x 1 Ei, 3 x 2 Eier, 1 x 3 Eier) bei Ablauf des Mindest­halt­bar­keits­datums verdorben. Sie wurden zumeist als hefig-gärig, faulig, fruchtig und alkoholisch, teil­weise auch als faulig im Geruch beschrieben. Erfreulicher Weise war, anders als in den Vorjahren, kein Ei bereits bei Probeneingang verdorben.

Bei neun Proben mit einem Anteil von mehr als 20 % an Eiern mit sichtbaren Schalendefekten (Risse in der Schale, einge­drückte Schale, Loch in der Schale) wurde angeregt zu prüfen, ob eine ausreichende Warenkontrolle in den verantwortlichen Betrieben erfolgt. Bei Eiern mit defekter Schale ist die Gefahr einer vorzeitigen Verderbnis vor Ablauf des Mindesthalt­bar­keitsdatums gegeben, da Keime leichter eindringen können. Durch die Färbung und Lackierung der Eier fällt die defekte Schale nicht unmittelbar ins Auge und bleibt so unbemerkt. Der Verbraucher hat beim Kauf Anspruch auf intakte Eier, die bis zum Ende der Mindesthaltbarkeit keine Verderbnis aufweisen. Die Ver­ant­wortung dafür liegt bei dem Hersteller bzw. Inverkehr­bringer der Eier.

Die Ergebnisse der Vorjahre:

2016

42 Proben, davon

  • 7 Proben (16,7 %): einzelne Eier bereits bei Probeneingang verdorben
  • 12 Proben (28,6 %): einzelne Eier bei Ablauf des MHD verdorben

2015

39 Proben, davon

  • 1 Probe (2,6 %): einzelne Eier bereits bei Probeneingang verdorben
  • 11 Proben (28,2 %): einzelne Eier bei Ablauf des MHD verdorben

2014

32 Proben, davon

  • 7 Proben (21,9 %): einzelne Eier bei Ablauf des MHD verdorben
  • 9 Proben (28,1 %): mehr als 20 % der Eier einer Probe wiesen Schalendefekte auf


Deklaration und Zulässigkeit der verwendeten Farbstoffe sowie Kennzeichnung der Eierverpackungen

gefärbte Eier im Becher

Grundsätzlich dürfen zum Färben von Eiern nur für Lebensmittel zugelassene Farbstoffe eingesetzt werden.

Im Jahr 2017 fehlte bei zwei losen Proben die Kenntlichmachung der verwendeten Farbstoffe. Die übrigen Proben entsprachen bezüglich der Farbstoffe den Rechtsvorschriften.

Zwei Proben wiesen Kennzeichnungsmängel auf: Die Schriftgröße der Nährwertkennzeichung war zu gering.



Die Ergebnisse der Vorjahre:

  • 2016 fehlte bei einer losen Probe die Kenntlichmachung der ver­wendeten Farbstoffe und fünf Proben wiesen Kennzeichnungsmängel auf (z. B. Schriftgröße, fehlendes MHD)
  • 2015 wurde bei zwei Proben ein nicht zugelassener Trägerstoff verwendet
  • 2014 gab es keine Abweichungen




Verbrauchertipps zum Kauf und zur Aufbewahrung von

  • Ein Blick auf das Mindesthaltbarkeitsdatum beim Einkauf lohnt sich. Der Verbraucher sollte auf eine ausreichende Restlaufzeit achten.
  • Damit bunte gekochte Eier in Fertigpackungen möglichst auch bis zum Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums frisch bleiben, sollte darauf geachtet werden, dass die Schale nicht durch Löcher oder Risse beschädigt ist. Dies ist ein entscheidendes Qualitätsmerkmal. Bei Eiern mit Schalenrissen wird das Eindringen von Verderbniserregern erleichtert.
  • Durch Kühllagerung im Haushalt werden die sensorische Qualität und die Haltbarkeit positiv beeinflusst. Dies ist insbesondere in den wärmeren Sommermonaten wichtig.
  • Im Gegensatz zu Eiern in Fertigpackungen ist lose Ware nicht kennzeichnungspflichtig. Das heißt, der Verbraucher kann nicht erkennen, bis wann die Eier noch haltbar sind. Daher sollten lose erworbene Bunte Eier möglichst bald nach Kauf verspeist werden.
verfärbtes gekochtes Ei  
zu lange gekochtes Ei

"zu lange gekochtes Ei"

Gelegentlich erhält das LVI BS/H Beschwerden von Verbrauchern, das Eidotter habe sich nach dem Kochen blau-grün verfärbt. Das ist nicht schädlich und führt auch geschmacklich zu keiner Beeinträchtigung. Bei zu langem Kochen (länger als 10 Minuten) kommt es zu einer Reaktion des im Eidotter vorhandenen Eisens mit Schwefelverbindungen aus dem Eiklar. Dabei entsteht Eisensulfid, das die Verfärbung verursacht. Auch wenn es nicht schön aussieht, ein Grund zur Beanstandung ist bei derartigen Verfärbungen nicht gegeben.

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