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Seehundmonitoring

Stand: 14.08.2015

Der Seehund (Phoca vitulina) zählt zu den im Wattenmeer heimischen Meeressäugern. Er verbringt die meiste Zeit im Wasser, aber beansprucht auch andere Lebensräume wie Sandbänke im Tidebereich und Sandstrände.

Der besondere Schutz des Seehundes ist durch internationale Vereinbarungen geregelt. Bereits die "Bonner Konvention" zu Erhaltung der wandernden wildlebenden Tierarten (1979) beschreibt den Seehund als "Art mit ungünstiger Erhaltungssituation", dessen Erhalt und Management internationale Übereinkünfte erfordert. Im Rahmen der trilateralen Kooperation zum Schutz des Wattenmeeres der Wattenmeeranrainerstaaten Niederlande, Deutschland und Dänemark wurde durch den Abschluss des Regionalabkommens "Agreement on the Conservation of Seals in the Wadden Sea" (1990) diese Forderung erfüllt. Die Umsetzung des Abkommens erfolgt auf der Grundlage eines von Experten erarbeiteten Managementplans.

Seehunde auf Sandbank

Sandbank vor den Inseln Wangerooge und Spiekeroog

Das Seehundmonitoring in Niedersachsen wird seit 2005 vom LAVES koordiniert. Es umfasst u.a. neben der Untersuchung des Gesundheitszustandes und der Populationsentwicklung auch administrative Maßnahmen zum Schutz des Seehundes auf nationaler und internationaler Ebene.

Vorbereitung des Seehundzählfluges

Startvorbereitungen vor einem Seehundzählflug

Kenntnisse über die Höhe des Seehundbestandes an der niedersächsischen Nordseeküste liegen seit 1958 vor, allerdings erfolgen systematische Zählungen aus der Luft bei Niedrigwasser erst seit 1972. Dazu ist das Küstengebiet in drei Bereiche aufgeteilt. Kleinflugzeuge starten mit erfahrenen Piloten und Zählern von drei Flugplätzen und überfliegen die Liegeplätze der Seehunde in angemessener Höhe ohne sie zu stören.

Gezählt wird an fünf, mit den Vertragsstaaten vereinbarten Terminen in den Monaten Juni bis August. In dieser Zeit der Jungtieraufzucht und des Haarwechsels befinden sich viele Seehunde auf den Sandbänken und Stränden. Die Zählungen erfolgen in Zusammenarbeit mit der Landesjägerschaft Niedersachsen, da der Seehund auch als ganzjährig geschützte Art weiterhin dem Jagdrecht unterliegt.

Seehunde auf einer Sandbank

Seehundbank nahe Wangerooge

Ergebnis der diesjährigen Zählflüge: Gesunder Seehundbestand im Niedersächsischen Wattenmeer auf hohem NiveauSeit 1979 (1109 Tiere) ist der Seehundbestand, trotz zweier Seehundstaupe-Epidemien 1988 und 2002, auf derzeit 9255 (2015) Tiere angewachsen.

Das Influenza-Infektionsgeschehen im Winter 2014 hat lediglich einen geringen Einfluss auf den Seehundbestand an der Niedersächsischen Küste. Auf den ostfriesischen Inseln und an der Niedersächsischen Festlandsküste wurden mehr als 300 Seehunde tot aufgefunden.

Details über die Liegeplätze und Verteilung der Seehunde im niedersächsischen Wattenmeer können den Umweltinformationen des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer entnommen werden.

Weitere Informationen:

Flugzeuge starten wieder: Seehunde werden im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer gezählt (LAVES Presseinformation vom 09. Juni 2015)

Ergebnis der diesjährigen Zählflüge: Gesunder Seehundbestand im Niedersächsischen Wattenmeer auf hohem Niveau (LAVES Presseinformation vom 14.08.2015)

Seehund

Weitere Informationen zum Seehundmonitoring

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