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Enthornung von Kälbern im Ökologischen Landbau

Das Enthornen oder das Verhindern des Hornwachstums bei unter sechs Wochen alten Rindern ist nach § 6 Absatz 1 Nr. 3 des Tierschutzgesetzes nur im Einzelfall gestattet, wenn es für die vorgesehene Nutzung des Tieres, zu dessen Schutz oder zum Schutz anderer Tiere unerlässlich ist.

In der ökologischen Tierhaltung kommt dem Tierschutz eine besondere Bedeutung zu. Hier sollte der Eingriff des Enthornens durch angepasste Haltungsformen und Managementbedingungen oder durch die Züchtung hornloser Rinder soweit wie möglich vermieden werden. Bei Stallneu- oder Umbauten sind die Anforderungen unbedingt zu berücksichtigen. Langfristige Perspektive ist es, auf die Enthornung zu verzichten.

Die EG-Öko-Verordnung erlaubt eine Enthornung von Kälbern nur im Einzelfall. Nach Artikel 18 Absatz 1 der Verordnung (EG) Nr. 889/2008 darf eine Enthornung in der ökologischen Tierhaltung nicht routinemäßig durchgeführt werden.

Aus Sicherheitsgründen oder wenn sie der Verbesserung der Gesundheit oder des Befindens der Tiere dienen, kann die Enthornung von der zuständigen Behörde jedoch fallweise genehmigt werden.
Jegliches Leid der Tiere ist auf ein Minimum zu begrenzen, indem angemessene Betäubungs- und/ oder Schmerzmittel verabreicht werden und der Eingriff nur im geeigneten Alter und von qualifiziertem Personal vorgenommen wird.

In Niedersachsen muss eine Ausnahmegenehmigung für die Enthornung vom Unternehmen über die zuständige Kontrollstelle beantragt werden. Für die Beantragung dieser Genehmigung steht ein entsprechendes Formular und ein Merkblatt mit Hinweisen und Hilfestellungen zur Verfügung. Über folgende Links stehen diese zum Download bereit:


Merkblatt Enthornung von Kälbern im Ökologischen Landbau

Antrag auf Ausnahmegenehmigung zum Enthornen von Kälbern im Ökologischen Landbau

Fleischrinder im Laufstall  

Behornte und unbehornte Fleischrinder im Laufstall

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