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Authentizität von Waldheidelbeerprodukten

LAVES und Niedersächsische Lebensmittelüberwachungsbehörden beteiligt an bundesweiter OPSON-Operation gegen Lebensmittelbetrug


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Heidelbeeren - aber welche?

Bei einem Produkt mit der Kennzeichnung „Waldheidelbeeren“ ist die Verbrauchererwartung, dass dieses Erzeugnis Früchte der Waldheidelbeere Vaccinium myrtillus L. enthält. Insbesondere Heidelbeerkonserven sind nach den Leitsätzen für Obsterzeugnisse der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission „Erzeugnisse aus den reifen und gesunden Früchten der Waldheidelbeere Vaccinium myrtillus L.“.

Waldheidelbeeren werden zu höheren Preisen gehandelt als andere Heidelbeerarten, dadurch sind sie ein Ziel für möglichen Lebensmittelbetrug.

Nachdem im Landeslabor Berlin-Brandenburg bereits im Jahr 2021 aufgefallen war, dass Waldheidelbeerkonserven größtenteils andere Heidelbeerarten enthielten, wurde auf Vorschlag des Landes Berlin die Authentizität von Waldheidelbeerprodukten im Rahmen der deutschen Operation OPSON XIII (2023/2024) – „Waldheidelbeeren im Fokus“ untersucht.

Die OPSON-Operationen werden von der europäischen Polizeibehörde Europol koordiniert und seit dem Jahr 2011 jährlich mit einem anderen Fokus zur Aufdeckung gefälschter und minderwertiger Lebensmittel durchgeführt. Deutschland nimmt seit dem Jahr 2015 an den OPSON-Operationen teil.

Im Rahmen der Operation OPSON XIII wurden von Dezember 2023 bis Mai 2024 bundesweit verschiedene Heidelbeererzeugnisse vor allem aus dem Einzelhandel, Großhandel oder aus Herstellerbetrieben untersucht. Der Schwerpunkt lag auf Obstkonserven und tiefgekühlten Erzeugnissen. In 50 Prozent der insgesamt 70 Proben waren keine Waldheidelbeeren, sondern andere Heidelbeerarten enthalten. Mit 76 Prozent als irreführend beurteilten Proben stellten sich die Obstkonserven als besonders auffällige Warengruppe heraus.

Niedersachsen beteiligte sich als eines von acht aktiv teilnehmenden deutschen Bundesländern mit der Untersuchung von sieben Proben an der Operation OPSON XIII. Die Proben wurden am LAVES Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover nach einer am Landeslabor Berlin-Brandenburg entwickelten Methode mittels MALDI-ToF-Massenspektrometrie untersucht.

Fünf von sechs Proben Waldheidelbeerkonserven wurden als irreführend beanstandet, da in den Konserven anstelle von Waldheidelbeeren andere Heidelbeerarten nachgewiesen wurden. Lediglich eine Probe Waldheidelbeersaft enthielt die Waldheidelbeere Vaccinium myrtillus L. Übereinstimmend mit den Ergebnissen der OPSON XIII-Operation konnte auch im LAVES insbesondere bei Konserven ein hohes Betrugspotential ermittelt werden.

Im Anschluss an die Teilnahme an der OPSON XIII-Operation 2023/2024 „Waldheidelbeeren im Fokus“ wurden im Jahr 2025 am Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover zwei weitere Projekte durchgeführt, um die Authentizität von Waldheidelbeerkonserven beziehungsweise Produkten mit der Kennzeichnung „Waldheidelbeeren“ zu überprüfen.

16 von 17 Waldheidelbeerkonserven (94 Prozent) enthielten andere Heidelbeerarten und wurden aufgrund des fehlenden Nachweises von Waldheidelbeeren als irreführend beanstandet. Nur in einer Probe Waldheidelbeersaft desselben Herstellers wie in der OPSON XIII-Operation konnte die Waldheidelbeere Vaccinium myrtillus L. wie deklariert nachgewiesen werden.

Aufgrund der hohen Beanstandungsquote wird das LAVES weiterhin regelmäßig Waldheidelbeerprodukte auf ihre Echtheit überprüfen.

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