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Woher stammt der Spargel auf dem Teller?

Regionalität liegt im Trend – dies gilt auch für Spargel. Doch lässt sich die Herkunft von Spargel überhaupt überprüfen? Und wie?
Mit einer speziellen Analytik, der Stabilisotopenanalyse, sind im LAVES in den Jahren 2015 bis 2018 insgesamt 190 Spargelproben untersucht worden. Lediglich bei zwei Proben wurden wegen des Verdachts auf falsche Ursprungsangaben Beanstandungen ausgesprochen.
Produkte aus der Region liegen im Trend. Auch beim Saisongemüse Spargel bevorzugen Verbraucherinnen und Verbraucher Regionalität – und bezahlen einen entsprechenden Preis. Oftmals ist Spargel aus Deutschland zu Beginn der Saison aufgrund des geringen Angebots besonders teuer. Durch den Import aus anderen Ländern ist er jedoch das ganze Jahr über zu bekommen. Ist Spargel dadurch anfällig für Fehldeklaration der geografischen Herkunft?

Der Nachweis der geografischen Herkunft gelingt mit Hilfe unterschiedlicher Verfahren der Stabilisotopenanalyse. Die Untersuchung der Stabilisotopenverhältnisse der Bioelemente Sauerstoff, Wasserstoff, Kohlenstoff und Schwefel in verschiedenen Fraktionen des Spargels (Protein, Cellulose und Spargelsaft) lässt in vielen Fällen eine Unterscheidung von Spargel aus Deutschland von Spargel aus dem Ausland unter Anwendung statistischer Modelle zu.

Vor diesem Hintergrund untersuchte das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg in den Jahren 2015 bis 2018 insgesamt 190 Spargelproben mit Hilfe der Stabilisotopenanalyse. Hiervon wurden 35 Proben im Rahmen der NOKO ( siehe Infobox) von den zuständigen Kontrollbehörden entnommen. Die Deklaration der geografischen Herkunft hatte bei 105 Proben einen Bezug zu deutschen, insbesondere aber auch zu niedersächsischen Anbaugebieten. Darüber hinaus wurden 45 Spargelproben mit Herkunftsangabe „Ausland“ (Griechenland, Peru, Spanien, Ungarn und Italien) sowie 40 Referenzproben ( siehe Infobox) mit gesicherter geografischer Herkunft untersucht.

Bei lediglich zwei Spargelproben wurde die Deklaration der geografischen Herkunft „Deutschland“ als irreführend beurteilt und entsprechende Hinweise an die zuständigen Kontrollbehörden ausgesprochen.

Norddeutsche Kooperation (NOKO)
Im Rahmen der "Norddeutschen Kooperation" (NOKO) haben sich die staatlichen Untersuchungseinrichtungen Norddeutschlands, die Aufgaben der Lebensmittel-, Futtermittel- und Bedarfsgegenständeüberwachung sowie der Tiergesundheitskontrolle wahrnehmen, zu einem Untersuchungsverbund zusammengefunden.
Beteiligt sind die Bundesländer Berlin/Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Ein gemeinsames Projekt der Norddeutschen Kooperation zur Herkunftsanalyse von weißem Spargel (2014) finden Sie hier.

Referenzproben
Der Stabilisotopenanalyse stehen in der Lebensmittelkontrolle keine Grenzwerte oder Höchstmengen, wie beispielsweise bei Pflanzenschutzmittelrückständen oder Lebensmittelzusatzstoffen, zur Verfügung. Die Analysemethode ist auf den Vergleich der amtlichen Proben mit authentischem Probenmaterial, das direkt an der Anbaufläche entnommen wird, angewiesen: die Referenzproben.

Die Isotopenwerte des Spargels unterliegen jährlichen Veränderungen. Diese Veränderungen resultieren sowohl aus den jährlich wechselnden Niederschlagsmengen und Temperaturen während der Wachstumsperiode als auch aus Änderungen bei der Düngung.
Die jährlichen Veränderungen machen es notwendig, dass in jedem Jahr erneut Referenzproben zu entnehmen und zu untersuchen sind. Die Entnahme erfolgt direkt an der Anbaufläche. Das ist notwendig um sicherzustellen, dass die Herkunft des Spargels zuverlässig bekannt ist. Je weiter der Spargel auf dem Weg von der Ernte über die Waschanlage, die Lagerung, den Transport bis zum Anbieten für den Verkauf vom ursprünglichen Feld entfernt ist, umso weniger kann er als Referenz für eine bestimmte Herkunft dienen.

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