LAVES Niedersachen klar Logo

Untersuchung von Silagen auf Listerien

Listeria monocytogenes
Listeria monocytogenes - mikroskopisches Bild

Listerien

Bakterien der Gattung Listeria sind in der Umwelt weitverbreitet, insbesondere auch im landwirtschaftlichen Bereich. Von Bedeutung ist die Spezies Listeria monocytogenes, die als Krankheitserreger bei Mensch und Tier vorkommt. Listerien sind stäbchenförmige Bakterien, die äußerst anpassungsfähig sind. Sie stellen nur geringe Nährstoffanforderungen, können sich unter ansonsten optimalen Bedingungen in einem Temperaturbereich von 0°C bis 45°C vermehren und wachsen auch noch unter Luftabschluss. In Deutschland ist die Listeriose eine meldepflichtige Krankheit.

Grassilage
Grassilage

Listerien in Silagen

Auf der Verpackung von Rohmilchkäse findet sich häufig die Angabe "aus silofreier Rohmilch". Durch diese Formulierung wird hervorgehoben, dass die Rohmilch, aus der dieser Käse gewonnen wurde, von Kühen stammt, die nicht mit Silage gefüttert wurden.

Silagen als möglicher Vektor von Listeria monocytogenes (Silage - Rind - Rohmilch - Mensch) werden - insbesondere in den Wintermonaten - gern an Rinder verfüttert. Sie werden aus Grasschnitt oder gehäckselten Maispflanzen hergestellt. Dabei wird das zerkleinerte Pflanzenmaterial verdichtet und anschließend luftdicht abgeschlossen. Die unter diesen Bedingungen aktiven Milchsäurebakterien bewirken eine Säuerung und mikrobielle Stabilisierung der Gras- bzw. Maissilage.

Listeria monocytogenes
Listeria monocytogenes auf PALCAM-Selektivagar

Nicht sachgerecht vergorene oder erdverschmutzte Silagen aber auch verdorbenes Heu sind die häufigste Infektionsquelle für Wiederkäuer mit Listerien. Eine ordnungsgemäße Pasteurisierung tötet Listerien sicher ab. Der Verzehr von Rohmilch und daraus hergestellten Produkten kann jedoch zu einer Infektion mit Listeria monocytogenes führen. Meist nimmt die Erkrankung beim Menschen einen harmlosen Verlauf, der einem grippalen Infekt ähnelt. Jedoch kann die Listeriose insbesondere bei Risikogruppen einen schweren Verlauf nehmen. Im Durchschnitt liegt die Letalität bei ca. 7%. Schwangere können die Infektion an das ungeborene Kind weitergeben.

Untersuchung und Ergebnisse

Im Futtermittelinstitut Stade des LAVES werden fortlaufend Silagen auf Listerien untersucht, um einen Überblick über die mögliche Belastung zu erhalten.

So wurden von 2014 bis Ende 2016 insgesamt 35 Gras- und Maissilagen auf Listerien untersucht. Listeria monocytogenes konnte dabei nicht isoliert werden.

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln