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Kostüme für Kinder: Echt gruselig, aber auch „echte“ Farben?

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Achtung, es sind Geister, Zombies und Hexen unterwegs. Keine Angst, die Rede ist nicht von echten Gruselgestalten. Zu Halloween oder im Karneval schlüpfen vor allem Kinder und Jugendliche gern in angsteinflößende Kostüme, um darin durch die Nachbarschaft zu ziehen und Süßigkeiten einzuheimsen. Wer für den eigenen Nachwuchs oder für sich selbst keine eigene Grusel-Verkleidung bastelt, findet in speziellen Fachgeschäften, Bekleidungsläden oder Discountern eine große Auswahl. Oft in knalligen Farben – beispielsweise giftgrüne Monster oder dunkelrote Teufel.

Doch stecken in diesen knallig-bunten Kostümen wirklich auch „echte“ Farben? Um welche Stoffe handelt es sich genau? Werden die rechtlichen Vorgaben eingehalten? Genau diesen Fragen geht das Institut für Bedarfsgegenstände Lüneburg des LAVES nach. Dort werden regelmäßig Kostüme untersucht.

Einstufung von Kostümen

Für die Untersuchung von Kostümen ist eine Frage von entscheidender Bedeutung: Sind Kostüme als Spielwaren oder als „Bedarfsgegenstand mit Körperkontakt“ einzustufen?

Wenn es sich um ein Kostüm für Kinder handelt, wird es in der Regel als Spielware betrachtet. Es wird davon ausgegangen, dass Kinder es nicht nur zu besonderen Anlässen wie Halloween oder Fasching tragen, sondern es auch häufiger aus der „Verkleidungskiste“ heraus kramen, um damit zu spielen. Kostüme für Kinder müssen demnach auch den rechtlichen Anforderungen an Spielwaren entsprechen und die allgemeinen und besonderen Sicherheitsanforderungen erfüllen. Mehr Informationen dazu gibt es in unserem Artikel Spielzeug – Informationen & Tipps.

Kostüme für Erwachsene werden hingegen als „Körperkontaktmaterial“ eingestuft. Es handelt sich also um „Gegenstände, die dazu bestimmt sind, nicht nur vorübergehend mit dem menschlichen Körper in Berührung zu kommen“. Es wird davon ausgegangen, dass Erwachsene die Kostüme tatsächlich nur zu besonderen Anlässen wie Halloween und Fasching tragen. Die Kostüme müssen dann den rechtlichen Vorschriften für Körperkontaktmaterialien entsprechen.

Farbechtheit

Die Farbechtheitsprüfung von Bekleidungstextilien erfolgt nach der DIN EN ISO 105-E04. Hierbei kommen zwei verschiedene Lösungen zum Einsatz, die den menschlichen Schweiß simulieren sollen. Ein farbiges Stück des Kostüms wird in die Lösungen getaucht und mit weiteren Prüftextilien für eine gewisse Zeit zusammengebracht. Nach dem Trocknen wird überprüft, ob ein Farbübergang auf die Prüftextilien erfolgte und mit einem „Maßstab“ verglichen, um den „Grad der Abfärbung“ festzulegen.

Sofern es zu einer starken Abfärbung gekommen ist, wird der Sache auf den Grund gegangen: Welche Farbstoffe sind es, die dort abfärben und geht von ihnen eine Gefahr aus?

Weitere Informationen zur Farbechtheit gibt es in unserem Artikel Spielzeug für die Kleinsten darf nicht abfärben!

Untersuchungen des LAVES

Im Jahr 2020 wurden 13 Kostüme untersucht. Lediglich bei einer Probe wurde auf die unzureichende Farbechtheit gegenüber Schweiß hingewiesen. Eine weitere Probe wurde aufgrund einer unzureichenden Kennzeichnung und einem unverständlichen Warnhinweis bemängelt.

Tipps für den Kostümkauf

Wer sich ein Kostüm kaufen möchte, sollte dabei einige wichtige Tipps beachten:

  • Ein waschbares Kostüm kaufen und vor dem ersten Tragen waschen

    Damit wird der Gehalt an möglichen gesundheitsgefährdenden Stoffen reduziert. Eine vorherige Reinigung empfiehlt sich, da Kostüme auch durch Transport, bei der Lagerung im Einzelhandel und durch das Anfassen im Laden verschmutzt sein können.

  • Geruchstest machen

    Kostüme, die einen unangenehmen starken chemischen Geruch haben, sollten besser nicht zum Verkleiden verwendet werden.

  • Auf den Vermerk "schwer entflammbar" achten

    Am besten auf Produkte aus Baumwolle zurückzugreifen. Beim Tragen von Kostümen aus Kunststoff ist immer ein sicherer Abstand zu Funken und Flammen einzuhalten.
  • Langen Kordeln, Bänder, Schnüre oder Fransen am Halsbereich vermeiden

    Kinder können damit beim Spielen unlösbar hängen bleiben und schlimmstenfalls ersticken.

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