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Es liegt etwas in der Luft – Raumluftverbesserer und andere Mittel zur Raumbeduftung

Raumbeduftungen als versteckte Allergieauslöser?


Der Handel bietet mittlerweile ein großes Spektrum an Produkten zur Raumbeduftung an und der Markt wächst stetig weiter. Nicht nur im privaten Bereich werden Raumluftverbesserer eingesetzt, sondern zunehmend auch im gewerblichen Bereich (zum Beispiel in Hotels, Geschäften oder Banken). Dabei sollen Düfte unter anderem den Wiedererkennungswert eines Geschäftes erhöhen und verkaufsfördernd wirken, für eine angenehme Atmosphäre und ein positives Einkaufsklima sorgen, den Appetit anregen oder auch unangenehme Gerüche überdecken. Dabei erfolgt die Raumbeduftung im gewerblichen Bereich, bei Kaufhäusern, Banken oder Hotels meist über die Klima- oder Lüftungsanlage.


Das Institut für Bedarfsgegenstände des LAVES hat im Jahr 2017 deshalb 37 Erzeugnisse zur Raumluftbeduftung überprüft.

Raumluftverbesserer und Mittel zur Raumbeduftung

Zur großen Gruppe der Mittel zur Raumbeduftung gehören eine Vielzahl teilweise sehr unterschiedlicher Produkte wie zum Beispiel hochkonzentrierte Duftöle, welche durch Verdünnen mit Wasser in Duftlampen, Beträufeln von getrockneten Pflanzenteilen (Potpourri) oder Dufthölzern zum Einsatz kommen, aber auch Aerosolsprays (zum Teil auch in automatischen Diffusern), Duftkerzen, Räucherstäbchen, Gele für Bad oder WC sowie Saunaaufgüsse. Ferner werden Duftstäbchen verwendet, die zur Duftentfaltung in kleinere Flaschen mit verdünnten Duftölen gestellt werden. Selbst Mülleimer- oder Staubsaugerparfüm sowie Kühlschrank- oder Spülmaschinendeo sind im Handel erhältlich.

In den verschiedenen Produkten können sowohl natürliche als auch synthetische Duftstoffe eingesetzt werden; das Spektrum umfasst insgesamt ca. 2.500 bis 3.000 verschiedene Substanzen. Dabei spielen rund 30 Substanzen - weltweit mit regionalen Unterschieden - grundsätzlich als Duftstoff eine wichtige Rolle. Einzelne Produkte können einige wenige bis zu mehreren hundert Duftstoffe enthalten.
Raumdufterfrischer

Duftstoffe

Zu den weit verbreiteten Duftstoffen gehören beispielsweise Limonen und Citral, beide natürliche Bestandteile von Citrusfrüchten, Linalool, welches in Lavendel enthalten ist, Zimtaldehyd, Hauptaromastoff der Zimtrinde, sowie Eugenol, ein Inhaltstoff von Gewürzen wie Nelken und Piment. Natürliche Duftöle sind zum Beispiel Lemongras- oder Zitronenöl, Blutorange, Eukalyptus, Lavendel, Minze, Rose, Thymian oder Citronella.

Allergien und Unverträglichkeiten

Raumluftverbesserer und andere Mittel zur Raumbeduftung stehen immer wieder in der Diskussion, da aus wissenschaftlicher Sicht noch vieles unklar ist. Zwar ist bereits bekannt, dass einige Duftstoffe bei Hautkontakt mögliche Überempfindlichkeiten (wie Allergien, Reizungen und Unverträglichkeiten) auslösen können, doch wie Duftstoffe über die Atmung auf unseren Körper wirken und welchen Einfluss sie zum Beispiel auf das zentrale Nerven-, das Herz-Kreislauf-, das Immunsystem oder die Atmung haben, ist noch weitgehend unbekannt. Dies geht auch aus Stellungnahmen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) und des Umweltbundesamt (UBA) hervor. Bei empfindlichen Personen kann die ständige Anwesenheit von Duftstoffen, wenn sie eingeatmet werden, zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Reizungen der Augen und Atemwege führen.


Rechtliche Vorgaben

Nach § 2 Abs. 6 Nr. 9 Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) werden Mittel und Gegenstände zur Geruchsverbesserung in Räumen, die zum Aufenthalt von Menschen bestimmt sind, den Bedarfsgegenständen zugeordnet. Neben dem LFGB unterliegen Raumluftverbesserer auf europäischer Ebene der VO (EG) 1272/2008 (CLP) und der VO (EG) 1907/2006 (REACH).

Wegen des allergenen Potenzials besteht derzeit für 26 Duftstoffe ab bestimmten Konzentrationen eine Kennzeichnungspflicht zum Beispiel bei kosmetischen Mitteln und Wasch- und Reinigungsmittel. Im Vergleich dazu besteht bei Raumluftverbesserern und Mitteln zur Raumbeduftung lediglich für zwei der oben genannten 26 allergenen Duftstoffe eine Kennzeichnungspflicht. Zwar sind bestimmte Warnhinweise und Anwendungshinweise rechtlich vorgeschrieben, um einen sicheren Umgang mit diesen Produkten zu gewährleisten, die Verbraucher haben jedoch teilweise keine Möglichkeit, sich über die Inhaltsstoffe der von ihnen genutzten Produkte zu informieren. Insbesondere bei der Anwendung von Raumluftverbesserern in öffentlichen Gebäuden (zum Beispiel Kaufhäuser, Toiletten), welche zudem meist ohne das Wissen des Verbrauchers erfolgt, ist die Informationsweitergabe an den Verbraucher problematisch.

Raumdufterfrischer

Untersuchungen im LAVES

Um die Exposition des Verbrauchers besser einschätzen zu können, wurden im Rahmen des bundesweiten Monitoringprogramms 2017 Raumluftverbesserer und Mittel zur Raumbeduftung untersucht. Auch im Institut für Bedarfsgegenstände Lüneburg des LAVES sind dazu 37 Proben analysiert worden. Erfreulicherweise zeigten sich hierbei nur geringe Auffälligkeiten. Lediglich eine Probe war aufgrund der Überschreitung eines zulässigen Grenzwertes nicht verkehrsfähig gemäß VO (EG) 1907/2006. Drei weitere Proben wiesen Kennzeichnungsmängel gemäß VO (EG) 1272/2009 auf.

In den Jahren 2014 und 2015 wurden 45 Proben Erzeugnisse zur Raumluftbeduftung untersucht.
Insgesamt wurden fünf Proben wegen leichter Kennzeichnungsmängel beanstandet. Grenzwerte wurden erfreulicherweise nicht überschritten.

Raumluftverbesserer und Mittel zur Raumbeduftung werden auch zukünftig im Fokus der amtlichen Überwachung stehen, da die gesundheitlichen Aspekte noch nicht hinreichend bekannt sind.

Weiterführende Links:
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Duftstoffe
Duftöle
Weitere Informationen:

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