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Farbechtheit von Servietten

Kontrollen führen zu Verbesserung der Situtation


Bunte Servietten, passend zum Anlass oder zur Jahreszeit, verschönern so manchen gedeckten Tisch. Papierservietten werden häufig auch dazu verwendet, zum Beispiel ein übrig gebliebenes Stück Kuchen oder ein Brötchen als Wegzehrung einzuwickeln. Dabei ist wichtig, dass Servietten bei Benutzung weder auf die Haut noch auf ein Kontaktlebensmittel abfärben.

Die Farbechtheit von Papierservietten steht daher immer wieder im Fokus der Untersuchungen im Institut für Bedarfsgegenstände Lüneburg.

Was sind Servietten rechtlich gesehen?

Servietten sind gemäß Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB):

  • Bedarfsgegenstände mit Schleimhautkontakt
  • Bedarfsgegenstände mit Lebensmittelkontakt; da sie häufig auch zum Einwickeln von Brötchen, Kuchen und als Unterlage für kalte Platten verwendet werden.

Für Lebensmittelkontaktmaterialien gibt es EU-einheitliche, umfangreiche Rechtsregelungen, die sich in der VO (EG) Nr. 1935/2004 wiederspiegeln. Diese beinhalten, das Lebensmittelkontaktmaterialien

  1. die menschliche Gesundheit nicht gefährden dürfen,
  2. keine unvertretbaren Veränderungen durch Stoffübergänge auf Lebensmittel herbeiführen dürfen,
  3. die organoleptischen (sensorischen) Eigenschaften der Lebensmittel nicht verändern dürfen und
Zudem sind Lebensmittelkontaktmaterialien mit dem Namen und der Anschrift des Herstellers oder eines in der EU niedergelassenen Verkäufers zu kennzeichnen.

Untersuchung auf Farblässigkeit/Farbechtheit von Papierservietten

Durch eine europaeinheitliche Methode (DIN EN 646) werden Normbedingungen für die Prüfung und Bewertung geschaffen.

Nach diesem Verfahren werden die Servietten in Kontakt mit Teststreifen (Glasfaserpapier) gebracht. Diese Teststreifen sind mit Simulanz-Lösungen getränkt, welche verschiedene Lebensmittelgruppen bzw. deren Eigenschaften simulieren.

Simulanz für

Beispiele Lebensmittel

Simulanzlösung

Saure Lebensmittel

Saure Gurken, Früchte

Verdünnte Essigsäurelösung

Alkalische Lebensmittel

Laugengebäck

Alkalilösung mit Natrium- und Kaliumsalzen

Neutrale Lebensmittel

Backwaren, Brötchen ohne Belag

Destilliertes Wasser

Fetthaltige Lebensmittel

Butterkuchen, Sahnestückchen

Pflanzenöl

Tab. 1: Prüfung von Papier, Pappe auf Farbechtheit

Die Aktualisierung der Analysenmethode im März 2017 beinhaltet einige Veränderungen der Prüfbedingungen. Beim aktualisierten Verfahren wird mit einer alkalischen Prüflösung statt mit einem Speichel-Simulanz geprüft. Des Weiteren wird die Prüfdauer je nach Verwendungszweck gewählt und die Anforderungen für die Teststreifen (Glasfaserpapier) wurden präzisiert.

Der Farbübergang wird mit einer Skala von fünf bis eins bewertet. Die Echtheitszahl (EZ) fünf bedeutet keine Abfärbung und die EZ eins zeigt den höchsten Grad an Abfärbungen an.

Zur Auslegung der guten Herstellungspraxis gemäß VO (EG) Nr. 1935/2004 hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Empfehlungen für Materialien mit Lebensmittelkontakt erarbeitet. Danach sollte die Echtheitszahl fünf erreicht werden (Empfehlungen XXXVI: Papiere, Kartons und Pappen für den Lebensmittelkontakt). Servietten, die die Anforderungen der BfR Empfehlungen nicht erfüllen sind nicht nach guter Herstellungspraxis hergestellt worden und werden bemängelt.


Ergebnisse des LAVES: Prüfung der Farbechtheit

Im Jahr 2018 und 2019 wurden im Institut für Bedarfsgegenstände Lüneburg des LAVES insgesamt 36 Servietten auf Ihre Farbechtheit überprüft. Alle Proben waren sowohl im Kurzzeittest (10 Min. Prüfzeit) als auch im Langzeittest (24 Std. Prüfzeit) farbecht.

Bei der Überprüfung von 39 Servietten im Jahr 2017 waren 38 Proben farbecht. Die Beanstandungsquote lag somit bei nur 2,6 Prozent. Nur eine Probe erwies sich in beiden Tests als nicht farbecht. Die positive Probe wurden zusätzlich noch einer Prüfzeit/Kontaktzeit von 4 Stunden unterzogen. Die Serviette, die sich als nicht farbecht erwiesen hat, ist gemäß Artikel 3 Nr. 1 c der VO (EG) Nr. 1935/2004 in Verbindung mit § 31 LFGB aufgrund der Beeinträchtigung organoleptischen Eigenschaften zu bemängeln. Die Serviette ist nicht verkehrsfähig und darf nicht verkauft werden.

Das Gesamtergebnis der letzten Jahre kann im Sinne des Verbraucherschutzes als sehr gut bewertet werden. Im Vergleich dazu zeigte sich bei früheren systematischen Untersuchungen eine Beanstandungsquote von 12,8 Prozent. Die Kontrolle der letzten Jahre zeigt Wirkung.

Prüfung auf primäre aromatische Amine

Des Weiteren erfolgte eine stichprobenartige Überprüfung der Servietten auf freie, primäre aromatische Amine, zu dieser Gruppe gehören auch kanzerogene Stoffe. Freie, primäre, aromatische Amine waren in den untersuchten Servietten nicht nachweisbar. Auch hier zeigte sich eine Verbesserung in der Wahl der Farben im Vergleich zu früheren Untersuchungen.

Weitere Informationen

Bunte Papierservietten mit Frühlingsmotiven   Bildrechte: LAVES
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