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Prof. Dr. Werner von der Ohe verabschiedet sich nach 40 Jahren im Institut für Bienenkunde in den Ruhestand – hohe Anerkennung als Bienenexperte

Dr. Werner von der Ohe Bildrechte: R. Hartmann
Dr. Werner von der Ohe, Leiter des Instituts für Bienenkunde Celle ©R. Hartmann

Er gilt als einer der bedeutendsten Experten für Bienenkunde: Prof. Dr. Werner von der Ohe. Er hat das Institut für Bienenkunde Celle des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) als Institutsleiter maßgeblich geprägt und zu einem einzigartigen Kompetenzzentrum für alle Belange der Bienenhaltung und angrenzender Bereiche wie Umweltmonitoring, Pflanzenschutz sowie Landwirtschaft weiterentwickelt. Der 65-Jährige geht nun nach 40 Jahren im Institut für Bienenkunde in den Ruhestand. Werner von der Ohe ist dank seiner herausragenden praxisorientierten Fachkompetenz und seines unermüdlichen zielgerichteten Engagements für seine Arbeit und für sein Team, ein überaus geschätzter Kollege. Ich wünsche ihm für seinen Ruhestand alles erdenklich Gute“, so Prof. Dr. Eberhard Haunhorst, Präsident des LAVES, anlässlich der Verabschiedung.

Von der Ohe ist Biologe, hat in Hannover studiert und promoviert. Er hat 1981 als wissenschaftlicher Mitarbeiter angefangen, wurde 1990 Laborleiter und übernahm 2000 die Institutsleitung. 2018 wurde er von der Tierärztlichen Hochschule in Hannover nach 14 Jahren Lehrtätigkeit zum Honorarprofessor ernannt.

Die Expertise des Biologen war weit über Deutschlands Grenzen hinaus gefragt. Er war viele Jahre Vorsitzender in der „International Honey Commission“, brachte unter anderem nationale und internationale Fachleute zu Kongressen zusammen, wie beispielsweise 2002 und 2004 in Celle. Experten aus mehr als 30 Nationen kamen nach Niedersachsen. In Arbeitsgruppen beim Deutschen Institut für Normung e.V. (DIN) und beim Europäischen Komitee für Normung (CEN) war er genauso vertreten, wie als langjähriger Vorsitzender in der Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung e.V.

Leuchtturmcharakter: Für die Bekämpfung von Bienenkrankheiten wie der Amerikanischen Faulbrut sowie der zügigen Aufdeckung von Bienenvergiftungen durch Pflanzenschutzmittel hat das LAVES Institut Konzepte entwickelt, die auch für andere Bundesländer von hoher Bedeutung sind. Auf internationaler Ebene hat es die Honiguntersuchung harmonisiert, auf nationaler ein Frühdiagnosetool zur Amerikanischen Faulbrut etabliert, die Prüfung zur Gefährlichkeit von Insektiziden auf Honigbienen optimiert und den Einsatz von Bienen beim Umweltmonitoring entwickelt.

Das Institut in Celle wurde 1927 als Landesinstitut für Bienenforschung gegründet, seit 2004 gehört es zum LAVES und wurde in Institut für Bienenkunde Celle umbenannt. Diese Umstrukturierung wurde vom Niedersächsischen Landtag am 4. November 2003 beschlossen. Das Ziel: „Die Zusammenführung bestehender, gemeinsamer Berührungspunkte bei der lebensmittelrechtlichen Überwachung des Honigs sowie bei der Tierseuchenbekämpfung bei Bienenkrankheiten“.

Von der Ohe hat seit Anfang der 2000er-Jahre die Forschungs- und Entwicklungsbereiche weiter ausgebaut und an neue Erfordernisse angepasst. Die Themengebiete des Instituts reichen von diversen Forschungsthemen, Untersuchung von Honig und Pollen, Krankheitsdiagnose und Entwicklung von Bekämpfungskonzepten über die Prüfung von Pflanzenschutzmitteln auf Bienengefährlichkeit bis hin zur Honig- und Königinnenproduktion. Die Kooperationen mit anderen Institutionen im In- und Ausland sowie mit imkerlichen Verbänden wurden ausgeweitet. Bundesweit ist das LAVES-Institut die einzige Berufsschule für die Ausbildung zu Berufsimkern*innen.

„Die Optimierung der Bienengesundheit auf der Basis neuer Erkenntnisse in den Bereichen Biologie, Genetik, Ökologie von Bienenvölkern. Das umfasst einen noch stärkeren ganzheitlichen Ansatz. Ein wichtiges Ziel sollte für die Zukunft sein, dass die Nahrungsgrundlage für Bienen deutlich verbessert und in der Bienenhaltung der Medikamenteneinsatz auf ein absolutes Mindestmaß reduziert wird“, unterstreicht von der Ohe seine Forderung. Und führt weiter aus: „Mitarbeit sowie Aufstellung von interdisziplinär aufgestellten Arbeitsgruppen war mir immer wichtig. Große Herausforderungen wie Insekten- und Biodiversitätsschutz werden sich nur durch interdisziplinäre Kooperationen lösen lassen.“

Das LAVES ist eine zentrale Behörde des gesundheitlichen Verbraucherschutzes in Niedersachsen. Es ist landesweit zuständig für die Untersuchung und Beurteilung von amtlichen Proben aus allen Prozess- und Produktionsstufen der Lebensmittelkette. Sechs Untersuchungseinrichtungen gehören zum LAVES: die Lebensmittel- und Veterinärinstitute Oldenburg und Braunschweig/Hannover, das Institut für Fische und Fischereierzeugnisse Cuxhaven, das Institut für Bedarfsgegenstände Lüneburg, das Futtermittelinstitut Stade und das Institut für Bienenkunde Celle. Darüber hinaus erfüllt das LAVES mit seinen vier Fachabteilungen unmittelbare Vollzugsaufgaben in den Bereichen Futtermittel- und Tierarzneimittelkontrolle, Ökologischer Landbau sowie Marktüberwachung und berät die kommunalen Behörden in Fragen der Lebensmittelüberwachung, im grenzüberschreitenden Handel, der Tiergesundheit, der Schädlingsbekämpfung und des Tierschutzes.

Weitere Informationen zum Institut für Bienenkunde Celle.
Presseinformationen Bildrechte: © Land Niedersachsen

Artikel-Informationen

erstellt am:
19.02.2021
zuletzt aktualisiert am:
12.04.2021

Ansprechpartner/in:
Hiltrud Schrandt

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