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Ministerin Otte-Kinast: „Gesundheitliche Risiken für Mensch und Tier minimieren“

4. Niedersächsisches Tiergesundheitssymposium im Livestream – Zoonosen und Tierseuchen im Fokus


„Mit rund 2,4 Millionen Rindern, 8,1 Millionen Schweinen und 92 Millionen Geflügel gehört Niedersachsen zu den tierdichtesten Regionen in Deutschland. Damit hat Niedersachsen eine besondere Verantwortung: den Schutz der menschlichen und tierischen Gesundheit zu gewährleisten und gesundheitliche Risiken für beide zu minimieren“, sagte Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast heute zur Eröffnung des 4. Niedersächsischen Tiergesundheitssymposiums. Diese Veranstaltung wird im zweijährigen Rhythmus vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) gemeinsam mit dem Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz organisiert. Fachleute aus Wissenschaft, Bundes-, Landes- und kommunalen Behörden sowie der Wirtschaft halten insgesamt 14 Vorträge. Rund 420 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet sind an den Bildschirmen dabei. „Die Umsetzung des neuen europäischen Tiergesundheitsrechts zur effizienten Bekämpfung von Tierkrankheiten steht dabei ebenso im Fokus wie die Prävention von zoonotischen Erkrankungen und der One-Health-Ansatz“, so Prof. Dr. Eberhard Haunhorst, Präsident des LAVES.

Seit April gilt europaweit das neue Tiergesundheitsrecht – Animal Health Law (AHL). Im Vordergrund des AHL steht ein risikobasierter Ansatz bei der Prävention und der Bekämpfung von Tierseuchen. In der Vorbeugung wird der Biosicherheit und damit der Verantwortung der Tierhalterinnen und -halter immer mehr Bedeutung beigemessen. Die Bekämpfung von Tierseuchen wird flexibler gestaltet, um lokalen Gegebenheiten und Besonderheiten gerecht werden zur können. Der Umsetzung und Anwendung dieses neuen Rechts widmet sich der erste Teil der eintägigen Veranstaltung.

Zoonosen sind Erkrankungen, die zwischen Tieren und Menschen übertragbar sind. Zahlreiche Viren, Bakterien und andere Erreger haben ein zoonotisches Potential. „Um diesen Infektionserkrankungen noch besser vorbeugen zu können, bedarf es eines One-Health-Ansatzes. Also der Zusammenarbeit von Human- und Veterinärmedizin sowie der Umweltwissenschaften“, erläutert Haunhorst. Diesem Ansatz in der Prävention und Bekämpfung von Zoonosen ist ein weiterer Abschnitt des Symposiums gewidmet. Beispielhaft beschäftigen sich Vorträge mit zoonotischen Erregern wie Salmonellen, dem Coronavirus SARS-CoV-2 und Influenzaviren.

Prävention und Bekämpfung aktueller Tierseuchen stehen im Mittelpunkt des letzten Tagungsabschnitts. Wie gelangt das Geflügelpest-Virus in die Ställe? Welche Rolle spielen dabei Wildvögel und andere Vektoren? Diesen Fragen widmen sich Referenten des Friedrich-Löffler-Instituts. Die Klärung dieses „Rätsels der letzten Meile“ ist Voraussetzung für die weitere Verbesserung der Biosicherheit. Beim bisher größten Seuchenzug der Geflügelpest in Niedersachsen mussten von November 2020 bis Mai 2021 mehr als eine Million Tiere getötet werden. Insgesamt 71 Ausbrüche wurden festgestellt.

Ein erster Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) wurde im September 2020 bei einem Wildschwein in Brandenburg festgestellt. Seither breitet sich diese, für den Menschen ungefährliche, aber für Schweine in der Regel tödliche Erkrankung in der Wildschweinpopulation Brandenburgs und Sachsens aus. Die Erfahrungen aus der Bekämpfung der ASP in diesen Bundesländern leisten einen wichtigen Beitrag für die Prävention in Niedersachsen.

Das Tiergesundheitssymposium dient amtlichen und praktizierenden Tierärztinnen und Tierärzten sowie Interessierten aus fachlich verwandten Bereichen wie Umwelt, Landwirtschaft und Gesundheit als Fortbildungsveranstaltung und als Erfahrungsaustausch. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse und in der Praxis erprobte Modelle der Tiergesundheit und des Tierseuchenkrisenmanagements sollen weitergegeben und bekannt gemacht werden. Dies gilt nicht nur für den Bereich der klassischen Nutztierhaltung, sondern auch für besondere Bereiche wie die Fisch- und Bienenzucht.


Presseinformationen Bildrechte: © Land Niedersachsen

Artikel-Informationen

erstellt am:
24.06.2021

Ansprechpartner/in:
Dr. Silke Klotzhuber

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