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Höchste Hygienestandards beim Lebensmittel Fisch – anspruchsvolle Anforderung an die amtliche Kontrolle

LAVES Institut für Fische und Fischereierzeugnisse Cuxhaven bietet Fort-bildung bundesweit an


Fische, Krebs- und Weichtiere gehören zu den empfindlichsten Lebensmitteln. Bei Aufzucht, Verarbeitung und Lagerung sind höchste Hygienestandards einzuhalten und die verpflichtenden Eigenkontrollen durch die Lebensmittelunternehmen sind dabei von besonderer Bedeutung. Doch unerlässlich bleibt die amtliche Lebensmittelkontrolle, die überprüft ob diese gesetzlichen Verpflichtungen auch eingehalten werden. Die Anforderungen an die amtliche Kontrolle in diesem Spezialbereich der Lebensmittelproduktion sind anspruchsvoll. Deshalb hat das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES), Institut für Fische und Fischereierzeugnisse (IFF) Cuxhaven, auch in diesem Jahr zu einem Fortbildungsseminar für Lebensmittelkontrolleurinnen und -kontrolleure eingeladen. Dieses zweitägige Seminar wird erstmalig als Online-Veranstaltung angeboten: mehr als 40 Teilnehmende aus dem gesamten Bundesgebiet werden sich dafür zusammenschalten.

Das Themenspektrum ist breit gefächert. Im Mittelpunkt der Tagung steht die Vorstellung und Diskussion von Konzepten für amtliche Kontrollen von Betrieben, die Fische, Krebs- und Weichtiere in unterschiedlicher Form zu Lebensmitteln verarbeiten sowie aktuelle Gefahrenpotentiale und Risiken bei ausgewählten Herstellungsprozessen und Produkten. Es werden Vorträge mit starkem Praxisbezug zu rechtlichen und praktischen Fragen der Untersuchung und der Überwachung gehalten. „Unser besonderes Augenmerk gilt den Lebensmittelsicherheits-, Täuschungs- und Qualitätsansprüchen“, erläutert Dr. Edda Bartelt, Leiterin des Instituts für Fische und Fischereierzeugnisse Cuxhaven. Deshalb wird komplexen Themen, wie beispielsweise „Aktuelle Fragestellungen zu mikrobiellen und chemischen Risiken“, breiten Raum für dieses Seminar gegeben.

Die meisten Verstöße in der Lebensmitteluntersuchung werden bei der Kennzeichnung festgestellt. Oder Verbraucherinnen und Verbraucher werden getäuscht – Stichwort „food fraud“. Das ist beispielsweise der Fall, wenn einem Frischfisch Fremdwasser zugesetzt wird. Der unerlaubte Zusatz von Carbonaten erhöht das Wasserbindungsvermögen und damit das Gewicht des Fischfilets. Anderes Beispiel: Thunfisch kann mit nitrathaltigen Pflanzenextrakten behandelt worden sein, wodurch die rote Farbe bestehen bleibt, unabhängig von der Frische und dem Alter des Fisches. „Nach einer solchen Behandlung ist es für Verbraucherinnen und Verbraucher nahezu unmöglich, ein frisches von einem nicht mehr ganz frischen oder verdorbenen Erzeugnis zu unterscheiden“, so die Institutsleiterin. Diesen Fragen wird in Vorträgen wie „Farbstabilisierende Substanzen in Fischereierzeugnissen“, nachgegangen.

Ein zentraler Gesichtspunkt ist nach wie vor die Beachtung der geltenden Hygieneanforderungen, die schon bei der Aufzucht von Fisch greifen und ebenso die spätere sachgerechte Verarbeitung und Lagerung betreffen. Mit dieser Thematik beschäftigt sich unter anderem der Vortrag „Hygienemanagement beim Fischfang und in der Aquakultur – Lebensmittelsicherheit beginnt beim lebenden Tier“.

Da in diesem Jahr die praktischen Übungen und Besichtigungen von fischverarbeitenden Betrieben coronabedingt ausfallen müssen, werden die „Vorträge noch praxisbezogener ausgestaltet, das heißt noch mehr Erläuterungen und Details zu den Anforderungen der Probenahme oder auch zur Bewertung und Umsetzung vor Ort“, so Edda Bartelt.

Weitere Fachvorträge sind unter anderem „Rückstände von Tierarzneimitteln und anderen pharmakologisch wirksamen Substanzen“ im Lebensmittel Fisch oder „Schwermetalle in Fischen, Krebs- und Weichtieren“, „Risikoorientierte Untersuchung von Fischen und Fischereierzeugnissen“ oder auch die Radioaktivitätsuntersuchungen.

Nähere Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter Veranstaltungen.

Presseinformationen Bildrechte: © Land Niedersachsen

Artikel-Informationen

erstellt am:
04.05.2021

Ansprechpartner/in:
Hiltrud Schrandt

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