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Pflanzenschutzmittelrückstände in Rosinen

Ergebnisse aus dem 4. Quartal 2014


Zusammenfassung

Im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg wurden im Jahr 2014 insgesamt 14 Rosinenproben auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln untersucht.

Alle Proben wiesen Rückstände auf. In einer Probe konnten 26 verschiedene Wirkstoffe nachgewiesen werden. Rückstande oberhalb der gesetzlich festgelegten Höchstgehalte wurden in keiner Probe festgestellt.

Rosinen, Sultaninen und Korinthen

Rosinen ist der Oberbegriff für alle getrockneten Weinbeeren. Im Wesentlichen unterscheidet man drei Sorten:

1. Korinthen werden aus dunklen Weinbeeren hergestellt. Es handelt sich dabei um sehr kleine, kernlose Früchte, die im reifen Zustand eine schwarzbraune bis schwarzblaue Farbe haben. Die Korinthe wurde nach der griechischen Stadt Korinth benannt, in deren Gegend diese Traube bevorzugt angebaut wird.

2. Sultaninen haben eine helle Schale, sind ebenfalls kernlos und werden z. B. aus der Sultana-Traube gewonnen. Sultaninen sind recht groß und schmecken besonders süß.

3. Traubenrosinen sind kernhaltig, großbeerig und meist mit Stiel.

Im 4. Quartal 2014 wurden im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg des LAVES insgesamt 14 Proben Rosinen auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht.

3 Proben stammen aus der Türkei. In 11 Fällen war das Ursprungsland der zur Rosinenherstellung verwendeten Trauben nicht bekannt (siehe Abbildung 1).

Abbildung 1  
Abbildung 1: Ergebnisübersicht der untersuchten Rosinenproben; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff.

In allen untersuchten Rosinenproben wurden Rückstände von Pflanzenschutzmitteln bestimmt. Überschreitungen der rechtlich festgelegten Höchstgehalte konnten in keiner Probe nachgewiesen werden. Für Rosinen gibt es keine gesondert festgelegten Höchstgehalte, sondern die Höchstgehalte für die Tafeltrauben werden zur Beurteilung herangezogen. In der Regel wird bei Rosinen ein Trocknungsfaktor von 5 für die Berechnung verwendet, da eine Trocknung der Trauben eine Aufkonzentrierung der Rückstandsgehalte bewirkt.

Abbildung 2  
Abbildung 2: Mehrfachrückstände in den Rosinenproben; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff.

In Abbildung 2 ist die Anzahl der Rosinenproben mit Mehrfachrückständen dargestellt. 93 % der Proben enthielten Mehrfachrückstände (mehr als 2 Rückstände in einer Probe). In einer Rosinenprobe wurden bis zu 26 verschiedene Wirkstoffe nachgewiesen. Eine Ursache für diese hohe Anzahl an Mehrfachrückständen kann aus der Vermischung unterschiedlich behandelter Traubenchargen, die zur Rosinenherstellung verwendet werden, resultieren.

Abbildung 3  
Abbildung 3: Nachgewiesene Pflanzenschutzmittelrückstände in den Rosinenproben; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff.

Bei der Untersuchung der Rosinenproben wurden insgesamt 40 verschiedene Wirkstoffe in den Proben nachgewiesen. Am häufigsten wurden die Fungizide Boscalid und Metalaxyl bestimmt.

Fazit:

Alle Rosinenproben wiesen Rückstände von Pflanzenschutzmitteln auf. Auffällig war die zum Teil sehr hohe Anzahl an Rückständen pro Probe, wenn auch in keiner Probe Überschreitungen der rechtlich festgelegten Höchstgehalte festgestellt wurden. Insgesamt gehören die Rosinen auch weiterhin zu den stärker mit Pflanzenschutzmittelrückständen behafteten Trockenfrüchten.

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