LAVES Niedersachen klar Logo

Faulbrutuntersuchungen zur Erhaltung des Bienenbestandes

Die Amerikanische (Bösartige) Faulbrut gefährdet seit einigen Jahren den Bienenbestand in der Bundesrepublik Deutschland. Nur bei frühzeitiger Diagnose ist es möglich, ein befallenes Bienenvolk zu retten. Die Untersuchungen von Futterkranz- und Honigproben auf Sporen des Erregers (Paenibacillus larvae larvae) ermöglichen dies. Schon kleinste Erregermengen können nachgewiesen werden, noch bevor das Bienenvolk sichtbar erkrankt.

Die Faulbrut ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Es gehört zu den Aufgaben der Veterinärämter ihre Ausbreitung zu verhindern. Dazu nehmen sie amtliche Proben aus Bienenbeständen in ganz Niedersachsen und schicken sie zur Untersuchung an das Futtermittelinstitut Stade. 6.303 Honigproben und 914 Brutwaben sind in diesem LAVES-Institut zwischen 1999 und 2003 untersucht worden.

Die Ergebnisse der Untersuchungen von Honigproben oder Bienewaben werden an die Veterinärämter der Landkreise weitergeleitet, die dann entsprechende Maßnahmen einleiten, wie z.B. Sperrbezirke einrichten bzw. aufheben oder Gesundheitszertifikate für Wanderimker erteilen.

Eine Ausbreitung der Krankheit auf alle Bienenbestände und große Verluste an Bienenvölkern konnten so bisher vermieden werden. Da bei ungefähr einem Drittel der eingesandten Proben (1.667 Honigproben und 466 Brutwaben) Faulbruterreger nachgewiesen wurden, werden die Untersuchungen auch in diesem Jahr fortgeführt. Ein gewisser Anteil an Proben wird wohl auch positiv bleiben, denn das Andauern der Faulbrut begründet sich in den Lebensgewohnheiten der Bienen.

Die Methode zum Nachweis der Sporen des Erregers in Honigproben wurde vom Bieneninstitut des LAVES in Celle entwickelt. Das Celler Institut führt ein Faulbrut-Monitoring durch.

Die Erhaltung der Bienengesundheit ist nicht nur wichtig, weil in Deutschland jährlich 90.000 Tonnen Honig verbraucht, davon aber nur 20% im Inland erzeugt werden. Im Alten Land, dem Obstanbaugebiet südöstlich von Stade, zeigt sich auch der indirekte Nutzen der Honigbiene. Hier stehen auf 14.300 Hektar Anbaufläche drei Millionen Obstbäume, die ohne die Blütenbestäubung durch die dazu aufgestellten 4.000 Bienenvölker keinen Ertrag bringen würden.

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln