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Tierimpfstoffe

Tierimpfstoffe enthalten abgeschwächte oder abgetötete Krankheitserreger und werden zur Prophylaxe gegen weit verbreitete Tierkrankheiten bei Heim- und Nutztieren eingesetzt.

Eine Schutzimpfung stellt eine kontrollierte künstliche Infektion dar, die keine oder nur eine geringe Impfreaktion auslöst. Die Tiere erkranken nicht, jedoch lernt der Körper gegen die Erreger Antikörper zu bilden. So ist er gegen spätere natürliche Infektionen geschützt.

Tierimpfstoffe sind insbesondere zur Prophylaxe gegen Viruserkrankungen von Bedeutung, da diese bislang noch nicht mit Tierarzneimitteln behandelt werden können. Aber auch Impfungen gegen bakterielle bzw. sogar parasitäre Erkrankungen gewinnen an Bedeutung, da so der Einsatz von Tierarzneimitteln bei Nutztieren reduziert werden kann.

Tierimpfstoffe gehören zwar einerseits zu den Arzneimitteln, werden andererseits aber durch das Tiergesundheitsgesetz reglementiert. Aus Gründen der Tierseuchenbekämpfung kann die Anwendung von Impfungen gegen anzeigepflichtige Tierkrankheiten angeordnet oder verboten werden.

Die Vorschriften für die Herstellung von Impfstoffen sind besonders streng, da bei der Herstellung mit lebenden Krankheitserregern gearbeitet wird. Tierimpfstoffe bedürfen nicht nur einer Zulassung, sondern jede hergestellte Charge eines zugelassenen Tierimpfstoffes muss nochmals durch die zuständige Behörde freigegeben werden. Für diese Aufgaben ist das Paul-Ehrlich-Institut zuständig. Dieses Institut veröffentlicht regelmäßig eine Liste aller in Deutschland zugelassenen Tierimpfstoffe.

In Ausnahmefällen dürfen Tierimpfstoffe ohne Zulassung nur für die Verwendung in einem bestimmten Tierbestand hergestellt werden. Diese Tierimpfstoffe dürfen nur mit Erregern aus diesem Tierbestand hergestellt werden und dürfen nur inaktivierte Erreger enthalten. In diesen Fällen spricht man von bestandsspezifischen Tierimpfstoffen.

Seit Mai 2009 ist das LAVES für die Überwachung der Einführer, Hersteller, Prüflabore und Großhändler von immunologischen Tierarzneimitteln und In-vitro-Diagnostika gemäß § 2 Nr. 17 des Tiergesundheitsgesetzes zuständig, Immunologische Tierarzneimittel schließen neben Tierimpfstoffen bestimmte Sera und Antigene zur Anwendung bei Tieren ein.

Grundsätzlich dürfen immunologische Tierarzneimittel nur durch den Tierarzt angewendet werden. Mit Inkrafttreten der Tierimpfstoff-Verordnung zum 31.10.2006 kann allerdings ein gewerbsmäßiger oder berufsmäßiger Tierhalter immunologische Tierarzneimittel anwenden, wenn sein betreuender Tierarzt dies vor der Abgabe des immunologischen Tierarzneimittels bei der zuständigen Behörde angezeigt hat und darüber hinaus noch weitere Bedingungen erfüllt sind (§ 44 Tierimpfstoff-Verordnung).

Zuständige Behörde für die Entgegennahme von Anzeigen gemäß § 44 Tierimpfstoff-Verordnung sind in Niedersachsen die Landkreise, kreisfreien Städte und die Region Hannover.

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