LAVES klar

Aktuelles zum Thema Tierarzneimittel


Informationen zum EU-Heimtierausweis für Tierärzte

Aufgrund der EU-Vorschriften muss für den grenzüberschreitenden Transport von Katzen, Hunden und Frettchen innerhalb der EU grundsätzlich ein Heimtierausweis mitgeführt werden.

Der Pass muss dem Tier eindeutig zugeordnet werden können, für Tiere, die seit dem 3. Juli 2011 neu zu kennzeichnen sind, ist die Kennzeichnung mit einem Mikrochip in Niedersachsen Pflicht.

Die Heimtierausweise können von einem niedergelassenen Tierarzt ausgestellt werden, der durch die zuständige Behörde dafür ermächtigt wurde.

Die Ermächtigung der Tierärzte ist zukünftig an eine Registrierung in der zentralen Hi-Tier-Datenbank gebunden. Die Tierärzte erhalten auf Antrag eine Registriernummer und Zugangsdaten zugeteilt, so dass sie auf die entsprechenden Module im Hi-Tier-System zugreifen können.

Die zuständigen Behörden für die Ermächtigung sind die Landkreise und kreisfreien Städte.

Bei dem Ausfüllen sind die Ausfüllhinweise der EU in Anhang III, Teile 1 und 2 der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 577/2013 zu beachten.

Die Eingabefelder sind ausschließlich durch den ermächtigten Tierarzt auszufüllen. Dies gilt auch für die Übertragung von Daten in den Heimtierausweis ohne Durchführung der Tollwutimpfung oder bei deren Auffrischimpfung.

Die Implantation von Transpondern muss vor Erstausstellung des Heimtierausweises erfolgt sein.

Andere Eintragungen als die genannten dürfen auch von nicht ermächtigten Tierärzten erfolgen.

Auf die Dokumentationspflichten nach EU-Recht wird hingewiesen:

Alte Ausweise, die vor dem 28.12.2014 ausgestellt wurden, behalten ihre Gültigkeit.

Eintragungen mit Datum und Uhrzeit sind nur dort vorzunehmen, wo die Angabe der Uhrzeit auch vorgesehen ist.

Die Uhrzeit muss danach nur bei Behandlungen gegen Echinococcus und Behandlungen gegen andere Parasiten in den Heimtierausweis eingetragen werden.

Die Uhrzeit ist weder bei der Implantierung der Transponders noch bei der Tollwutimpfung notwendig.

Der Impfstoff darf jedoch erst nach Anbringung des Transponders verabreicht werden.

Bei der Tollwutimpfung ist zu beachten, dass ein wirksamer Impfschutz vorliegt, wenn nach Abschluss der Grundimmunisierung diese längstens den Zeitraum zurückliegt, der für den Impfstoff für eine Wiederholungsimpfung angegeben ist.

Für die Gültigkeitsdauer kann längstens die Impfschutzdauer angegeben werden, die laut Gebrauchsanweisung für den jeweiligen Impfstoff gilt.

Die Eintragung der Gültigkeitsdauer ist in Abschnitt V zusammen mit der Impfdatum anzugeben. Es dürfen nur Impfstoffe in Deutschland verwendet werden, die auch in Deutschland zugelassen sind.

Der Tierarzt kann aus fachlichen Gründen eine kürzere Gültigkeitsdauer festlegen.

Ein fachlicher Grund kann die Auswahl von bestimmten Kombinationsimpfstoffen sein, für die weitere Auswahlfaktoren eine Rolle spielen, denen die mögliche Gültigkeitsdauer der Tollwutkomponente nachgeordnet ist.

Zu berücksichtigen ist, dass die Impfstoffe nicht frei kombinierbar sind, sondern die Komponenten entsprechend ihrer Zulassung auszuwählen sind.

Einträge in alten Ausweisen sollten analog zur neuen Bestimmung so vorgenommen werden, dass eine nachträgliche Manipulation nicht möglich ist bzw. zum Unbrauchbarwerden des Ausweises führt. Von der EU wird ebenfalls die Variante mit einer Laminierung vorgeschlagen. Möglich ist auch ein Abzeichnen bzw. Abstempeln der entsprechenden Aufkleber.

Eine Übertragung von Impfeinträgen aus dem alten EU- Heimtierausweis in das neue Format ist nicht notwendig, der alte Ausweis behält seine Gültigkeit, wenn er vor dem 28.12.2014 ausgestellt wurde.

Ein Übertragen der Tollwutimpfungen aus den „gelben Impfausweisen" erübrigt sich, da diese Impfungen gemäß der neuen EU-Verordnung keine Gültigkeit mehr besitzt.

Eine Tollwutimpfung ist gemäß Anhang lll Nummer 2 Buchstabe d der VO(EU) Nr.566/2013 nur dann gültig, wenn diese nicht vor dem Zeitpunkt des im Heimtierausweis anzugebende Ablesedatum der Identifikation „Chip oder Tätowierung" (sofern das Tier vor Juli 2011 tätowiert wurde) liegt. Dadurch entfällt eine Übertragung von Tollwutimpfungen aus gelben Impfausweisen in einen neuen Heimtierausweis.

Von Bestimmungsgebieten oder -drittländern können Angaben über sonstige Behandlungen gegen Parasiten und sonstige Impfungen (Abschnitte Vlll bis Xl) verlangt werden. Es kann nicht gesagt werden, ob ein Übertragen der Daten, welche vor dem Datum der Tieridentifikation liegen, von diesen Ländern akzeptiert wird und unterliegt einer jeweiligen Einzelbetrachtung.

Der ermächtigte Tierarzt muss beim erstmaligen Ausstellen des Heimtierausweises die Identität des Tieres überprüfen und in den Heimtierausweis eintragen. Gemäß Artikel 21 Absatz 1 Buchstabe a kann auch der Zeitpunkt des Ablesens eingetragen werden. Der Ort und die Angaben der Tätowierung müssen angegeben werden.

In der Verordnung wird nicht erwähnt, ob das Tier bereits vor dem Ausstellen des Heimtierausweises in der Praxis des ermächtigten Tierarztes bekannt sein muss.

Über Korrekturen bei Fehleinträgen sind in den Verordnungen keine Angaben gemacht worden. Die Korrektur muss deutlich mit Datum und Unterschrift gekennzeichnet werden. Falls es erforderlich sein sollte, müssen ganze Einträge gestrichen werden. Eine Korrektur mittels Tippex, Radiergummi oder ähnlichen sollte nicht vorgenommen werden.

In den neuen Heimtierausweisen lässt sich nur ein einmaliger Besitzerwechsel einzutragen, daher muss bei mehr als einem Besitzerwechsel ein zweiter Heimtierausweis ausgestellt werden.

Gemäß Artikel 22 Absatz 4 der VO(EU) Nr. 576/2013 kann bei Bedarf mehr als ein Heimtierausweis mit den erforderlichen Einträgen (Name und Kontaktinformation des ermächtigten Tierarztes, Angaben über die Tollwutimpfung, Zeitpunkt der Blutabnahme für die Titrierung von Tollwutantikörpern und Erhaltung der Gesundheitsmaßnahmen zur Vorbeugung gegen andere Krankheiten oder Infektionen als Tollwut) ausgestellt werden.

Welpen müssen mindestens 12 Wochen alt sein, wenn sie den Tollwutimpfstoff erhalten.

Die Tollwutimpfung muss mindestens 21 Tage vor Grenzübertritt erfolgen.

Welpen dürfen nur ab einem Alter von 15 Wochen in die EU ein- bzw. durchreisen, nachdem sie mit 12 Wochen gegen Tollwut geimpft worden sind, da der wirksame Impfschutz frühestens nach 21 Tagen ausgebildet ist.

Für Hunde, Katzen und Frettchen, welche aus einem Drittland eingeführt werden sollen, in dem eine Antikörperbestimmung vorgeschrieben ist, ist nur noch über bestimmte Einreiseorte möglich.

Weitere Informationen können Sie auf folgenden Seiten erhalten:

Rechtsgrundlagen:

Informationen für Tierhalter:



Tierarzneimittel aus dem Internet

Seit dem 31. Mai 2011 ist der Versandhandel von Arzneimitteln für Tiere möglich. Doch es ist nicht alles erlaubt, was im Internet angeboten wird. Die Übersicht "?" stellt die wichtigsten Regeln für den Versand von Arzneimitteln für Tiere zusammen und steht auf dieser Seite zum Download bereit.

Besonders zu beachten ist, dass keine Arzneimittel für Pferde über den Versandhandel bezogen werden dürfen!

Tierarzneimittel können legal auch nur aus den EU-Mitgliedstaaten bezogen werden, deren Standards für den Versandhandel mit Tierarzneimitteln durch die zuständigen Bundesministerien als vergleichbar mit den entsprechenden deutschen Standards anerkannt werden und im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Z.Zt. sind nur das Vereinigte Königreich und Tschechien im Bundesanzeiger gelistet. Aus Tschechien dürfen allerdings keine verschreibungspflichtigen Arzneimittel bezogen werden. Ob weitere EU-Mitgliedstaaten im Bundesanzeiger veröffentlicht werden, bleibt abzuwarten. Allerdings müssen auch die aus diesen Staaten bezogenen Tierarzneimittel in Deutschland zugelassen und in deutscher Sprache gekennzeichnet sein!



Leitfaden des BMEL für die orale Anwendung von Tierarzneimitteln im Nutztierbereich über das Futter oder das Trinkwasser (Stand Mai 2014)

Im Nutztierbereich kann die orale Anwendung von Tierarzneimitteln mit Fütterungsarzneimittel (FüAM) oder durch oral anzuwendende Fertigarzneimittel (OAF) erfolgen. FüAM bestehen aus einer Arzneimittelvormischung und einem Futtermittel und dürfen nur in Betrieben hergestellt werden, die über eine arzneimittelrechtliche Erlaubnis zur Herstellung dieser Arzneimittel verfügen. Wesentlich für die Herstellung von FüAM ist, dass sie homogen und in der angegebenen Konzentration in das Futtermittel eingemischt werden. Ihre Herstellung ist in den vergangenen Jahren allerdings stark rückläufig. Der Einsatz von OAF ist hingegen stark gestiegen. Diese OAF können vom Tierarzt allerdings nur abgegeben werden, wenn er sich von der Möglichkeit einer ordnungsgemäßen Anwendung in der Tierhaltung überzeugt hat.

Wie kam es zu dem Leitfaden?

Der wurde in 2009 erstellt, um der aktuellen Entwicklung in der oralen Behandlung von Nutztierbeständen Rechnung zu tragen.

Von wem wurde der Leitfaden erstellt?

Er wurde von einer Arbeitsgruppe im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Konsens erstellt und aktuell in 2013 überarbeitet. In dieser Arbeitsgruppe waren neben dem BMEL Vertreter der Überwachungsbehörden der Länder, der Industrie, der tierärztlichen Bildungsstätten, der Tierärzte und der Tierhalter vertreten.

An wen richtet sich der Leitfaden?

Der Leitfaden richtet sich an Tierärzte und Tierhalter und erläutert die rechtlichen Zusammenhänge beim oralen Einsatz von Arzneimitteln bei Nutztieren. Es werden die Schritte von der Auswahl des Arzneimittels bis zur Verabreichung und Kontrolle des Behandlungserfolgs beschrieben und die Verantwortlichkeiten von Tierarzt und Tierhalter für die einzelnen Schritte dargelegt.

Welches Ziel hat der Leitfaden?

Ziel des Leitfadens ist u. a. die Verschleppung von Arzneimittelrückständen in andere - nicht zu behandelnde - Tiergruppen zu vermeiden sowie in jedem Fall sicherzustellen, dass jedes behandlungsbedürftige Tier die Arzneimittelmenge erhält, die es therapeutisch benötigt. Der Leitfaden sieht auch vor, dass die erste Verabreichung der OAF durch Tierarzt und Tierhalter gemeinsam erfolgt.

Welche Rolle spielen die Merkblätter des Leitfadens?

Die Merkblätter für den Tierhalter zur Anwendung von oral anzuwendenden OAF über das bzw. mit Dosiergeräten sind das Herzstück des Leitfadens. Sie sehen u. a. die gründliche Reinigung der Fütterungs- und Tränkeeinrichtungen nach jeder Arzneimittelverabreichung vor.

Der Leitfaden mit seinen zwei Merkblättern kann auf dieser Seite heruntergeladen werden.

Gibt es schon Dosiergeräte, die nach der DIN-Norm geprüft sind?

Seit Dezember 2010 ist die DIN-Norm 10529-1 unter dem Titel „Dosiersysteme für die orale Verabreichung von pulverförmigen oder flüssigen Fertigarzneimitteln bei Nutztieren - Teil 1: Dosiersysteme für pulverförmige Fertigarzneimittel zur Verabreichung über mehlförmiges Futter" veröffentlicht.

Seit August 2013 ist die DIN-Norm 10529-2 unter dem Titel „Dosiersysteme für die orale Verabreichung von pulverförmigen oder flüssigen Fertigarzneimitteln bei Nutztieren - Teil 2 Dosiersysteme für flüssige Fertigarzneimittel zur Verabreichung über Trinkwasser" veröffentlicht.

Beide Normen können beim Deutschen Institut für Normung e. V. bestellt werden.

Gibt es einen Plan für Tierhalter zum Risikomanagement von oral anzuwendenden Arzneimitteln?

Zugleich mit dem Leitfaden und den Merkblättern wurde bereits 2009 ein Plan für ein „" erstellt, das zunächst allerdings nicht mit in den Leitfaden aufgenommen wurde. Aus Sicht der Überwachungsbehörden stellt dieser Plan allerdings eine gute Anleitung für Tierarzt und Tierhalter dar, Futter- und Tränkesysteme vor Verschleppungen von Arzneimitteln zu schützen. Anlässlich der Überarbeitung des Leitfadens wurde dieser Plan jetzt als Anlage in den Leitfaden mit aufgenommen und kann ebenfalls auf dieser Seite heruntergeladen werden. In diesem Zusammenhang muss auch beachtet werden, dass Verschleppungen von Arzneimitteln in Futtermittel für Tiergruppen, die nicht mit Arzneimitteln behandelt werden sollen, Cross Compliance relevant sein können und entsprechend verhindert werden müssen.



Einsatz von Klauenbädern in landwirtschaftlichen Betrieben

In der Vergangenheit ist wiederholt über den Einsatz von Klauenbädern sowohl unter fachlichen als auch rechtlichen Gesichtspunkten diskutiert worden. Zur Klärung der rechtlichen Gesichtspunkte hat der DLG-Ausschuss für Klauenpflege - und hygiene unter Vorsitz von Herrn Dr. Landmann (LVA Echem) bundesweit Behörden und Institutionen zur rechtlichen Bewertung von Klauenbädern befragt. Das LAVES wurde gebeten die Stellungnahmen gemeinsam mit dem Ausschuss in einem Leitfaden zusammenzufassen. Im Juni 2009 wurde der Leitfaden ""Klauenbäder - Einsatz im Landwirtschaftlichen Betrieb" erstellt und veröffentlicht. Er soll dafür sorgen Rechtssicherheit bei den Tierhaltern im Umgang mit Klauenbädern zu schaffen. Der Leitfaden kann ebenfalls auf dieser Seite heruntergeladen werden, zugleich mit einer Übersicht über die Informationen, die einem Biozid beigefügt sein müssen.

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln