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Pflanzenschutzmittelrückstände in Erdbeeren aus dem Ausland

Insgesamt 53 Proben Erdbeeren aus dem Ausland, hauptsächlich aus Spanien, wurden im März und April 2015 auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln untersucht. Eine Probe war rückstandsfrei. Höchstgehaltsüberschreitungen traten in den Proben nicht auf. In 96 % der Proben wurden Mehrfachrückstände nachgewiesen.

Im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg des LAVES wurden im März und April 2015 insgesamt 53 Proben konventionell erzeugte Erdbeeren aus dem Ausland auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht. 49 Erdbeerproben kamen aus Spanien, 2 Proben aus Marokko und zwei aus den Niederlanden.

Die Ergebnisse der Rückstandsuntersuchungen sind in Abbildung 1 zusammengefasst.

Abbildung 1  
Abbildung 1: Ergebniszusammenfassung der Erdbeerproben; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff.

Lediglich in einer spanischen Probe wurden keine Pflanzenschutzmittelrückstände nachgewiesen. Höchstgehaltsüberschreitungen traten in den Erdbeerproben nicht auf.

Abbildung 2  
Abbildung 2: Anzahl der Mehrfachrückstände in den Erdbeerproben; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff.

In Abbildung 2 ist die Anzahl der nachgewiesenen Rückstände dargestellt. Mehrfachrückstände, d. h. mehr als ein Wirkstoff je Probe, wurden in 96 % der untersuchten Erdbeeren bestimmt. Hauptsächlich wurden 3 bis 6 Wirkstoffe in den Proben nachgewiesen. Zwei spanische Erdbeerproben enthielten acht und eine weitere Probe aus Spanien neun verschiedene Wirkstoffe.

Abbildung 3  
Abbildung 3: Häufigkeit nachgewiesener Pflanzenschutzmittelrückstände in Erdbeeren; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff.

Abbildung 3 zeigt das Wirkstoffspektrum der in den Proben nachgewiesenen Pflanzenschutzmittelwirkstoffe. Insgesamt wurden 37 verschiedene Wirkstoffe in den untersuchten Proben nachgewiesen.

Am häufigsten wurde Phosphonsäure (44x) bestimmt. Rückstände von Phosphonsäure können durch die Anwendung des fungiziden Pflanzenschutzmittelwirkstoffes Fosetyl, der z. B. gegen Pflanzenkrankheiten wie den Falschen Mehltau eingesetzt wird, sowie durch den Einsatz von im Bioanbau erlaubten Phosphordüngern und Pflanzenstärkungsmitteln auftreten.

Perchlorat wurde in 31 Proben bestimmt. Perchlorate sind zum Teil natürlichen Ursprungs, zum Teil gelangen sie durch technische Anwendungen in die Umwelt und können z. B. durch bestimmte mineralische Düngemittel wie Chilesalpeter eine Eintragsquelle für Perchlorat in Obst und Gemüse darstellen.

In 27 Proben wurde Chlorat nachgewiesen. Chlorat ist ein in der EU seit dem Jahr 2008 nicht mehr zugelassener Pflanzenschutzmittelwirkstoff. Neben der Anwendung als Pflanzenschutzmittel kann Chlorat z. B. auch als typisches Desinfektionsnebenprodukt in das Lebensmittel gelangen. Es entsteht zum Beispiel, wenn Trinkwasser während der üblichen Trinkwasseraufbereitung mit chlorhaltigen Mitteln (z. B. Natriumhypochlorit) behandelt wird. Ab Oktober 2014 sind Chlorat-Aktionswerte für den Vollzug in der Lebensmittelüberwachung einsetzbar. Für die Erdbeeren (alle pflanzlichen Produkte) gilt übergangsweise, bis zur Festlegung spezifischer Höchstgehalte, ein Aktionswert von 0,1 mg/kg (siehe Artikel: Chlorat und Perchlorat in pflanzlichen Lebensmitteln, Ergebnisse des Jahres 2014). Für die untersuchten Erdbeeren wurde dieser Chlorat-Aktionswert angewandt.

Die Wirkstoffe Myclobutanil (15x) und Trifloxystrobin (15x) sind typische Fungizide, die im Erdbeeranbau häufig verwendet werden.

Fazit:

In 52 von 53 untersuchten Erdbeerproben wurden Rückstände von Pflanzenschutzmitteln festgestellt. Insgesamt zählen die untersuchten Erdbeeren mit 96 % Mehrfachrückständen und maximal 9 nachgewiesenen Wirkstoffen pro Probe zu den stärker mit Pestiziden behafteten Früchten.

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