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Fallwild - dem Tod auf der Spur?

Die Diagnostik von Wildtierkrankheiten wird in Niedersachsen vom LAVES übernommen


Im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover des LAVES werden seit 1992 Untersuchungen an einheimischen Wildtieren vorgenommen, gemäß Erlass des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Dabei geht es sowohl um die Klärung von Krankheits- und Todesursachen von Einzeltieren als auch im Rahmen sogenannter Monitoring-Überwachungsprogramme um spezielle Erregernachweise an bestimmten Tierarten in großem Umfang.

Was in der Überschrift wie nach einem Kriminalroman klingt, ist gar nicht so weit hergeholt.

In jedem Revier kommt es zu mehr oder weniger vielen Todesfällen. Doch was genau ist die Ursache des Todes? Ein Herz- und Kreislaufversagen? Aber ist das die eigentliche Ursache für den Tod? Steckt eventuell sogar ein für den Bestand gefährlicher Krankheitserreger dahinter, oder handelt es sich um ein Einzeltierschicksal? Sind Jäger, die die toten Tiere einsammeln, sogar selbst gefährdet?

Licht ins Dunkel könnte eine Untersuchung des verendeten Stücks durch Experten des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) bringen. Das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover am Standort Hannover ist niedersachsenweit zuständig für die Diagnostik von Wildkrankheiten.

Untersucht werden alle Wildarten, auch Federwild. Neben ganzen Tierkörpern können auch einzelne Organe in Augenschein genommen werden. Allerdings ist das Untersuchungsspektrum bei der Einsendung einzelner Organe in der Regel eingeengt. Beispielsweise ist nicht jede Verhaltensauffälligkeit durch eine Erkrankung des Nervensystems bedingt. Vielmehr könnten Erkrankungen der Leber oder der Niere dahinter stecken. Folgerichtig ist die Einsendung lediglich eines Organs in seiner Aussagefähigkeit bezüglich einer Erkrankungs- oder Todesursache des Tieres immer eingeschränkt, während bei Untersuchungen ganzer Tierkörper komplexere und zielgenauere Aussagen getroffen werden können.

Neben einer makroskopischen (Untersuchung mit dem unbewaffneten Auge) und ggf. feingeweblichen Untersuchung wird Fallwild auf das Vorkommen bakterieller, viraler und parasitärer Krankheitserreger hin überprüft. Auch können Untersuchungen auf mögliche giftige Substanzen durch die Mitarbeiter des LAVES eingeleitet werden. Der Hygienestatus eines Tieres, also dessen Verzehrsfähigkeit, wird jedoch nicht erfasst, da die Beurteilung von Tierkörpern oder Organen im Hinblick auf ihre Tauglichkeit zum Verzehr den regionalen Veterinärämtern obliegt.

Nach Abschluss der Untersuchungen erhalten sowohl der Einsender als auch der zuständige Landkreis einen schriftlichen Befund mit Angaben über die mögliche Todesursache z. B., ob bestimmte Krankheitserreger nachgewiesen werden konnten und ob mit erhöhten Fallwildzahlen zu rechnen ist. Auch auf mögliches Gefährdungspotential für den Einsender (Stichwort Zoonose) wird, sofern erforderlich, eingegangen. Je nach aktuellem Aufkommen ist der schriftliche Befund nach ca. zwei bis drei Wochen fertig gestellt. Bei Füchsen kann sich dieser Zeitraum um eine Woche verzögern, da der Tierkörper zunächst ca. fünf bis sieben Tage bei -80°C zur Abtötung potentiell vorhandener Fuchsbandwürmer eingefroren wird. In dringenden Fällen, z. B. beim Auftreten von gefährlichen Krankheiten oder Zoonosen wird der Einsender vorab per Telefon kontaktiert.

Fallwild, das noch nicht anbrüchig ist, kann zur Untersuchung an folgende Adresse eingeschickt werden:

  • Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
    Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover
    Eintrachtweg 17
    30173 Hannover

Bis auf die Kosten für Versand fallen keine weiteren Gebühren an.

Für den Versand mit Post oder Bahn muss das verendet aufgefundene oder krank erlegte Stück Wild auslaufsicher in einer Plastiktüte oder ähnlichem verpackt werden. Sicherheitshalber sollte der Karton noch zusätzlich mit saugfähigem Material wie Zeitungspapier, Holzwolle, Sägemehl oder ähnlichem aufgefüllt werden. Als Anschreiben muss ein ausgefülltes Untersuchungsformular für Wild dem Tierkörper beigelegt werden. Das Schreiben ist ebenfalls vor möglichen anfallenden Flüssigkeiten z. B. durch eine Plastiktüte oder Klarsichtfolie zu schützen.

Das Formular für Wildtieruntersuchungen kann hier oder auf der Homepage der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. abgerufen werden. Wichtig ist es, den Fundort sowie etwaige Auffälligkeiten zu nennen und auf einen vor dem Tod des Tieres stattgefundenen Personenkontakt (z. B. Biss durch einen Fuchs) hinzuweisen. Auch darf eine vollständige Adresse mit Telefonnummer des Einsenders nicht fehlen.

Das Einfrieren von Tierkörpern oder Organen stellt i.d.R. meist kein Problem dar, kann jedoch dazu führen, dass manche Krankheitserreger nicht mehr nachgewiesen werden können.

Bei Unklarheiten oder Fragen zu der Einsendung können Sie gerne unter der auf dem Formular angegebenen Telefonnummer 0511-288970 anrufen.

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