LAVES Niedersachen klar Logo

Usutu-Virus verursacht 2018 großes Amselsterben in Niedersachsen

Das Usutu-Virus hat 2018 in Deutschland ein großes Amselsterben verursacht. Erstmals waren vor allem die nördlichen Bundesländer stark betroffen.

Diagramm Untersuchungsergebnisse Usutu-Virus bei Wildvögeln in Niedersachsen 2018

Im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover am Standort Hannover konnte das Virus 2018 bei 83 (78 Prozent) der untersuchten Amseln und einem Eichelhäher nachgewiesen werden. Ein Großteil der positiven Amseln kam aus der Region/Stadt Hannover sowie den Landkreisen Lüneburg, Osterholz und Peine. Das Virus wurde aber auch in anderen Landkreisen Niedersachsens festgestellt.


Ursprünglich stammt das Virus aus Afrika und führt vor allem bei Vögeln zu Infektionen. Es ist eng verwandt mit dem West-Nil-Virus, das 2018 ebenfalls in Deutschland nachgewiesen wurde. Die Übertragung erfolgt durch Stechmücken. Die meisten Vogelarten erkranken nicht. Amseln hingegen scheinen besonders empfänglich zu sein. Die Vögel zeigen zum Teil erhebliche Symptome und sterben in der Folge. Erkrankte Amseln können durch kahles Gefieder, Mattigkeit, Schwanken oder Verdrehen des Kopfes auffallen.

Als Fehlwirt können sich auch Säugetiere, inklusive des Menschen, mit dem Virus infizieren. Infektionen beim Menschen verlaufen meist symptomlos. Selten kommt es zu einer Erkrankung, die sich beispielsweise durch Kopfschmerzen, Fieber oder Hautausschlag äußert. Kürzlich wurde in Frankreich von einem Fall mit Gesichtslähmung berichtet, in Deutschland sind bisher keine durch das Usutu-Virus ausgelösten Erkrankungen bekannt (siehe unter Weitere Informationen den Link zum Friedrich-Loeffler-Institut).

Tot aufgefundene Amseln, die nicht zum Beispiel Opfer eines Verkehrsunfalls wurden, sollten dem Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover am Standort Hannover zur Untersuchung zugeführt werden.

Obwohl das Virus nur über blutsaugende Insekten übertragen wird, sollten tote Vögeln nur mit Handschuhen angefasst und in einer Plastiktüte verpackt werden, bevor sie der Untersuchung zugeleitet werden. Die Tierkörper sollten für den Versand nach Möglichkeit gekühlt, in jedem Fall aber auslaufsicher verpackt werden. Falls ein sofortiger Versand nicht möglich ist, können die Vögel auch tiefgekühlt aufbewahrt werden. Wenn möglich, sollten der Einsendung genaue Informationen zum Fundort und Funddatum beigefügt werden.


Usutu-Virus-Infektion
Erreger

Familie Flaviviridae

Gattung Flavivirus

Spezies Usutu-Virus

Verwandte Spezies
Zum Beispiel West-Nil-Virus
Wirt
Vögel (vor allem Amsel) ; Mammalia inklusive Mensch als Fehlwirt
Übertragung
durch Vektoren (Stechmücken)
Verbreitung
Afrika (Fluss Usutu); zunehmend in Mitteleuropa
Symptome

Amsel: unspezifische Symptome einer generalisierten Infektion, zentralnervöse Ausfallerscheinungen, Todesfälle

Mensch: selten Fieber, Kopfschmerzen (Enzephalitis), gegebenenfalls Hautausschlag


Weitere Informationen:

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:
junge Amseln im Nest

Frühling: Zeit der Jungtiere

Gerade im Frühjahr werden immer wieder junge Tiere von wohlmeinenden Spaziergängern mitgenommen, obwohl kein Anlass dazu besteht. Vor allem junge Feldhasen und aus dem Nest gefallene Jungvögel werden häufig „Opfer" dieser gut gemeinten Tierliebe. mehr
Amsel  
zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln