LAVES klar

Schaben im Wohnumfeld des Menschen

Fundmeldungen der letzten 20 Jahre


Der Fachbereich Schädlingsbekämpfung des LAVES hat im Rahmen von Jahresauswertungen der letzten 20 Jahre eine Statistik über Fundmeldungen von Schaben erstellt, welche im direkten Wohnumfeld des Menschen aufgetreten sind. Es handelt sich hierbei um Einsendungen niedersächsischer Behörden (Gesundheitsämtern, Veterinärämtern etc.), Schädlingsbekämpfungsfirmen sowie Privatpersonen. Diese Funde wurden im Rahmen der operativen Beratung bestimmt, archiviert und per EDV erfasst.

Der folgenden Tabelle kann man entnehmen, dass insgesamt 13 Arten aus 8 Gattungen und 3/5 Familien bzw. Unterfamilien der Schaben, Blattoptera gefunden worden sind:

Familie/Unterfamilie Gattung Art dtsch. Trivialname
Blattellidae/Ectobiinae Ectobius lapponicus Lappländische Waldschabe
pallidus
panzeri
sylvestris Waldschabe
vittiventris Bernsteinschabe
Blattellidae/Blattellinae Blattella germanica Deutsche Schabe
Blattellidae/Plectoperinae Supella longipalpa Braunbandschabe (Möbelschabe)
Blattidae Periplaneta americana Amerikanische Schabe
australasiae Australische Schabe
Blatta orientalis Orientalische Schabe (Küchenschabe)
Blaberidae Blaptica dubia Argentinische Waldschabe
Pycnoscelus surinamensis Surinam Schabe (Gewächshausschabe)
Blaberus discoidalis

Diskus Schabe

Schaben, Statistik, Fundmeldungen, LAVES, Fachbereich Schädlingsbekämpfung  

Man kann die Funde in drei Gruppen einteilen....

1. Gruppe:

Schaben, die im Wohnbereich als Schädlinge auftreten

Blattella germanica, Deutsche Schabe

Blatta orientalis, Orientalische Schabe

Periplaneta americana, Amerikanísche Schabe

Periplaneta australasiae, Australische Schabe (selten!)

Supella longipalpa, Braunbandschabe

2. Gruppe:

Schaben, die als Freilandtiere in waldnahe Gebäude eindringen, aber nicht als Schädlinge gelten

alle Ectobius-Arten (z.B. Waldschabe, E. sylvestris, Lapplandschabe, E. lapponicus)

3. Gruppe:

Schaben, die vereinzelt durch Waren- und Pflanzenimporte eingeschleppt oder als Futter für Heimtiere gezüchtet werden

Blaptica dubia, Argentinische Waldschabe

Pycnoscelus surinamensis, Surinam Schabe

Blaberus discodialis, Diskus Schabe

Zusammenfassung/Erläuterung

Schaut man sich die Statistik näher an, so erkennt man, dass die Deutsche Schabe, Blattella germanica am häufigsten im Wohnumfeld des Menschen ermittelt worden ist (1997 z.B. 29 Fundmeldungen), was nicht zuletzt durch die hohe Vermehrungsrate dieser Art zu erklären ist. Außerdem ist es der Deutschen Schabe durch ihre geringe Größe problemlos möglich ungesehen in Materialien und Verpackungen einzudringen und sich über Fernwärmeheizungsrohre von Wohnhaus zu Wohnhaus zu verbreiten, was der Ausbreitung dieser Art sehr zu Gute kommt.

Die Orientalische Schabe, Blatta orientalis wird im Wohnumfeld des Menschen ebenfalls häufig gefunden (2005 z.B. 16 Meldungen), und ist als Gesundheitsschädling/Keimverschlepper nicht zu unterschätzen. Insbesondere 2005 wurden dem Fachbereich Schädlingsbekämpfung Massenvermehrungen in niedersächsichen Gemeinden ausgehend von landwirtschaftlichen Betrieben gemeldet. Auch hier drangen die Schaben in Privathäuser ein und mussten bekämpft werden.

In unserer Statistik sind die beiden ebenfalls als Schädlinge eingestuften Schabenarten, die Amerikanische Schabe, Periplaneta americana und die Braunbandschabe, Supella longipalpa im Vergleich zur Deutschen Schabe und zur Orientalischen Schabe seltener vertreten. Insgesamt kommen wir in den letzten 20 Jahren bei der Amerikanischen Schabe auf 12 und bei der Braunbandschabe auf 6 Fundmeldungen! Beide Arten können aber als Schädlinge im Wohnumfeld des Menschen auftreten, wenn sie durch Waren oder Möbel (Gebrauchsgegenstände) eingeschleppt werden und wenn für ihre dauerhafte Ansiedlung gute Bedingungen vorherrschen.

Die uns in den letzten 20 Jahren gemeldeten Waldschaben, Ectobius spec. sind in der Regel Einzelfunde von männlichen Tieren, welche, vom Licht angezogen, in Gebäude eingedrungen sind. Nur selten wurde ein Weibchen oder eine Larve im Wohnumfeld des Menschen gefunden. In den letzten fünf Jahren (seit 2006) sind allerdings vermehrt Funde von Waldschaben in Gebäuden gemeldet worden (insbesondere 2008)!

Im Jahr 2007 ist die Surinam Schabe, Pycnoscelus surinamensis zum ersten Mal bei uns gemeldet worden, welche insbesondere durch Pflanzenkübel in Gebäude eingeschleppt werde kann. In Gewächshäusern ist sie gelegentlich anzutreffen und kann sich dort auch schnell vermehren. Diese Art ist in vielen Ländern Asiens verbreitet.

Die restlichen Schabenfunde, Argentinische Waldschabe, Blaptica dubia und die Diskus Schabe, Blaberus discodialis sind wahrscheinlich aus Terrarienhaltungen entwichen, wenn man sie im Wohnbereich findet. Sie stellen aufgrund ihrer Lebensweise aber keine Gefahr dar.

Weitere Informationen über Schaben allgemein sowie deren Lebensweise und Bekämpfung sind vom Fachbereich Schädlingsbekämpfung des LAVES in drei Merkblättern zusammengefasst worden (s. rechts oben "Download")

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln