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Rattenspuren im Freiland

Befallserkennung eines Wanderrattenbefalls (Rattus norvegicus)


Ein Befall offenbart sich sehr bald nach der Ansiedlung. Trittsiegel, Kot, Rattenwechsel, Baue, Nagespuren oder Beobachtung verraten die Anwesenheit der Nager.

Trittsiegel

Alle einheimischen Mäuse (dazu gehören sowohl Langschwanzmäuse als auch Wühlmäuse) haben an allen Hinterpfoten 5 Zehen, wobei der 3. mittlere Zeh am längsten ist. Bei den Vorderpfoten sieht man meist nur 4 Zehen, da der Fünfte nur rudimentär ausgebildet ist (Zehenformel: 4+/5). Rattentrittsiegel und Mäusetrittsiegel unterscheiden sich deutlich durch ihre Größe. Der Schwanz ist nur schwach bemuskelt und wird beim Laufen nachgeschleppt. Dadurch ist die Schleifspur des Schwanzes in Staub, Schlamm usw. gut zwischen den Trittspuren sichtbar.

Rattenkot  
Kotplatz einer Wanderratte

Kot

Rattenkot findet man im gesamten Rattenrevier – also vor den Bauten, auf den Laufwegen, bei den Futterplätzen und als Duftstoffmarkierungen an exponierter Lage z.B. auf aus Fließgewässer herausragenden Steinen. Frischer Kot ist weich, glänzend und dunkel. Alte Kotbrocken sind matt, gräulich und zerkrümeln bei Druck. Die Köttel haben eine durchschnittliche Länge von etwa 2 cm und sind an den Enden abgerundet.

Beachte:

Eine einzelne Wanderratte scheidet ca. 0,5 Liter Urin und 2000 Gramm Kot jährlich aus.

Rattenwechsel

Die Nager legen Laufwege an zwischen Nahrung, Wasser und Nest. Im Freien sind die Laufwege glattgelaufene Bahnen aus festgetretenem Schmutz.

Baue

Wanderratten graben häufig Erdbauten mit einer oder mehreren Öffnungen im Freien. Bevorzugte Plätze sind hierfür Böschungen, unter Bodendeckern, an Mauern und unter Gehwegplatten. Belegte Bauten sind frei von Spinnenweben. Eine andere Möglichkeit, belaufene Bauten von unbelaufenen Bauten zu unterscheiden, wäre das Verschließen der Baueingänge, um zu kontrollieren, ob sie von den Nagern wieder geöffnet werden. Die Bauten sind gewöhnlich nicht tiefer als 50 cm.

Teilweise findet man in unmittelbarer Nähe der Nahrungsquelle (z.B. Müllbehälter) steil in den Erdboden hineinführende Röhren, die blind enden. Bei Störung bzw. Gefahr nehmen die Ratten diese als Deckungslöcher an.

Nagespuren

Um an die Nahrung zu gelangen, können Material wie z.B. Holz, Kunststoffe (Mülltonnen), Blei, Aluminium usw. zernagt werden. Voraussetzung ist dafür die große Härte der Nagezähne, die je nach Alter zwischen 3,5 und 5,5 auf der Härteskala liegen. Nussschalen besitzen zum Beispiel eine Härte um 2,5, Eisen ab 4,0.

Ratten stehen unter den Zwang nagen zu müssen, da ihre Schneidezähne ständig nachwachsen – sonst wäre Verhungern die Folge.

Link:

 
Äpfel mit Nagespuren
 
Rattenbaue an Glascontainer
 
Rattenbaue im Kompost
 
Rattenkot im Kanal
 
Trittsiegel der Wanderratte
 
Entenfütterung - auch die Ratten profitieren.
 
Rattenbaue an Grundstücksgrenze
 
frischer Baueingang im Feld
 
belaufener Baueingang im Schnee
Wanderratte

Wanderratte, Rattus norvegicus

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