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Afrikanische Schweinepest - Fragen und Antworten

Gefahr der Einschleppung minimieren – Seuche für Menschen ungefährlich!


Was ist die Afrikanische Schweinepest?

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine schwere Virusinfektion von Schweinen (Haus- und Wildschweinen), die fast immer tödlich ist. Verursacht wird die ASP durch ein Virus, das seinen Ursprung in Afrika hat und sich seit einigen Jahren in osteuropäischen Ländern ausbreitet.


Wie wird die Krankheit übertragen?

Übertragen wird die Schweinepest durch direkten Kontakt von Tier zu Tier (z. B. im Stall, auf Transporten/Viehsammelstellen/Viehmärkten sowie bei offenen Haltungsformen auch durch direkten und indirekten Kontakt von Wildschwein zu Hausschwein). Das Virus wird u.a. über Speichel, Urin, Kot oder Sperma ausgeschieden, hohe Virus-Konzentrationen sind besonders in Blut und Gewebe zu finden. Der Kontakt mit Blut und Gewebe infizierter Schweine ist der effizienteste Ansteckungsweg. Ein ASP-Ausbruch in einem Schweinebestand kann sich zunächst auf einen abgegrenzten Bereich des Stalls (z. B. eine Box) beschränken. In diesem Bereich wird es dann sehr schnell zu vermehrten Todesfällen kommen. Daher ist es wichtig einzelne Todesfälle im Bestand immer durch einen Tierarzt auf ASP untersuchen zu lassen.

Auch der Mensch kann nach Kontakt zu infizierten Tieren, z. B. über schmutzige Hände, das Virus übertragen. Virusbehaftete Kleidung, Gegenstände, Futtermittel, Schlacht- und Speiseabfälle, Gülle/Mist oder Fahrzeuge können ebenso das Virus weitertragen.

Wie kann das Virus über Speiseabfälle übertragen werden?

Die Krankheitserreger sind extrem widerstandsfähig und halten sich monatelang in unbehandeltem Fleisch und Fleischprodukten, Blut sowie gepökelten oder geräucherten Waren (z. B. in rohem Schinken oder Salami). Werden Lebensmitteln, die mit dem Erreger infiziert sind, von bisher nicht infizierten Tieren gegessen (z. B. Speiseabfälle, die an Schweine verfüttert werden oder weggeworfene Lebensmittel, die von Wildschweinen aufgenommen werden), kann auch hierüber eine Übertragung des ASP-Virus erfolgen.

Können Menschen sich mit dem Virus anstecken?

Das Virus gilt für den Menschen als ungefährlich. Auch der direkte Kontakt von Menschen zu infizierten Tieren stellt kein Risiko für eine Ansteckung dar.

Ist es gefährlich, Fleisch oder verarbeitete Lebensmittel vom Schwein/Wildschwein zu essen?

Der Verzehr von Lebensmitteln, die von infizierten Tieren stammen, ist für Menschen gesundheitlich unbedenklich. Bei der Zubereitung von Wild- und Hausschweinefleisch sollten immer die Regeln der Küchenhygiene beachtet werden: Kühlkette einhalten, rohes Fleisch getrennt von anderen Lebensmitteln lagern und zubereiten sowie das Fleisch richtig erhitzen auf über 70° Celsius.

Was können Verbraucher tun, damit sich das Virus nicht nach Deutschland ausbreitet?

Eine Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest nach Deutschland hätte schwere Folgen für die Gesundheit unserer Wild- und Hausschweinbestände und die landwirtschaftliche Produktion. Neben Landwirten, Tierärzten und Jägern können auch Verbraucher und insbesondere Touristen helfen, das Risiko der Seucheneinschleppung nach Deutschland zu minimieren:

  • Küchenabfälle oder Essensreste dürfen grundsätzlich nicht an Schweine (Haus- und Wildschweine) verfüttert werden.

  • Bringen Sie keine Erzeugnisse, die Schweinefleisch enthalten, aus Ländern, die von ASP betroffen sind, oder von außerhalb der Europäischen Union mit.

  • Lassen Sie keine Speisereste in der Natur zurück. Wildscheine gibt es überall in Deutschland.

  • Betreten Sie unaufgefordert keine Tierhaltungen.

  • Melden Sie tot aufgefundene Wildscheine an das zuständige Veterinäramt.

Weitere Schutzmaßnahmen, insbesondere für Landwirte und Jäger sowie Informationen zum niedersächsischen Früherkennungsprogramm finden Sie unter https://www.tierseucheninfo.niedersachsen.de!

Gibt es einen Impfstoff?

Nein, zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keinen Impfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest.

Können auch andere Tiere die Krankheitserreger aufnehmen und weiter übertragen?

Jagdhunde könnten nach dem Kontakt mit einem infizierten Wildschein indirekt das ASP-Virus übertragen. Für Hunde und andere Haustierarten ist die ASP nicht gefährlich.

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bewertet die Frage, welche Rolle Raubtiere (z. B. der Wolf) und Aasfresser bei der Verbreitung der ASP spielen, wie folgt:

„Es gibt keine Hinweise darauf, dass Raubtiere und Aasfresser bei der Verbreitung der ASP eine besondere Rolle spielen. Eine mechanische Vektorfunktion (Verschleppung virushaltiger Kadaverteile, Kontamination des Fells/Gefieders) für Raubtiere und Aasfresser (Säuger, Vögel, etc.) kann zwar nicht ausgeschlossen werden, eine Vermehrung des Virus findet in bzw. auf diesen Tieren aber nicht statt. Der Wolf ist hier keine Ausnahme. Auch wenn er weiter wandert als andere Raubtiere, wird davon ausgegangen, dass er keine Nahrungsvorräte mitnimmt und das kontaminierte Fell putzt. Eine Darmpassage überlebt das Virus nicht.“

Wildschwein
Weiterführende Informationen

Verbraucher können auch auf folgenden Internetseiten Informationen über die Afrikanische Schweinepest finden:

Testen Sie Ihr Wissen über die Afrikanische Schweinepest - machen Sie unser Quiz!

Aktueller Stand und weitere Informationen:

Den aktuellen Stand zur ASP und weitere ausführliche Informationen für Landwirte, Jäger, Touristen und Saisonarbeitskräfte finden Sie auf der folgenden Internetseite:

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