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Wie das LAVES mögliche Vergiftungsfälle bei Tieren nachweist

Toxikologische Screening-Untersuchungen am Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover


Toter Storch liegt auf Metallplatte.   Bildrechte: © LAVES
Zur Untersuchung eingesandter Storch.

Toxikologische Untersuchungen im Veterinärbereich dienen der Aufklärung von Vergiftungsfällen bei Tieren. Ziel dieser Untersuchungen ist es, körperfremde Substanzen zu identifizieren und gegebenenfalls auch zu quantifizieren. Bei noch lebenden Tieren mit Vergiftungssymptomen kann dies eine gezielte therapeutische Behandlung ermöglichen. Im Todesfall lässt sich eine mögliche toxikologische Todesursache ermitteln.

Im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover (LVI BS/H), Standort Hannover, werden im Fachbereich Spezielle Kontaminanten und Rückstandsanalytik diese toxikologischen Screening-Untersuchungen seit vielen Jahren im amtlichen Auftrag durchgeführt. Neben Proben aus der institutseigenen Pathologie mit dem Verdacht auf eine toxikologische Todesursache erhält der Fachbereich auch Verdachtsproben von den Veterinärbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte. Diese werden entweder direkt eingesandt oder ebenfalls über die Pathologie weitergeleitet. In seltenen Fällen erfolgen Untersuchungen im Rahmen der Amtshilfe für andere niedersächsische Behörden. Private Einsendungen sind nicht möglich.

Die im LVI BS/H, Standort Hannover, untersuchten Probenmatrices, also die Probenmaterialien, stammen überwiegend von verstorbenen Tieren. Dazu zählen insbesondere Magen, Speiseröhre, Kropf und deren Inhalte sowie verschiedene Gewebeproben wie Leber und Muskulatur. In Einzelfällen werden auch Erbrochenes, Blut- oder Urinproben untersucht. Ergänzend zu diesen biologischen Matrices werden auch verdächtige Objekte, etwa mutmaßliche Giftköder, zur toxikologischen Analyse eingesandt.
Links liegt ein mit einer Tablette präpariertes Würstchen, rechts ein bearbeitetes Fleischbällchen.   Bildrechte: © LAVES
Zwei vom LAVES untersuchte Giftköder.

Untersuchungsmethoden

Nach einer geeigneten Probenaufarbeitung werden die gewonnenen Extrakte analysiert. Hierbei kommen sowohl Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC) als auch Gaschromatographie (GC) zum Einsatz, jeweils mit Massenspektrometrie-Kopplung, um eine zuverlässige Identifizierung und Quantifizierung der Substanzen zu gewährleisten.

Das Screening-Untersuchungsspektrum umfasst eine große Anzahl von Analyten aus unterschiedlichen Stoffgruppen – Analyten sind die Stoffe, auf die getestet wird. Dazu zählen unter anderem Insektizide, Akarizide, Rodentizide, Sedativa sowie Doping- und Aufputschmittel. Beispiele hierfür sind Cumarine, Carbamate, Phosphorsäureester, Strychnin, Metaldehyd, Ketamin, Benzimidazole, nichtsteroidale Antirheumatika (NSAID), Anthelminthika, Xylit, Koffein und Theobromin.

Im Laufe der Jahre wurden bei toxikologischen Untersuchungen eine Reihe von Wirkstoffen aus den oben angeführten Stoffgruppen nachgewiesen. Dazu gehörten auch die folgenden beiden Beispiele aus dem Jahr 2025:

Fallbeispiel 1

Zur Abklärung der Todesursache wurden vier Störche eingesendet. Neben den veterinärdiagnostischen Untersuchungen wurden auch toxikologische Screening-Untersuchungen durchgeführt. Bei allen Störchen wurde die Leber untersucht und bei einem Storch erfolgte zusätzlich die Analyse des Mageninhaltes. In allen untersuchten Matrices wurde Koffein festgestellt. Koffein kann bei Vögeln schon in geringen Mengen zu schweren Symptomen bis hin zum Tod führen.

Fallbeispiel 2

Mit dem Verdacht einer möglichen Vergiftung wurden zwei Bussarde eingesendet. Bei den toxikologischen Untersuchungen wurden in Leber und Mageninhalt beider Tiere Rückstände des Phosphorsäureesters Dimethoat festgestellt. Dimethoat ist ein systemisch wirkendes Insektizid und Akrarizid mit Berührungsgift- und Fraßgiftwirkung.

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