LAVES Niedersachen klar Logo

Beispielhafte Maßnahmentabelle zur Hilfestellung bei der Umsetzung der Rechtsanforderungen bezüglich des Schwanzkupierens

Stand: März 2019


Nachfolgende Tabellen sollen beispielhaft mögliche Maßnahmen zur Verbesserung der Haltungsbedingungen und des Managements aufzeigen, die in Betrieben, die die Schwänze kupieren bzw. kupierte Schweine einstallen, vorgenommen werden können, um den Mindestanforderungen der Richtlinie 2008/120/EG zu entsprechen.

Die Tabellen sind, gemäß der in der Empfehlung 2016/336 genannten Parameter,in sechs Einflussbereiche („Beschäftigungsmaterial“, Sauberkeit und Funktionsbereiche“, „Temperatur und Luftqualität“, „Gesundheitszustand und Tierbetreuung“, „Wettbewerb um Futter und Raum“ und „Ernährung“) aufgeteilt. In der ersten Spalte der Tabellen werden die wichtigsten Rechtsanforderungen für den jeweiligen Einflussbereich aufgezählt. Die in der zweiten Spalte genannten „Ziele“ geben den angestrebten Zustand wieder, die in der letzten Spalte genannten „Maßnahmen“ sollen beispielhaft aufzeigen, mit Hilfe welcher Maßnahmen dieser Zustand auf den Betrieben erreicht werden kann. Da die Risikofaktoren und somit auch die notwendigen Verbesserungsmaßnahmen sich betrieblich sehr unterschiedlich gestalten, ist sehr wichtig, dass Tierhalter(innen) mit Hilfe ihrer Berater(innen) selbst einen Maßnahmenplan erstellen, der individuell auf den Betrieb abgestimmt ist. Weitere Informationsquellen hierzu sind in der Tabelle verlinkt.

Beschäftigungsmaterial

Grundsatz: Schweine haben die Möglichkeit, ihr natürliches Futtersuch- und Erkundungsverhalten auszuüben und somit eines ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen.


Relevante Rechtsanforderungen

Ziele

Mögliche Maßnahmen

(..) müssen Schweine ständigen Zugang zu ausreichenden Mengen an Materialien

haben, die sie untersuchen und bewegen können, wie z. B. Stroh, Heu, Holz, Sägemehl, Pilzkompost, Torf oder eine Mischung dieser Materialien, durch die die Gesundheit der Tiere nicht gefährdet werden kann. (RL 2008/120/EG Anhang 1 Kapitel 1 Nr. 4)

Wer Schweine hält, hat sicherzustellen, dass jedes Schwein jederzeit Zugang zu gesundheitlich unbedenklichem und in ausreichender Menge vorhandenem Beschäftigungsmaterial hat, das

a)das Schwein untersuchen und bewegen kann und

b)vom Schwein veränderbar ist

und damit dem Erkundungsverhalten dient.

(TierSchNutztV §26 Abs. 1 Nr. 1)

Die Beschäftigungsmaterialien sind essbar, kaubar, untersuchbar, wühlbar, bewegbar und bearbeitbar. (Empfehlung 2016/336 KOM und zugehörige Arbeitsunterlage)

Die Beschäftigungsmaterialien sind sauber und wecken durch regelmäßiges Ersetzen oder Auffüllen nachhaltig das Interesse der Schweine.

Die Beschäftigungsmaterialien stehen den Tieren ständig zur Verfügung und erlauben eine gleichzeitige Beschäftigung von idealerweise allen, zumindest jedoch von 20%* der Schweine.

Die Beschäftigungsmaterialien gefährden die Gesundheit der Schweine nicht.

Vgl. ART-Bericht 762

Tägliche Gaben von Stroh oder Raufutter auf planbefestigtem Boden.

Angebot von Stroh oder Raufutter in Raufen oder Automaten (idealerweise mit bodennaher Auffangschale) in Kombination mit Hebebalken aus Weichholz.

Angebot von Maissilage in Automaten in Kombination mit Jutesäcken oder Baumwollseilen.

Angebot von Strohpresslingen in Kombination mit Baumwollseilen.

In Großgruppen können Wühlecken oder Wühlareale mit Stroh und/oder Raufutter eingerichtet werden.

Weitere Informationen:

Ratgeber zur Reduzierung des Risikos für Schwanzbeißen – ML Niedersachsen

KTBL-Heft 87/2010

KTBL-Heft 112/2016

ART-Bericht 762


Sauberkeit und Funktionsbereiche

Grundsatz: Schweine haben die Möglichkeit, verschiedene Funktionsbereiche zu nutzen, sodass verschiedene Verhaltensweisen an getrennten Orten ausgeübt werden können.


Relevante Rechtsanforderungen

Ziele

Mögliche Maßnahmen

Die Schweineställe müssen so gebaut sein, dass die Tiere Zugang zu einem physisch und temperaturmäßig angenehmen Liegebereich haben, der mit einem angemessenen Ableitungssystem ausgestattet und sauber ist und so viel Platz bietet, dass alle Tiere gleichzeitig liegen können. (RL 2008/120/EG Anhang 1 Kapitel 1 Nr. 3)

Die Schweine sollten ausreichend Möglichkeiten

haben, sich vor den anderen Schweinen in einen sicheren Bereich zurückzuziehen.

(RL 2008/120/EG Anhang 2 Kapitel 2 D Nr. 2)

Wer Nutztiere hält hat (…) sicherzustellen, dass die Haltungseinrichtung sauber gehalten wird, insbesondere Ausscheidungen so oft wie nötig entfernt werden, und Gebäudeteile, Ausrüstungen und Geräte, mit denen die Tiere in Berührung kommen, in angemessenen Abständen gereinigt und erforderlichenfalls desinfiziert werden. (TierSchNutztV §4 Abs. 1 Nr. 10)

Alle Schweine müssen gleichzeitig und ungestört liegen und ruhen können. Der Liegebereich ist trocken, sauber, optimal temperiert und idealerweise weich.

Die Gestaltung der Bucht ermöglicht es den Schweinen, sich vor anderen Schweinen in einen sicheren Bereich zurückzuziehen.

Der Aktivitätsbereich bietet ausreichend Platz für ungehinderte Bewegung sowie einen trittsicheren Boden.

Der Kotbereich ist klar getrennt und möglichst weit entfernt vom Liegebereich.

Stallklima und Buchtenstruktur sind aufeinander abgestimmt, so dassdie verschiedenen Funktionsbereiche von den Schweinen angenommen werden (siehe auch „Temperatur und Luftqualität“).

Einrichtung eines trockenen, angenehmen, zugluftfreien Liegebereichs, in dem alle Schweine gleichzeitig ruhen können. Insbesondere Futter und Wasser außerhalb des Liegebereichs anbieten.

Angebot von Futter, Wasser und Beschäftigungsmaterial im Aktivitätsbereich.

Einsatz von Raumteilern (Strukturierung), im Kotbereich Tränken (feuchter Boden) anbringen und Sichtkontakt zur Nachbarbucht (Territorialverhalten) schaffen.

Angebot von verschiedenen Klimazonen, z. B. durch Abdeckung, planbefestigten Boden und Fußbodenheizung im Liegebereich.

Weitere Informationen:

Ratgeber zur Reduzierung des Risikos für Schwanzbeißen – ML Niedersachsen

Reduzierung des Risikos von Schwanzbeißen und Kannibalismus beim Schwein – LWK Niedersachsen



Temperatur und Luftqualität

Grundsatz: Umgebungstemperatur und Luftzirkulation sind für alle im Bestand vorhandenen Schweine im optimalen Bereich. Staubgehalt, Luftfeuchtigkeit und Schadgaskonzentrationen stellen keine Belastung für die Schweine dar.


Relevante Rechtsanforderungen

Ziele

Mögliche Maßnahmen

Ställe müssen erforderlichenfalls ausreichend wärmegedämmt und so ausgestattet sein, dass Zirkulation, Staubgehalt, Temperatur, relative Feuchte und Gaskonzentration der Luft in einem Bereich gehalten werden, der für die Tiere unschädlich ist. (TierSchNutztV §3 Abs. 3 Nr. 2)

Wer Nutztiere hält, hat (…) sicherzustellen, dass

(5) vorhandene Beleuchtungs-, Lüftungs- und Versorgungseinrichtungen mindestens einmal täglich, Notstromaggregate und Alarmanlagen in technisch erforderlichen Abständen auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft werden;

(6) bei einer Überprüfung nach Nummer 5 oder sonstige an Haltungseinrichtungen festgestellte Mängel unverzüglich abgestellt werden oder wenn dies nicht möglich ist, bis zu ihrer Behebung andere Vorkehrungen zum Schutz der Gesundheit und des Wohlbefindens der Tiere getroffen werden und die Mängel spätestens behoben sind, bevor neue Tiere eingestallt werden; (TierSchNutztV §4 Abs. 1 Nr. 5 und 6)

Im Aufenthaltsbereich der Schweine sollen folgende Werte nicht dauerhaft überschritten werden:

NH3: 20 ppm

CO2: 3000 ppm

SH2: 5 ppm

(TierSchNutztV §26 Abs. 3 Nr. 1)

Haltungseinrichtungen müssen so beschaffen sein, dass eine geeignete Vorrichtung vorhanden ist, die eine Verminderung der Wärmebelastung der Schweine bei hohen Stalllufttemperaturen ermöglicht. (TierSchNutztV §22 Abs. 2 Nr. 4)

Die Umgebungstemperatur derSchweineentsprichtdem Optimalbereich für die jeweilige Nutzungsgruppe. Idealerweise stehen den Schweinen verschiedene Klimazonen zur Verfügung.

Temperaturschwankungen innerhalb eines kurzen Zeitraums werden auf ein Mindestmaß beschränkt.

Die Luftzirkulation gewährleistet einen optimalen Luft- und Wärmeaustausch und minimiert Schadgaskonzentrationen. Zugluft, insbesondereim Liegebereich, wird vermieden.

Vorhandene Lüftungseinrichtungen sind funktionsfähig und werden regelmäßig gewartet.

Geeignete Heizungs- und Kühlungsanlagen sowie ggf. ein Notstromaggregat sind vorhanden und sofort einsatzbereit.

Stallklimacheck durch externe Experten (Überprüfung des Stallklimas und der Lüftungsanlage mindestens halbjährlich sowie Messung der Schadgaskonzentration insbesondere Ammoniak mindestens 1-mal in jeder Jahreszeit). Anzustreben sind folgende Werte*:

NH3 < 15 ppm

CO2 < 2000 ppm

SH2 < 3 ppm

Angebot von verschiedenen Klimazonen, z. B. durch Abdeckung, planbefestigten Boden, Fußbodenheizung im Liegebereich.

Wahlmöglichkeiten bezüglich der Wärmeableitung bieten z. B. durch

Angebot verschiedener Bodenbeläge (Guss, Beton oder Gummimatten) oder Dusch- bzw. Suhlmöglichkeiten.

Verschattungsmöglichkeiten für Fenster mit direkter Sonneneinstrahlung z.B. durch Jalousien.

Kühlung mittels Stalluft-Kühlungstechniken wie z. B. Hochdruck-Wasservernebelung, Kühlpad oder Erdwärmetauscher.

* Reduzierung des Risikos von Schwanzbeißen und Kannibalismus beim Schwein – LWK Niedersachsen

Weitere Informationen:

Ratgeber zur Reduzierung des Risikos für Schwanzbeißen – ML Niedersachsen


Gesundheitszustand und Tierbetreuung

Grundsatz: Schweine sind frei von Schmerzen, Verletzungen und Krankheiten.


Relevante Rechtsanforderungen

Ziele

Mögliche Maßnahmen

Wer Nutztiere hält, hat (…) sicherzustellen, dass

für die Fütterung und Pflege der Tiere ausreichend viele Personen mit den hierfür erforderlichen Kenntnissen und Fähigkeiten vorhanden sind; (TierSchNutztV §4 Abs. 1 Nr. 1)

Wer Schweine hält, hat sicherzustellen, dass Personen, die für die Fütterung und Pflege verantwortlich sind,

a) Kenntnisse über die Bedürfnisse von Schweinen im Hinblick auf Ernährung, Pflege, Gesundheit und Haltung,

b) Grundkenntnisse der Biologie und des Verhaltens von Schweinen,

c)Kenntnisse über tierschutzrechtliche Vorschriften

haben (TierSchNutztV §26 Abs. 1 Nr. 3)

Wer Nutztiere hält, hat (…) sicherzustellen, dass (2) das Befinden der Tiere mindestens einmal täglich durch direkte Inaugenscheinnahme von einer für die Fütterung und Pflege verantwortlichen Person überprüft wird und dabei vorgefundene tote Tiere entfernt werden;

(3) soweit erforderlich, unverzüglich Maßnahmen für die Behandlung, Absonderung in geeignete Haltungseinrichtungen mit trockener und weicher Einstreu oder Unterlage oder die Tötung kranker oder verletzter Tiere ergriffen werden sowie ein Tierarzt hinzugezogen wird;

(TierSchNutztV §4 Abs. 1 Nr. 2 und 3)

Wer Nutztiere zu Erwerbszwecken hält, hat durch betriebliche Eigenkontrollen sicherzustellen, dass die Anforderungen des § 2 eingehalten werden. Insbesondere hat er zum Zwecke seiner Beurteilung, dass die Anforderungen des § 2 erfüllt sind, geeignete tierbezogene Merkmale (Tierschutzindikatoren) zu erheben und zu bewerten. (TierSchG §11 Abs. 8)

Alle Schweine werden fürsorglich und sachkundig betreut.

Kranke und verletzte Tiere werden soweit erforderlich unverzüglich behandelt und in geeignete Krankenbuchten separiert*.

Externe und interne Biosicherheitsmaßnahmen verhindern, soweit möglich, die Übertragung von Erregern.

Die Schweine werden regelmäßig tierärztlich betreut. Betriebsindividuelle Monitoring- und Gesundheitspläne sowie Behandlungs- und Impfkonzepte sind vorhanden und werden laufend aktualisiert.

Das Wohlergehen der Tiere wird in regelmäßigen Abständen durch die Erhebung von tierbasierten Tierschutz- und Tiergesundheitsindikatoren überprüft.

* Leßmann und Petermann: Tierschutzgerechter Umgang mit kranken und verletzten Schweinen

Jährliche Fortbildungen zu den Themen Tierschutz und Tiergesundheit für Personen, die für die Fütterung und Pflege von Tieren zuständig / verantwortlichsind.

Separationsbuchten (mit trockener und weicher Einstreu oder Unterlage; Bildung von kleinen Gruppen möglich) für mindestens 3% der im Bestand vorhandenen Tiere.

Ferkelbezug aus maximal einem Herkunftsbetrieb;es bestehen feste Lieferverbindungen zwischen Ferkelerzeuger, -Aufzüchter und Mäster.

Regelmäßiges Monitoring von Erregerspektrum und ggf. Resistenzlage, nachzuweisen durch entsprechende Laborbefunde. Notwendige Behandlungen und Impfmaßnahmen werden in Gesundheitsplänen festgehalten und umgesetzt.

Erhebung und Erfassung von betriebsindividuellen Tierschutz- und Tiergesundheitsindikatoren auf Basis einer festgelegten Bewertungsgrundlage. Ggf. Einleitung von entsprechenden Maßnahmen.

Weitere Informationen:

Ratgeber zur Reduzierung des Risikos für Schwanzbeißen – ML Niedersachsen

Leßmann und Petermann: Tierschutzgerechter Umgang mit kranken und verletzten Schweinen

KTBL: Tierschutzindikatoren – Leitfaden für die Praxis - Schwein


Wettbewerb um Futter und Raum

Grundsatz: Schweine können ungestört ruhen, schlafen, fressen und saufen.


Relevante Rechtsanforderungen

Ziele

Mögliche Maßnahmen

Uneingeschränkt nutzbare Bodenfläche:

5-10 kg: 0,15 m²

10-20 kg: 0,20 m²

20-30 kg: 0,35 m²

30-50 kg: 0,50 m²

50-110 kg: 0,75 m²

> 110 kg: 1,0 m²

(TierSchNutztV § 28 (2) Nr. 2 und § 29 (2))

Die Fütterungs- und Tränkanlagen müssen so konstruiert, gebaut und angebracht werden, dass (…) etwaige nachteilige Auswirkungen aufgrund von Rivalitäten zwischen den Tieren auf ein Mindestmaß begrenzt werden. (RL98/58/EG Anhang Nr. 17)

Bei Verwendung von Selbsttränken muss für jeweils höchstens zwölf Absatzferkel / Mastschweine eine Tränkstelle vorhanden

sein. (§ 28 Abs. 2 Nr. 5 in Verbindung mit§ 29 Abs. 2)

Bei rationierter Fütterung muss der Fressplatz so beschaffen sein, dass alle Absatzferkel / Mastschweine gleichzeitig fressen können.

Bei tagesrationierter Fütterung muss für jeweils höchstens zwei Absatzferkel / Mastschweine eine Fressstelle vorhanden sein. Bei Fütterung zur freien Aufnahme muss für jeweils höchstens vier Absatzferkel / Mastschweine eine Fressstelle vorhanden sein.

(gilt nicht für die Abruffütterung und die Fütterung mit Breifutterautomaten). (TierSchNutztV § 28 Abs. 2 Nr. 3 und 4 in Verbindung mit § 29 Abs. 3)

Mindestfressplatzbreiten:

< 25 kg: 18 cm

26-60 kg: 27 cm

61-120 kg: 33 cm

> 120 kg: 40 cm

(Ausführungshinweise zu Abschnitt 5 der TierSchNutztV)

* Voraussetzung für eine ad libitum Fütterung ist, dass die Tiere 24 Stunden pro Tag kontinuierlich Futter zu freien Aufnahme zur Verfügung haben.

Der Liegebereich ist so gestaltet, dass alle Schweine gleichzeitig ungestört ruhen und schlafen können.

Es gibt ausreichend Rückzugmöglichkeiten für rangniedere Schweine.

Alle Schweine können ungestört fressen und zu jeder Zeit ungestört saufen. Es gibt keine verstärkten Hinweise auf Wettbewerb um Futter und Wasser.

Reduzierung der Besatzdichte über die gesetzliche Vorgaben hinaus.

Vermeidung von Neugruppierung;Wurfgeschwister möglichst zusammenlassen. Aufzucht- oder Mastgruppen aus maximal 3 Würfen zusammenstellen.

Angebot von mindestens zwei gut erreichbaren Tränken, die beide räumlich getrennt von der Futterstelle sind.

Mindestens eine Tränkstelle für 10 Tiere anbieten.

Empfohlene Durchflussraten*:

Saugferkel: 0,4-0,5 l/min

Absatzferkel: 0,5– 0,7 l/min

Mast < 50 kg: 0,6 – 1,0 l/min

Mast 50-80 kg: 0,8 – 1,2 l/min

Mast 80-120 kg: 1,2-1,8 l/min

Bevorzugt sollen alle Schweine gleichzeitig fressen können. Ist dies nicht möglich, werden folgende Tier-Fressplatzverhältnisse empfohlen:

Tagesrationierte Fütterung 1:1

Ad libitum Fütterung 3:1

Breiautomaten: 8:1

* Reduzierung des Risikos von Schwanzbeißen und Kannibalismus beim Schwein – LWK Niedersachsen



Ernährung

Grundsatz: Futter-und Wasserversorgung entsprechen den Bedürfnissen der Schweine.


Relevante Rechtsanforderungen

Ziele

Mögliche Maßnahmen

Die Tiere müssen eine gesunde, altersgemäße und artgerechte Nahrung erhalten, die ihnen in so ausreichender Menge zur Verfügung zu stellen ist, dass sie gesund bleiben und ihren Nährstoffbedarf decken können. (RL98/58/EG Anhang Nr. 14)

Wer Nutztiere hält, hat (…) sicherzustellen, dassalle Tiere täglich entsprechend ihrem Bedarf mit Futter und Wasser in ausreichender Menge und Qualität versorgt sind; (§ 4 Abs. 1 Nr. 4 TierSchNutztV)

Saugferkel dürfen erst im Alter von über vier Wochen abgesetzt werden. Abweichend von Satz 1 darf ein Saugferkel früher abgesetzt werden, wenn dies zum Schutz des Muttertieres oder des Saugferkels vor Schmerzen, Leiden oder Schäden erforderlich ist. Abweichend von Satz 1 darf ferner ein Saugferkel im Alter von über drei Wochen abgesetzt werden, wenn sichergestellt ist, dass es unverzüglich in gereinigte und desinfizierte Ställe oder vollständig abgetrennte Stallabteile verbracht wird, in denen keine Sauen gehalten werden. (§ 27 Abs. 1 TierSchNutzV)

Die Schweine haben uneingeschränkt Zugang zu frischem Wasser guter Qualität.

Die Schweine werden bedarfs- und bedürfnisgerecht gefüttert; neben dem physiologischen Nährstoffbedarf für die Selbsterhaltung und Produktionsleistung der Tiere berücksichtigt die Ration auch weitere Bedürfnisse, wie z. B. Sättigung, Kauen und Magen-Darmgesundheit.

Regelmäßige Prüfung der Qualität des Trinkwassers durch eine chemische und mikrobiologische Untersuchung.

Optimierung der Futterration insbesondere bezüglich Rohfaserqualität und –quantität, Aminosäurenzusammensetzung,Salzgehalt und Vermahlungsgrad des Futters. Es wird empfohlen, hohe Anteile an Gerste und idealerweise auch Hafer in die Ration aufzunehmen.

Vermeidung von plötzlichen Änderungen der Futterzusammensetzung, -qualität, sowie der Fütterungsmethoden.

Ständiger Zugang zu Raufutter (z. B. Luzerne, Heu, Maissilage).

Umstellen des Produktionsrhythmus, sodass die Ferkel mit einem Durchschnittsalter von mindestens 28 Tagen abgesetzt werden. Kein routinemäßiges Absetzen von Ferkeln mit weniger als 28 Tagen (z. B. im Rahmen vom Ammenmanagement). Ausnahmen nur im begründeten Einzelfall zum Schutz des Muttertiers oder der Saugferkel.






































zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln