Leptospirose
| Überträger |
vor allem Nagetiere und Ratten, aber auch alle anderen empfänglichen Tiere |
| Übertragung |
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| Symptome |
Beim Tier: Abhängig von Tierart und auslösendem Leptospirenstamm (Fruchtbarkeitsstörungen beim Schwein, Allgemeininfektionen bei den meisten anderen Tierarten) Beim Menschen: Mildere grippeähnliche Symptome bis hin zu Pneumonien, Meningitis, Nieren- und Leberversagen |
| Vorbeugung |
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Erreger
Leptospiren gehören zu der Klasse der Spirochäten. Sie sind sehr beweglich und weisen eine charakteristische spiralförmige Form auf, deren Enden oftmals kleiderbügelartig gebogen sind. Bis vor ein paar Jahren wurde zwischen zwei Spezies unterschieden: der pathogenen Spezies Leptospira (L.) interrogans und der apathogenen Spezies Leptospira biflexa. Von L. interrogans sind über 300 Serovare, die sich in ihren antigenen Eigenschaften voneinander unterscheiden, bekannt. Mittlerweile werden die Leptospiren aufgrund ihrer genetischen Verwandtschaft in 20 unterschiedliche Spezies eingeteilt. Dennoch findet die ursprüngliche auf den antigenen (Antikörper-erzeugend) Eigenschaften beruhende Einteilung weiterhin Anwendung im klinischen und epidemiologischen Umfeld.
Übertragung
Leptospiren besiedeln in ihren Wirten lange und anhaltend die Nieren, weswegen es vor allem zu einer Ausscheidung der Bakterien über den Urin kommt. Die Infektion erfolgt überwiegend durch direkten oder indirekten Kontakt (zum Beispiel mit kontaminiertem Wasser) mit Urin. Die Leptospiren dringen dann aktiv über die Schleimhäute der Augen, des Verdauungs- und Geschlechtsapparates und über Verletzungen der Haut in den Körper ihrer Wirte ein und können dort grundsätzlich jedes Organsystem besiedeln. Neben Urin können die Leptospiren aber auch über Blut und Bisswunden übertragen werden. Ein wichtiges Reservoir bilden dabei Nagetiere wie Ratten und Mäuse, von denen bei sogenannten Naturherdinfektionen die Infektionen von Haustieren und auch vom Menschen ausgehen. Leptospiren können bei günstigen Bedingungen (feucht, warm) Wochen bis Monate in der Umwelt überleben.
Erkrankung beim Tier
Die Leptospirose ist in Deutschland bei allen Säugetieren entsprechend der Tierseuchenmeldeverordnung meldepflichtig. Es sind zahlreiche Wild- und Haussäugetierarten wie unter anderem Hunde, Pferde, Rinder und Schweine empfänglich für eine Infektion. Die Schwere der Erkrankung ist unter anderem vom auslösenden Serovar abhängig. Bei Schweinen führt die Leptospirose hauptsächlich zu Aborten (Fehlgeburt) beziehungsweise der Geburt lebensschwacher Ferkel. Bei anderen Tierarten stehen Symptome einer Allgemeininfektion wie Fieber und Inappetenz (Appetitlosigkeit) im Vordergrund. Bei Hunden kommt es häufig neben Fieber und Mattigkeit zu Erbrechen und Durchfall und einer unspezifischen Nieren- und Leberfunktionsstörung. Auch neurale (Nervensystem betreffend) Verlaufsformen sind bekannt. Bei Pferden wird die Beteiligung an der equinen rezidivierenden Uveitis, auch Mondblindheit genannt, diskutiert. Die Behandlung der Leptospirose erfolgt mit Antibiotika. Bei Hunden wird eine Impfung ab der 8. Lebenswoche empfohlen.
Erkrankung bei Menschen
Die Leptospirose ist eine Zoonose mit weltweiter Bedeutung. Sie kommt hauptsächlich in tropischen und subtropischen Regionen vor, aber auch in Europa erkranken jährlich mehrere tausend Menschen, von denen circa fünf Prozent an der Leptospirose versterben. Die Erkrankung und der direkte beziehungsweise indirekte Nachweis des Erregers ist beim Menschen in Deutschland seit 2001 meldepflichtig. Das klinische Bild der Leptospirose beim Menschen ist sehr vielseitig. Der Großteil der Infektionen äußert sich in subklinischen Verläufen (keine oder nur sehr geringe, kaum erkennbare Symptome) oder in grippeähnlichen Symptomen einhergehend mit Fieber und Gelenkschmerzen. Es kann aber auch zu zum Teil lebensbedrohlichen Verläufen, die prinzipiell jedes Organsystem betreffen können, kommen. Am häufigsten verzeichnet werden Hirnhaut- und Lungenentzündungen sowie Nieren- und Leberversagen.
Prävention
Für berufliche Risikogruppen ist insbesondere auf wasserdichte Schutzkleidung und das Tragen von Handschuhen zu achten. Im Freizeitbereich kann es bei der Ausübung von beispielsweise Wassersportarten sinnvoll sein, Wunden wasserdicht abzudecken. Da eine Infektion auch über Haustiere erfolgen kann, sollten diese vor einer Infektion zum Beispiel durch eine Impfung (Hunde) geschützt werden. Außerdem sollte das Trinken aus Pfützen vermieden werden.
Untersuchungen im LAVES
Das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover des LAVES ist landesweit für die Diagnose der Leptospirose zuständig. Im Jahr 2025 wurden 755 Proben von Rindern mittels Mikroagglutinationstest (MAT) auf Antikörper gegen Leptospiren untersucht, in fünf Fällen wurden Antikörper nachgewiesen. Die Untersuchung ist häufig im Rahmen von Verbringungen (Transport) in andere Länder notwendig.
Weitere Informationen
- Niedersächisches Landesgesundheitsamt (NLGA): Projekt RoBoPub: Durch Nagetiere übertragene Krankheiten und Erreger
- Robert-Koch-Institut (RKI): Ratgeber Leptospirose
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