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Ein „gutes“ Schabenjahr……

Bedingt durch milde Winter und feuchte Sommer haben sich insbesondere die Orientalische Schabe (Blatta orientalis, auch Küchenschabe, Bäckerschabe oder Kakerlake genannt) und die bei uns im Freiland vorkommenden heimischen Waldschaben (Ectobius spec. und Planuncus tingitanus) in den vergangenen Jahren stark vermehrt.
Die hygienisch unbedeutsamen Waldschaben dringen nur gelegentlich in an Waldrändern gelegenen Wohnsiedlungen in Gebäude ein, richten hier aber keine Schäden an. Auch vermehren sie sich im Gebäude nicht weiter.
Die Orientalische Schabe ist die einzig hygienisch bedeutsame Schabenart, welche im Freiland auch noch bei Temperaturen unter 20 Grad Celsius existieren und sich vermehren kann.
Großflächige Befälle mit der Orientalische Schabe sind uns bekannt, wobei sich in mehreren Fällen der Befall auf mehrere Ortsteile einer Gemeinde ausbreiten konnte. Die Kanalisation mit ihrem weit verzweigten Netz von Haupt- und Seitenarmen sowie die weitgehend konstanten Temperatur- und Feuchtigkeitsverhältnisse bieten den Schaben optimale Entwicklungs- und Verbreitungsmöglichkeiten. Auch das ebenfalls reichlich vorhandene Nahrungsangebot trägt zur Vermehrung und Verbreitung bei.
Schaben sind laut Infektionsschutzgesetz als Gesundheitsschädlinge einzustufen. Auch die Orientalische Schabe gilt als potentieller Krankheitsüberträger. Durch ihre Lebensweise trägt sie hochgradig zur Verbreitung von human- und veterinärmedizinisch bedeutsamen Krankheitskeimen bei. Es wurde festgestellt, dass Krankheitskeime bis zu 72 Stunden am Schabenkörper haften bleiben, eine Kontamination also circa drei Tage lang möglich ist. Außerdem werden von den Schaben aufgenommene Keime über ihren Verdauungstrakt noch über einen längeren Zeitraum ausgeschieden.
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Im Bild zu sehen von links nach rechts: Deutsche Schabe, Orientalische Schabe, Bernsteinwaldschabe, Deutsche Schabe
Es wurden folgende humanpathogene oder fakultativ humanpathogene Keime an Schaben nachgewiesen:
  • Escherichia coli

  • Pseudomonas aeruginosa

  • Staphylococcus aureus

  • Streptococcus faecalis

  • Pneumococcus mucosus

  • Proteus vulgaris

  • Proteus mirabilis

  • Klebsiella pneumoniae

  • Shigella spec.

  • Salmonella spec.

  • Salmonella typhi

  • Salmonella paratyphi

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Orientalische Schabe
Ein massiver und über mehrere Objekte ausgedehnter Befall mit der Orientalischen Schabe ist nur durch gezieltes monitoren und bekämpfen in den betroffenen befallsgefährdeten Bereichen in den Griff zu bekommen. Es sollte eine gezielte insektizide Behandlung ihrer Aufenthaltsorte und Verstecke (Schlupfwinkelbehandlung) erfolgen sowie die Ausbringung von Gelködern und/oder Silicaten (Kieselgur/Diatomeenerde).

In bestimmten Fällen ist auch eine biologische Bekämpfung mittels Schlupfwespen oder räuberischen Nematoden sinnvoll. Ausreichende Hygienemaßnahmen und das Abdichten von Schlupfwinkeln müssen selbstverständlich sein, wenn die Bekämpfungsmaßnahmen erfolgreich sein sollen. Beim Einsatz insektizider Stoffe ist eine eventuelle Resistenz der Schabenpopulation zu beachten und eventuell diese vor der Maßnahme von einer geeigneten Stelle durch Prüfungen festzustellen.



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Waldschabe Planuncus tingitanus

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