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Exponiert aufgestellte Bienenvölker sind bei der bestehenden Hitze akut gefährdet!

Wir raten, solche Völker jetzt unbedingt umzustellen


Eine Honigbiene trinkt mit ihrem Rüssel aus seichtem Wasser   Bildrechte: ©LAVES/O.Boecking
Biene an einer Wasserquelle

Grundsätzlich kommen Honigbienen auch mit etwas höheren Temperaturen zurecht

Bei der bestehenden Hitze muss man sich eigentlich um die Bienen keine Sorgen machen, sofern sie nicht unter extremen Bedingungen aufgestellt sind. Honigbienen sind in der Lage, die Temperatur in ihrem Stock selbst bei höheren Außentemperaturen sehr präzise zu regulieren. Steigen die Temperaturen im Beuteninneren, so verteilen sich Arbeiterinnen am Flugloch und ventilieren mit ihrem Flügelschlag die warme Luft aus dem Stock heraus. Zudem tragen sie verstärkt Wasser ein. Die Temperaturstabilität ist hauptsächlich für die Brut wichtig, denn erwachsene Bienen halten durchaus auch höhere Temperaturen aus. Dabei bilden gerade starke Völker bei hohen Außentemperaturen an der Beutenfront sogenannte „Bienenbärte”. Das sind Bienen, die zur Temperaturregulation das Beuteninnere verlassen haben und sich am Flugloch versammeln. Das ist etwas ganz Natürliches und damit besteht kein Grund zur Sorge. Deshalb sollten die Fluglöcher derzeit auch nicht eingeengt sein.

Kritisch kann es bei Hitze für Jungvölker werden. Unter Umständen schaffen sie es mit der geringen Volksstärke noch nicht die Innentemperatur ausreichend stabil zu halten. Daher sollte man Jungvölker vorsorglich immer so aufstellen, dass sie zumindest in den Mittagstunden im Schatten stehen.

Bei exponierter Aufstellung besteht die Gefahr des Verbrausens der Völker

Ganz anders aber kann es an exponierten Standorten aussehen, wenn Bienenvölker beispielsweise auf Dächern, ohne jegliche Beschattung aufgestellt sind. Dann besteht die Gefahr, dass die Völker verbrausen. Aufgrund der bituminösen oder metallischen Abdeckungen der Flachdächer, können dort bei hohen Sonnenstrahlungen Oberflächentemperaturen im Sommer auftreten, die weit über denen der Außenluft liegen (> 70 °C). Solche Temperaturen können die Bienen nicht mehr abpuffern. Deshalb sollte man grundsätzlich davon absehen, Bienenvölker so exponiert aufzustellen. Stehen Bienenvölker jetzt auf einem solchen ungeeigneten Standort, müssen sie umgehend woanders hingestellt werde – das ist Tierhalter-Pflicht.

Was kann man zur Unterstützung der Bienen in solchen Hitzephasen tun?

Derzeit finden die Bienen direkt um ihren Stand herum in den frühen Morgenstunden Tautropfen, die sie nutzen können. Die Bienen haben meist Wasserquellen in ihrer Umgebung erkundet, die sie dann verstärkt anfliegen. Viele, vom Imker womöglich liebevoll gestaltete „Bienentränken“, lassen die Bienen oftmals außer Acht und finden Gefallen am Wasser an ganz anderen Stellen. Dennoch kann man den Versuch machen, mit einem flachen, Moos- und Wasser-gefüllten Behältnis die Bienen an heißen Tagen in der Nähe des Bienenstandes zu unterstützen.

Das heiße Wetter schürt die Gefahr von Waldbränden!

Die Forstbehörden warnen derzeit vor der Waldbrandgefahr. Daher müssen Imker besonders sorgsam mit ihrem Smoker am Bienenstand umgehen.

Achten Sie auch auf sich und Ihre Gesundheit und pflegen Sie einen behutsamen und bewussten Umgang mit Hitze und Sonneneinstrahlung!


Wir wünschen Ihnen viel Freude mit Ihren Bienen! Bleiben Sie gesund!

Dr. Otto Boecking

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Exponiert aufgestellte Bienenvölker sind bei der bestehenden Hitze akut gefährdet!

Wir raten, solche Völker jetzt unbedingt umzustellen

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