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Beginn der Kirschblüte

In einigen Regionen beginnt die Kirschblüte


Zweig mit mehreren großen weißen Kischblüten   Bildrechte: © LAVES/O. Boecking
Blüte der Kirsche

Den Wetterprognosen zufolge überwiegt in den nächsten 14 Tage frühlingshaftes Wetter, wenn auch die Nachttemperaturen immer noch im einstelligen Bereich liegen werden. Mit der frühlingshaften Wettervorhersage ist die Bienensaison 2023 so richtig eröffnet und dabei kann man sich wieder einmal gut am phänologischen Kalender orientieren.

Die Kirschblüte kündigt den Beginn der Frühjahrstracht an

Auch in Celle gehen jetzt die ersten Kirschblüten auf. Den Kirschblüten folgen dann in wenigen Tagen auch schon die Birnen- und die Apfelblüten. Letztere repräsentieren im phänologischen Kalender den Beginn des „Vollfrühlings“. Da in manchen Regionen der Frühling noch nicht so weit vorangeschritten ist, kann man sich dort schon auf notwendige imkerliche Tätigkeiten vorbereiten und bei Eintritt der entsprechenden Blütenphänologie sofort reagieren. Und wo das Aufblühen bereits weiter vorangeschritten ist, müssen die Imker jetzt unbedingt handeln, bevor der Eintrag von Nektar zum Überschuss führt und die Bruträume möglicherweise „verhonigen“. Das Sprichwort „lieber den Honigraum zu früh aufsetzen als zu spät“ gilt.

Jetzt heißt es Baurahmen einhängen und Honigräume aufsetzen

In vielen Völkern sind inzwischen die „Winterbienen“ durch eine Vielzahl von geschlüpften Jungbienen ausgetauscht worden. Ein-zargige Völker füllen jetzt alle Wabengassen. Jetzt heißt es Baurahmen einhängen und Honigräume aufsetzen.

Baurahmen einhängen: Für das Einhängen von Drohnen- beziehungsweise Baurahmen (Leer-Rähmchen eventuell mit Anfangsstreifen) muss Platz im Brutraum geschaffen werden. Völkern, die über ausreichend Futtervorräte verfügen, entnimmt man dazu eine voll verdeckelte Randwabe. Wer über regelmäßig gezogene Futterkranzproben weiß, dass seine Völker gesund und frei von Amerikanischer Faulbrut sind, kann diese Futterwaben dann später bei der Erstellung von Jungvölkern verwerten. Der Drohnenrahmen sollte an der zweit-äußeren Position am Rand des Brutnestes eingehängt werden. Für die spätere Kontrolle und Entnahme der Drohnenrahmen ist es sinnvoll bei allen Völkern gleich zu verfahren. Drohnenbrut ist bekanntlich der „Magnet“ für Varroa-Milben, denn dort dringen die Milben bevorzugt zur Reproduktion ein und produzieren aufgrund der längeren Entwicklungszeit der Drohnen mehr weibliche Nachkommen im Vergleich zur Arbeiterinnenbrut. Es ist belegt, dass eine viermalige Entnahme der verdeckelten Drohnenbrut allein schon die wachsende Varroa-Population auf ein Viertel reduziert.

Honigraum über Absperrgitter aufsetzen: Bekommen die Völker jetzt keinen Honigraum und das gute Wetter hält weiterhin an, lagern die Bienen frisch eingetragenen Nektar im Brutnest ab. Der Königin stehen so nur begrenzt leere Brutzellen zum „Bestiften“ zur Verfügung. Gleichzeitig gibt es eine Vielzahl junger Bienen mit voll ausgebildeten Futtersaftdrüsen in den Völkern. Wenn diese ihren Futtersaft nicht an eine Vielzahl junger Larven verfüttern können, weil die Königin keinen Platz zum Eierlegen vorfindet, ist der Grundstein für die Schwarmzeit gelegt. Denn Faktoren die eine Schwarmstimmung auslösen können, sind zunehmendes Wachstum des Bienenvolkes, Platzmangel im Brutnest, Verschiebungen der Arbeitsverteilung auf jüngere Bienen und Rückgang des Königinnenpheromones. Auf die überwiegende Mehrzahl der Faktoren kann man also ganz einfach einwirken, indem man den Bienen mehr Raum anbietet. Hier zeigt sich auch die Vorzüglichkeit der Magazin-Imkerei.

Manch ein Imker schwört auf das „Locken“ der Bienen mit in den Honigraum umgehängten Brutwaben. Davon raten wir ab, denn Brutwaben haben im Honigraum nichts zu suchen. Es birgt zwei Gefahren: erstens kann bei einsetzenden Nachtfrösten die hochgehängte Brut womöglich verkühlen, weil die Bienen nur das eigentliche Brutnest in der Brutraumzarge wärmen und gegebenenfalls werden jüngere Larven wieder aufgefressen. Zweitens besteht das Problem, dass die Bienen dort womöglich unbemerkt Nachschaffungszellen anlegen. Als Folge der Nachschaffung im Honigraum wird dann die eigene Königin den Bienenkasten mit einem Teil der Bienen als Schwarm verlassen, bevor die erste Nachschaffungskönigin schlüpft.

Die Honigraumzarge wird ausschließlich mit hellen Waben (geschleuderte und von Bienen trocken geputzte Waben aus dem Vorjahr) und mit Mittelwänden bestückt. Die ausgebauten Waben werden mittig in die Zarge gehängt und rechts und links mit Rähmchen mit Mittelwänden ergänzt. Sollte man keine ausgebauten Waben haben, gibt man nur Mittelwände. Grundsätzlich wird zwischen der oberen Brutzarge und dem Honigraum ein Königinnen-Absperrgitter gelegt. Damit verhindert man die Anlage von Brut im Honigraum und erleichtert sich später die Ernte.

Was tun mit ein-zargigen Völkern?

Wenn ein-zargige Völker (Jungvölker des Vorjahres) bislang noch nicht erweitert wurden, dann erhalten auch diese jetzt einen Drohnenrahmen und zudem einen Honigraum über dem Absperrgitter aufgesetzt. Wenn diese Völker den Honigraum gut angenommen haben, können sie dann mit einer zweiten Brutzarge erweitert werden, die man einfach untersetzt.

Die auf starken Völkern „zwischengeparkten“ ehemals schwachen Völker müssen spätestens jetzt wieder voneinander getrennt werden.

Mit unserem Info-Brief vom 24. März 2023 hatten wir Ihnen empfohlen, schwache Völker zur Unterstützungshilfe („boostern“) über Absperrgitter auf starke, zwei-zargige Völker zu setzten. Die aufgesetzten Völker sind inzwischen gut gewachsen. Diese „Doppelvölker“, die bislang ein Flugloch gemeinsam genutzt haben, müssen jetzt wieder getrennt werden. Für diese Vorhaben muss unbedingt Flugwetter herrschen. Dann verstellt man das „Doppelvolk“ zunächst neben seinen jetzigen Standplatz. Auf der bisherigen Position wird zunächst ein Beutenboden gestellt, um dann darauf das ehemals schwache, oben aufgesetzte Volk zu platzieren. Dieses ein-zargige Volk wird mit einer Folie und Deckel abgedeckt. Als Folge werden nun alle Flugbienen, die auf diese Stelle eingeflogen sind, das ehemals schwache Volk noch mehr verstärken. Für das zuvor starke zwei-zargige Volk wird ein geeigneter Standplatz auf dem Bienenstand gewählt. Dieses Volk verliert zunächst zwar alle seine Flugbienen an das ehemals schwache Volk, weil es nun an einer anderen Stelle steht. Das kompensiert dieses Volk jedoch schnell wieder.

Ist nach einem Tag wieder Ruhe bei beiden Völkern eingekehrt, werden auch diese, wie oben für zwei- und ein-zargige Völker beschrieben, mit einem Drohnenrahmen und einem Honigraum ausgestattet.

Wenden Sie sich gerne an uns falls Rückfragen bestehen: poststelle.ib-ce@laves.niedersachsen.de


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