Pflanzenschutzmittelrückstände in Kirschen (PDF, nicht barrierefrei)
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Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Kirschen aus dem In- und Ausland?
Insgesamt wurden 67 Proben Kirschen (56-mal frische und 11-mal tiefgefrorene) auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln im Jahr 2026 untersucht. In einer Probe frische Süßkirschen aus Deutschland wurde eine ungesicherte Höchstgehaltsüberschreitung festgestellt, jedoch noch innerhalb der analytischen Messunsicherherheit. Aufgrund der ungesicherten Höchstgehaltsüberschreitung war die Probe verkehrsfähig.
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| Kirschen – erfrischend, saftig und lecker! Die roten Früchte gibt es in den unterschiedlichsten Geschmacks- und Farbvariationen. Bei den 400 bekannten Kirschsorten wird zwischen Süß- und Sauerkirschen unterschieden. Sie sind reich an Vitaminen (zum Beispiel ß-Carotin, B1, B2, B6, C) und wertvollen Mineralstoffen (zum Beispiel Magnesium, Kalium, Eisen). Zudem enthalten die Früchtchen viele bioaktive Pflanzeninhaltsstoffe. Kirschen sind sehr druckempfindlich an der Oberfläche, daher vorsichtig transportieren und nach dem Kauf oder Pflücken möglichst schnell verzehren. Im Kühlschrank halten sich die Früchte zwei bis drei Tage. Tiefgekühlt – mit oder ohne Stein – sogar bis zu mehreren Monaten. Vor dem Verzehr die Kirschen gut waschen und tupfen Sie sie trocken, um Rückstände möglichst weitgehend zu entfernen. Bei Verdacht auf Maden (Früchte wirken stumpf), Kirschen circa 15 Minuten in lauwarmes Wasser legen, dann kommen die Maden heraus. Vorsicht: Kirschkerne nicht essen oder zerbeißen – sie enthalten giftige Blausäure! |
Untersuchungsergebnisse des LAVES
Im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg des LAVES wurden im Jahr 2026 insgesamt 67 Proben Kirschen aus dem In- und Ausland auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht. Hierbei handelte es sich um 55 Proben frische Süßkirschen, eine Probe frische Sauerkirschen und 11 Proben tiefgefrorene (TK-) Sauerkirschen.
Die Proben der frischen Süßkirschen kamen 30-mal aus Anbau in Spanien, zwölfmal aus Deutschland, dreimal aus Griechenland und dreimal aus der Türkei. Bei sieben weiteren Proben Süßkirschen fehlte eine Angabe des Anbaulandes. Eine Probe frische Sauerkirschen kam aus deutscher Erzeugung.
Gemäß Kennzeichnung der Fertigpackungen stammten die beprobten TK-Sauerkirschen viermal aus Polen und einmal aus Deutschland. Bei sechs weiteren TK-Proben war der Ursprung der tiefgefrorenen Sauerkirschen nicht angegeben und ist gesetzlich auch nicht vorgeschrieben.
Abgesehen von zwei Proben polnischer TK-Sauerkirschen aus Bio-Anbau stammten alle übrigen Kirschproben aus konventioneller Produktion.
In den beiden TK-Sauerkirschproben aus Bioproduktion in Polen waren keine Pestizidrückstände nachweisbar.
In allen übrigen Kirschproben wurden hingegen Rückstände von Wirkstoffen aus Pflanzenschutzmitteln festgestellt.
In einer Probe Süßkirschen aus niedersächsischem Anbau wurde der zulässige Höchstgehalt des Insektizids Tebufenozid ungesichert überschritten, das heißt innerhalb der analytischen Messunsicherheit. Der Tebufenozidgehalt entsprach somit noch der Höchstgehaltsregelung.
In Abbildung eins ist die Rückstandsverteilung auf die Herkunftsländer zusammengefasst.
Von den insgesamt 67 Kirschproben enthielten 64 Proben (= 96%) zwei oder mehr Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. In einer Probe Süßkirschen aus Spanien war nur ein Pestizidwirkstoff bestimmbar und in den zwei polnischen TK-Bioproben waren keine Rückstände nachweisbar.
Die Maxima der Mehrfachrückstände bildete bei den frischen Kirschen eine Probe Süßkirschen aus Griechenland mit 13 unterschiedlichen Pestizidrückständen und bei den TK-Sauerkirschproben eine Probe ohne Angabe des Anbaulandes mit sieben unterschiedlichen Rückständen.
Die Verteilung der Anzahl Rückstände auf die Herkunftsländer zeigt Abbildung zwei.
In den zusammen 65 Kirschproben mit Rückständen stammten diese von insgesamt 31 unterschiedlichen Pestizidwirkstoffen (siehe Abbildung drei).
In den frischen Proben waren 27 verschiedene Pestizidrückstände und in den TK-Proben 16 verschiedene Pestizidrückstände nachweisbar.
Insgesamt am haufigsten enthielten die Proben das Insektizid Acetamiprid (42-mal) und die Fungizide Fludioxonil (38-mal), Fluopyram (34-mal) und Tebuconazol (34-mal).
In Abbildung drei ist die Häufigkeit der einzelnen Wirkstoffe in den frischen Kirschproben und in den TK-Sauerkirschproben abgebildet.
Ein Vergleich der Untersuchungsergebnisse der frischen Kirschproben von 2026 mit denen in den Vorjahren in Tabelle eins zeigt, dass sich die Rückstandsituation insgesamt kaum verändert hat.
Da das Erntejahr der Sauerkirschen in den TK-Proben unbekannt ist, bleiben diese Proben in der Tabelle unberücksichtigt.
|
Jahr 2026 |
Jahr 2025 |
Jahr 2023 |
Jahr 2020 |
|
|
Anzahl Proben |
56 |
50 |
36 |
33 |
|
-davon Bioproben |
0 (= 0 %) |
1 (= 2 %) |
0 (= 0 %) |
0 (= 0 %) |
|
Proben mit Rückständen |
56 (= 100 %) |
49 (= 98 %) |
36 (= 100 %) |
33 (= 100 %) |
|
Proben mit Mehrfachrückständen |
55 (= 98 %) |
49 (= 98 %) |
36 (= 100 %) |
33 (= 100 %) |
|
Mehrfachrückstände |
2-13 |
3-9 |
3-10 |
2-10 |
|
Häufigste Anzahl Wirkstoffe pro Probe |
4 |
4-5 |
4 |
5 |
|
Anzahl verschiedener Rückstände |
27 |
38 |
34 |
27 |
|
Proben mit Höchstgehaltsüberschreitungen |
1 (= 2 %) |
1 (= 2 %) |
4 (= 11 %) |
1 (= 3 %) |
Tabelle 1: Vergleich der Untersuchungsergebnisse der vergangenen Jahre
Fazit:
Konventionell erzeugte Kirschen zählen zu den Früchten, die sehr häufig Pflanzenschutzmittel in Form von Mehrfachrückständen enthalten.
Weitere Untersuchungsergebnisse und Informationen zu Pflanzenschutzmitteln finden Sie in folgendem Artikel:
