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Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Erdbeeren?

Erdbeeren auf weißem Hintergrund Bildrechte: ©baibaz - stock.adobe.com
Erdbeeren

Insgesamt wurden 81 Proben frische Erdbeeren auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln im Jahr 2025 untersucht, darunter eine Bioprobe. Sowohl die Bioprobe als auch zwei weitere Proben aus konventionellem Anbau waren rückstandsfrei. In 77 von 78 Proben mit Pestizidrückständen lag keine Höchstgehaltsüberschreitung vor. In einer Probe griechische Erdbeeren wurde eine ungesicherte Höchstgehaltsüberschreitung eines Fungizids festgestellt. Da das Ergebnis alllerdings noch im Streubereich der analytischen Messunsicherheit lag, wurde diese Probe auch als verkehrsfähig bewertet.

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Erdbeere – die „Königin der Beerenfrüchte“!

Die Erdbeere gehört zu der Familie der Rosengewächse und gilt als die "Königin der Beerenfrüchte". Botanisch gesehen ist die Erdbeere aber gar keine „Beere“ sondern eine Nuss (Sammelfrucht). Der rot gefärbte Fruchtkörper ist eine Scheinfrucht und die gelblichen Punkte sind die eigentlichen Früchte (Nüsschen).

Die Zahl der Erdbeersorten ist vielfältig und groß (hell- bis dunkelrot, rundlich, oval oder spitz geformt) und geht mittlerweile in die Tausende. Von Sorte zu Sorte ist auch der Geschmack recht unterschiedlich.

Die Erdbeere ist reich an den Vitaminen C, B1, B2 und Karotin, sie enthält sogar mehr Vitamin C als Zitronen oder Orangen. Und ist zudem ein guter Mineralstofflieferant für Kalium, Kalzium, Phosphor und Eisen. Der relativ hohe Ballaststoffgehalt (1.6 g pro 100g) fördert zusätzlich die Verdauung. Doch Erdbeeren sind nicht nur gesund und lecker, sondern mit nur 35 kcal pro 100 Gramm pur genossen ein kalorienarmer frischer Snack.

Frisch geerntete Erdbeeren sind sehr druckempfindlich und verderben schnell. Deshalb sollte man sie möglichst direkt nach dem Kauf verzehren oder für eine längere Aufbewahrung verarbeiten (zum Beispiel einfrieren). Im Kühlschrank, ideal unterste Schublade, lassen sich Erdbeeren ungewaschen und abgedeckt höchstens 1-2 Tage lagern. Nach wenigen Stunden verlieren sie allerdings schon etwas an Aroma. Zur Kühllagerung die Früchte am besten aus der Schale nehmen und ungestapelt auf einen Teller verteilen um Druckstellen zu vermeiden. Dabei keine Folienabdeckung verwenden, sonst könnte sich Feuchtigkeit bilden.

Absolut frische Erdbeeren bekommt man beim Selbstpflücken. Keine Erdbeere schmeckt so gut wie diejenige, die man selber gepflückt hat und ein Spaß für die ganze Familie ist der Ausflug zum Erdbeerfeld allemal.

Untersuchungsergebnisse des LAVES

Im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg des LAVES wurdenim Jahr 2025 insgesamt 81 Proben frische Erdbeeren auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln untersucht. Hiervon kamen 39 Erdbeerproben aus Deutschland, davon 33 Proben aus niedersächsischem Anbau. Die übrigen Proben kamen 27-mal aus Spanien, achtmal aus Griechenland, fünfmal aus den Niederlanden und einmal aus Belgien. Eine weitere Probe war ohne Angabe der Herkunft. Unter den spanischen Erdbeerproben stammte eine Probe aus ökologischem Anbau.

Rückstande von Wirkstoffen aus Pflanzenschutzmitteln wurden in 38 Proben aus Deutschland, 25 Proben aus Spanien, sieben Proben aus Griechenland, fünf Proben aus den Niederlanden, einer Probe aus Belgien und in der Probe ohne Herkunftsangabe nachgewiesen.

In einer Bioprobe aus Spanien sowie in jeweils einer konventionell erzeugten Erdbeerprobe aus Deutschland und Spanien konnten keine Pflanzenschutzmittelrückstände bestimmt werden.

In einer Probe griechische Erdbeeren wurde eine ungesicherte Höchstgehaltsüberschreitung eines Fungizids Cyflufenamid festgestellt. Da das Ergebnis innerhalb der analytischen Messunsicherherheit, der nachgewiesene Gehalt alllerdings noch im Streubereich der analytischen Messunsicherheit lag, wurde diese Probe auch als verkehrsfähig bewertet. Cyflufenamid wirkt als Fungizid gegen den Echten Mehltau.

Die Ergebnisse der Rückstandsuntersuchungen der Erdbeerproben sind in Abbildung eins zusammenfassend dargestellt.

Abbildung 1: Ergebniszusammenfassung der Erdbeeren; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff. Bildrechte: © LAVES
Abbildung 1: Ergebniszusammenfassung der Erdbeeren; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff.

Abbildung zwei präsentiert die Anzahl der Rückstände in den Erdbeeren je Herkunftsland.

Mehrfachrückstände aus zwei oder mehr Wirkstoffen waren in insgesamt 75 Proben (= 93 Prozent) nachweisbar, darunter in 37 (= 95 Prozent) der 39 Erdbeerproben aus Deutschland. In den Proben aus Spanien wurden maximal neun Wirkstoffrückstände festgestellt und in den Proben aus Deutschland und den Niederlanden jeweils acht. Das Maximum bildeten zehn unterschiedliche Rückstände in einer Erdbeerprobe aus Griechenland.

In den deutschen Proben waren am häufigsten (dreizehnmal) vier unterschiedliche Rückstände bestimmbar und in den Erdbeerproben aus Spanien waren es am häufigsten fünf (8-mal).

Abbildung 2: Anzahl der Mehrfachrückstände in Erdbeeren; berücksichtigt sind Proben mit Rück-standsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff. Bildrechte: © LAVES
Abbildung 2: Anzahl der Mehrfachrückstände in Erdbeeren; berücksichtigt sind Proben mit Rück-standsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff.

Abbildung drei stellt die Häufigkeit der in den Proben nachgewiesenen Pflanzenschutzmittel dar.

Die hier untersuchten Erdbeerproben enthielten Rückstände aus insgesamt 37 verschiedenen Pestizidwirkstoffen. Am häufigsten bestimmbar waren die Fungizide Fludioxonil (39-mal), Cyprodinil (37-mal) und Fluxapyroxad (24-mal).

Rückstände von in Deutschland für Erdbeerkulturen oder hier allgemein im Anbau nicht zugelassenen Wirkstoffen wurden nicht festgestellt.

Abbildung 2: Anzahl der Mehrfachrückstände in Erdbeeren; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff. Bildrechte: © LAVES
Abbildung 3: Häufigkeit nachgewiesener Pflanzenschutzmittelrückstände in Erdbeeren; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff.

Ein Vergleich der Untersuchungsergebnisse von 2023 bis 2025 in Tabelle eins zeigt, dass sich die Rückstandsituation bei Erdbeeren insgesamt wenig verändert hat.

Jahr 2025

Jahr 2024

Jahr 2023

Anzahl Proben

81

82

76

-davon Bioproben

1 (= 1 %)

3 (= 4 %)

2 (= 3 %)

Proben mit Rückständen

78 (= 96 %)

72 (= 88 %)

69 (= 91 %)

Proben mit

Mehrfachrückständen

75 (= 93 %)

68 (= 83 %)

67 (= 88 %)

Mehrfachrückstände

2-10

2-13

2-14

Häufigste Anzahl Rückstände pro Probe

4

4

5

Anzahl verschiedener

Rückstände

37

39

40

Höchstgehaltsüberschreitungen

1

1

2

Tabelle 1: Vergleich der Untersuchungsergebnisse in den Jahren 2025, 2024 und 2023

Fazit:

Die Untersuchung von 81 Proben Erdbeeren hat die Ergebnisse aus dem Vorjahr bestätigt, wonach konventionell erzeugte Erdbeeren sehr häufig Rückstände mehrerer Pflanzenschutzmittelwirkstoffe aufweisen.

Weitere Untersuchungsergebnisse und Informationen zu Pflanzenschutzmitteln finden Sie in folgendem Artikel:

Feldspritze nah Bildrechte: © Kara - stock.adobe.com

Pflanzenschutzmittel

Pflanzenschutzmittel werden als Schutz vor zum Beispiel Pilzen, Insekten, Milben, Unkräutern, Schnecken und Wildfraß verwendet. In Deutschland sind rund 250 Wirkstoffe in zugelassenen Pflanzenschutzmitteln registriert, die wiederum in etwa 1050 verschiedenen Handelsprodukten enthalten sind. mehr
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Erdbeeren – Tipps und Infos rund um die rote Frucht

Erdbeeren sind ein köstlicher Genuss. Das LAVES hat wichtige Tipps für den Einkauf, die Lagerung und die Zubereitung der empfindlichen Frucht zusammengestellt. In den Lebensmittel- und Veterinärinstituten des LAVES werden frische Erdbeeren genauer untersucht. mehr
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat häufig gestellte Fragen und Antworten zur Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, zur Festsetzung von Rückstandshöchstgehalten und zu den Konsequenzen möglicher Überschreitungen zusammengefasst: https://www.bfr.bund.de/fragen-und-antworten/thema/fragen-und-antworten-zu-pflanzenschutzmittelrueckstaenden-in-lebensmitteln
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