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Pflanzenschutzmittelrückstände in Kirschen

Im Jahr 2019 wurden insgesamt 52 Proben Kirschen aus fünf Herkunftsländern auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln untersucht. 45 Proben enthielten Wirkstoffrückstände. Eine Höchstgehaltsüberschreitung trat in einer Kirschprobe aus Griechenland auf.

Im 2. und 3. Quartal 2019 wurden im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg des LAVES insgesamt 52 Proben Kirschen (davon eine Probe Sauerkirschen) auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht. 23 Proben stammten aus Deutschland (hierunter 2 Proben aus ökologischem Anbau), 19 aus der Türkei und sieben aus Spanien. Jeweils eine Probe kam aus Italien und Griechenland, eine Probe war ohne Angabe der Herkunft. In Abbildung 1 sind die Ergebnisse der Rückstandsuntersuchungen dargestellt.

Abbildung 1   Bildrechte: LVI OL FB 41 (Renate Henrichs) 2020
Abbildung 1: Ergebniszusammenfassung der Kirschen; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff.

Lediglich drei Proben aus Deutschland und vier Proben aus der Türkei enthielten keine nachweisbaren Pflanzenschutzmittelrückstände. In der Probe aus Griechenland wurde Dimethoat oberhalb des zulässigen Höchstgehalts nachgewiesen. Dimethoat wird unter anderem als Insektizid gegen saugende und fressende Schädlinge eingesetzt. Eine mögliche gesundheitliche Beeinträchtigung von Verbrauchern ist nicht zu erwarten.

Abbildung 2   Bildrechte: LVI OL FB 41 (Renate Henrichs) 2020
Abbildung 2: Mehrfachrückstände in Kirschen; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff.

In 87 Prozent der deutschen Proben und 86 Prozent der Kirschen aus dem Ausland wurden Mehrfachrückstände, das heißt zwei oder mehr Wirkstoffe je Probe nachgewiesen (Abbildung 2). Eine Kirschprobe aus der Türkei enthielt zehn verschiedene Wirkstoffe. Die Untersuchungsergebnisse des Jahres 2019 zeigen keinen signifikanten Unterschied in der Anzahl der Mehrfachrückstände zwischen ausländischer und deutscher Ware.

Abbildung 3   Bildrechte: LVI OL FB 41 (Renate Henrichs) 2020
Abbildung 3: Nachgewiesene Pflanzenschutzmittelrückstände in Kirschen; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff.

Insgesamt wurden in den Proben aus dem In- und Ausland 36 verschiedene Wirkstoffe nachgewiesen (Abbildung 3). Am häufigsten, wie auch schon in den Vorjahren, war das Insektizid Acetamiprid (36-mal), das zur Bekämpfung der Kirschfruchtfliege eingesetzt wird, in den Kirschen enthalten.

Fazit

Von 52 untersuchten Proben wiesen lediglich sieben Kirschenproben, drei aus Deutschland und vier aus der Türkei, keine Pflanzenschutzmittelrückstände auf. Insgesamt wurden in 87 Prozent aller untersuchten Kirschen Mehrfachrückstände nachgewiesen. Die untersuchten Kirschen zählen zu den mittelmäßig bis stärker belasteten Früchten.

Kirschen Bildrechte: © Africa Studio - Fotolia.com

Weitere Untersuchungsergebnisse und Informationen zu Pflanzenschutzmitteln finden Sie in folgendem Artikel:

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