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Pflanzenschutzmittelrückstände in Bio-Bananen?

Im Jahr 2020 wurden 26 Bananenproben aus Bioanbau, auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht. In 21 Proben waren keine Pestizide nachweisbar. In 5 Proben wurde jeweils ein Wirkstoffrückstand festgestellt. Alle 26 Proben entsprachen der Angabe „Bio“.

2020 wurden im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg des LAVES insgesamt 26 Bananenproben aus Bioanbau auf Pflanzenschutzmittelrückstände überprüft. Hintergrund für die Untersuchung waren unter anderem Presseberichte, wonach Bananen, die als „Bio“ vermarktet werden, in den Anbauländern mit Pestiziden behandelt werden, die nach EG-Öko-Verordnung im ökologischen Landbau unzulässig sind.

Da sich die Pestizidhöchstgehalte der EU auf die ungeschälte Banane beziehen, wurden bei allen Proben Fruchtfleisch und Schale zusammen auf Rückstände untersucht.

Als Herkunft der hier untersuchten Bio-Bananen waren 8-mal die Dominikanische Republik, 7-mal Ecuador, 4-mal Peru und 2-mal Kolumbien angegeben. Bei 5 Proben blieb der Ursprung mangels Angaben unbekannt.

In 21 der insgesamt 26 untersuchten Proben (= 81 Prozent) wurden keine Rückstände festgestellt.

In fünf Bananenproben (= 19 Prozent), davon drei Proben aus Ecuador und in je einer Probe aus der Dominikanischen Republik und aus Peru war jeweils ein Pestizidrückstand nachweisbar.

In allen fünf Proben wurden die zulässigen Höchstgehalte – sie sind für konventionell und biologisch erzeugte Produkte identisch – nicht überschritten.

Abbildung 1 fasst die Rückstandsverteilung auf die angegebenen Ursprungsländer der Proben zusammen.

Abbildung 1   Bildrechte: LVI OL FB 41 (Dr. Ralph Kombal) 2020
Abbildung 1: Ergebniszusammenfassung der Bio-Bananenproben; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Rückstand.

In Abbildung 2 wird die Anzahl der Rückstände pro Probe dargestellt.

In fünf Proben Biobananen war jeweils nur ein Wirkstoff nachweisbar. Mehrfachrückstände, das heißt zwei oder mehr Wirkstoffe oder deren Metabolite, waren somit in keiner Probe enthalten.

Abbildung 2   Bildrechte: LVI OL FB 41 (Dr. Ralph Kombal) 2020
Abbildung 2: Mehrfachrückstände in den Bio-Bananenproben; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Rückstand.

Wie Abbildung 3 zeigt, wurden Rückstände von fünf verschiedenen Pestizidwirkstoffen in den Bio-Bananen bestimmt.

Bei einer Probe aus Ecuador konnten Rückstände des im Bioanbau erlaubten Insektizids Spinosad unterhalb des zulässigen Höchstgehaltes quantitativ bestimmt werden.

Bei den übrigen Proben handelte es sich um Rückstände der im Bioanbau nicht zugelassenen Insektizide Abamectin in einer Probe aus Ecuador und Acetamprid in einer Probe aus Peru sowie um Reste der im Bioanbau unzulässigen Fungizide Fenpropimorph in einer Probe aus Ecuador und Thiabendazol in einer Probe aus der Dominikanischen Republik.

Acetamiprid, Fenpropimorph und Thiabendazol waren nur in Spuren in den Proben nachweisbar. Der Rückstandsgehalt von Abamectin lag noch im Bereich der analytischen Messunsicherheit von 50 % oberhalb der Bestimmungsgrenze (0,01 mg/kg).

Somit entsprachen auch alle fünf Bananenproben mit Rückständen der Angabe „Bio“.

Abbildung 3   Bildrechte: LVI OL FB 41 (Dr. Ralph Kombal) 2020
Abbildung 3: Häufigkeit nachgewiesener Pflanzenschutzmittelrückstände in den Bio-Bananenproben; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Rückstand.

Fazit:

Die Untersuchung hat gezeigt, dass Bio-Bananen auch Rückstände von im ökologischen Landbau unzulässigen Pestizidwirkstoffen enthalten können.

Die geringen Rückstandsgehalte der im Bioanbau unzulässigen Wirkstoffe könnten jedoch durch Verschleppungen bei Transport oder Lagerung verursacht worden sein und müssen nicht zwangsläufig aus unerlaubten Anwendungen stammen.

Sowohl die 21 Proben ohne nachweisbare Pestizide als auch die fünf rückstandshaltigen Proben entsprachen hinsichtlich des Ergebnisses der Rückstandsuntersuchung der Angabe „Bio“.

Bananen Bildrechte: LVI OL (FB 41) 2006

Bananen

Weitere Untersuchungsergebnisse und Informationen zu Pflanzenschutzmitteln finden Sie in folgendem Artikel:

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