EU-Projekt JACOP 2025: Stimmt die Zusammensetzung bei Textilien?
Im Jahr 2025 hat das LAVES am EU-Projekt JACOP (Joint Actions on Compliance of Products in the EU and EFTA countries) teilgenommen und zusammen mit neun weiteren Marktüberwachungsbehörden aus acht unterschiedlichen EU-Staaten untersucht, ob die angegebene Faserzusammensetzung bei Textilien tatsächlich zutrifft.
Gesamtergebnis des EU-Projekts für Textilien
Insgesamt wurden 132 Proben von Textilien gezogen und im Labor analysiert. Dabei stellten die Behörden in 49 Textilerzeugnissen eine falsche Faserzusammensetzung fest – das entspricht einer Beanstandungsquote von 37 Prozent (%). Zu den Fehlern zählen sowohl Toleranzüberschreitungen als auch völlig falsche Faserangaben.
Am häufigsten beanstandet wurden Textilien mit einem Gemisch aus Natur- und Chemiefasern (64 %), gefolgt von Mischungen aus Naturfasern (46 %) und einer deutlich geringeren Quote bei reinen Woll- und Baumwollprodukten (15 %).
Untersuchungsergebnisse des LAVES
Von 19 Proben des LAVES für JACOP 2025 wiesen 14 Proben (rund 74 %) eine falsche Faserzusammensetzung auf, womit die Beanstandungsquote fast doppelt so hoch liegt, wie im Projektdurchschnitt. Der Fokus lag auf folgenden Faserarten und Mischungen: Wolle, Baumwolle und Mischungen aus Naturfasern oder Natur- und Chemiefasern. Untersucht wurden ausschließlich Bekleidungstextilien, darunter Babykleidung, Damenoberteile, Nachtwäsche, Funktionsbekleidung und Schals.
Ein Beispiel aus den Untersuchungen: Die Zusammensetzung einer Bluse wurde mit 80 % Baumwolle und 20 % Leinen in der Kennzeichnung angegeben. Die Untersuchung zeigte jedoch, dass die Bluse aus 100 % Polyester bestand.
Fazit
Von den 132 geprüften Produkten wurden 49 als nicht konform befunden, was einer Ausfallquote von 37 % entspricht. Dies deutet darauf hin, dass eine fehlerhafte Faserzusammensetzung weit verbreitet zu sein scheint und ein systemisches Problem in allen geprüften Textilproduktkategorien darstellt.
Insgesamt stellen diese Mängel wirtschaftliche Risiken für Verbraucherinnen und Verbraucher dar, verzerren den fairen Wettbewerb und behindern das Textilrecycling aufgrund ungenauer Faserbestimmung.
Empfehlungen für Verbraucherinnen und Verbraucher lauten, besonders bei sehr niedrigen Preisen und Angeboten vorsichtig zu sein. Bevorzugt werden sollten Produkte, bei denen der Name, die Adresse oder die Website des Herstellers auf dem Etikett angegeben ist, um die Verantwortlichkeit und Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten.
Was ist Projekt JACOP 2025?
Ziel der Initiative „JACOP“ ist es, gemeinsame Maßnahmen zur Konformität von Produkten in der EU und den EFTA-Ländern zu organisieren und die Zusammenarbeit zwischen Marktüberwachungsbehörden zu fördern. In diesem Rahmen sollen gemeinsame Produkttests durchgeführt, Risiken bewertet und operative Methoden harmonisiert werden. JACOP 2025 nimmt dabei in Europa verkaufte nicht-lebensmittelbezogene Produkte in den Blick:
- Düngemittel (anorganische und mineralische Düngemittel mit Ureaseinhibitoren)
- Isoliermaterialien in Bauprodukten
- Gefährliche Stoffe in Geräten
- Kosmetika (Sonnenschutzprodukte)
- Funkgeräte (ferngesteuerte Spielzeuge)
- Textilien (Kleidung)
- Aufzüge inklusive Sicherheitskomponenten, insbesondere Puffer
- Gasgeräte (Grills, Tischgrills und unabhängige Herde für den Außengebrauch)
- Persönliche Schutzausrüstung – Helme für Profis
- Persönliche Schutzausrüstung – Helme für Verbraucherinnen und Verbraucher
- Persönliche Schutzausrüstung – Professionelle Schuhe
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