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Geflügelpest - Fragen und Antworten zur Legehennenbetriebsregistrierung

Wichtige Informationen zur Freiland- und Bodenhaltung sowie zur Auslauffläche


Nachfolgend beantworten wir die häufigsten Fragen zu der Legehennenbetriebsregistrierung unter besonderer Beachtung der Besonderheiten der konventionellen Freilandhaltung aufgrund von Anhang II der Verordnung (EU) Nr. 589/2008:


I. Allgemeine Fragen der Registrierung

Was kostet eine Umregistrierung?

Für eine Umregistrierung werden durchschnittlich Gebühren in Höhe von circa 96 Euro nach der Gebührenordnung für die Verwaltung im Bereich des Verbraucherschutzes und des Veterinärwesens (GOVV) erhoben. Die Gebühr wird nach zeitlichem Aufwand erhoben und kann daher auch höher oder niedriger ausfallen.


II. Besondere Fragen zur Freilandhaltung

Wann muss auch kurzfristig von Freilandhaltung auf Bodenhaltung umregistriert werden?

Von Freilandhaltung auf Bodenhaltung ist umzuregistrieren, wenn der Zugang zum Auslauf eingeschränkt werden soll oder muss und keine Aufstallungsverfügung der örtlich zuständigen kommunalen Veterinärbehörde vorliegt und die Voraussetzungen für die Schlechtwetterregelung nicht erfüllt sind. Beispielhaft (nicht abschließend), ist umzuregistrieren bei:

a. Aufstallungsempfehlung des Hoftierarztes wegen Medikation

b. Mausern eines Legehennenbestandes

c. Pflegearbeiten auf bzw. an der Auslauffläche

d. Schlechte Beschaffenheit der Auslauffläche

e. Nutzung der Auslauffläche aus anderen Gründen nicht möglich.

Anzeigen zur Umregistrierung sind gebührenpflichtig.


Wann kann wieder auf Freilandhaltung umregistrieren werden?

Wenn die Bedingungen der Freilandhaltung wieder erfüllt sind und die Legehennen wieder Zugang zum Freiland haben. Anzeigen zur Umregistrierung sind gebührenpflichtig.


Zugang zur Auslauffläche

Wann muss Legehennen Zugang zum Auslauf gewährt werden?

Den Legehennen ist tagsüber immer – spätestens ab 10 Uhr uneingeschränkter Zugang zu einem Auslauf im Freien zu gewähren (Anhang II Nr. 1 Buchstabe a) der Verordnung (EG) 589/2008). Es entspricht der guten landwirtschaftlichen Praxis, die Tiere morgens so lange im Stall zu halten, bis die Eiablage und das Abkoten erfolgt sind. Aus Gründen der guten Tierhaltungspraxis wird anerkannt, dass die Hennen erst drei Wochen nach Einstallung Zugang zum Freiland erhalten. Hierfür ist keine Umregistrierung erforderlich, die Tage zählen allerdings bei der Berechnung der 16-Wochenfrist mit. Zulässige Ausnahmen sind das Vorliegen einer Aufstallungsverfügung der örtlich zuständigen kommunalen Veterinärbehörde oder der Voraussetzungen für die Schlechtwetterregelung.

16- Wochenfrist bedeutet, dass für eine Übergangszeit von 16 Wochen Freiland-Eier als solche vermarktet werden dürfen, auch wenn die Hühner aufgrund einer behördlichen Anordnung keinen Auslauf ins Freigelände mehr haben.

Bei Bio-Eiern ist es etwas anders: Nach der EU-Öko-Verordnung muss den Tieren ständiger Zugang zu Freigelände gewährt werden, es sei denn tierseuchenrechtliche Anordnungen stehen dem entgegen. Die Eier dürfen trotz Aufstallpflicht weiter als Bio-Eier verkauft werden, den Hühnern muss jedoch im Stall zusätzliches Rauhfutter angeboten werden. Das sind beispielsweise Heu, Grassilage, Maissilage, Luzerneheu oder Kartoffelschalen. Auch bei Bio-Hennen gilt dies nicht unbegrenzt. Hier gibt es keine 16-Wochen-Frist, sondern den Hennen muss insgesamt mindestens ein Drittel ihrer Lebenszeit Auslauf gewährt werden. Wann diese Frist unterschritten wird, kann nur individuell für jede Herde berechnet werden.

Nach Ablauf der Übergangsfrist müssen die Eier aus Freiland- oder Öko-Haltung als Eier aus Bodenhaltung vermarktet werden.


Schlechtwetterregelung und Aufstallungspflicht wegen Aviärer Influenza

Was bedeutet „Schlechtwetterregelung“?

In Niedersachsen ist seit dem 1. November 2020 die Beschränkung des Auslaufs in der konventionellen Freilandhaltung von Legehennen aufgrund von extremen Witterungsbedingungen zu regeln.

Diese Regelung wurde am 26.10.2020 durch Erlass zur Schlechtwetterregelung für Legehennen in Freilandhaltung des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz umgesetzt.


Bis wann muss eine Mitteilung zur Inanspruchnahme der Schlechtwetterregelung abgegeben werden?

Bis 10 Uhr muss die Mitteilung per Fax oder per Email beim LAVES Dezernat 43 eingegangen sein.


Was muss die Mitteilung alles enthalten?

Neben dem korrekt ausgefüllten Vordruck ist ein Nachweis über das Vorliegen der Voraussetzungen (Temperatur (nähere Information gibt es unter www.proplanta.de) , Wind, Regen (nähere Information gibt es unter www.dwd.de)) vorzulegen.


Müssen Betriebe eine Mitteilung über eine geltende Aufstallungsverfügung des Landkreises, der kreisfreien Stadt oder Region an das LAVES – Dezernat 43 abgeben?

Ja – anders ist die betriebliche Betroffenheit nicht sicher zu stellen (zum Beispiel bei einzelbetrieblichen Verfügungen oder Teilgebietsaufstallungen) und/oder es fehlen relevante Informationen zu den betroffenen Herden (Einstallungsdatum, weitere Aufstallungstage) für die die 16-Wochenfrist jeweils einzeln zu berechnen ist.


Wenn nach Ende der 16-Wochen-Frist die Freilandhaltung als Bodenhaltung umregistriert wird, kann mit der Einstallung von Junghennen – während der Stallpflicht – für die neue Herde wieder auf Freilandhaltung umregistriert werden?

Ja – dem Grunde nach wäre bereits zu Beginn jeder Aufstallung umzuregistrieren, darauf wird aus wirtschaftlichen Gründen bei der Registrierungsbehörde verzichtet, in der Erwartung, dass die Umregistrierung nach Auslaufen der 16-Wochenfrist seltener erforderlich ist.


Werden vor dem Ende der 16-Wochenfrist Althennen ausgestallt, gilt dann für die neueingestallte Herde eine erneute 16-Wochenfrist?

Ja – weil die 16-Wochenfrist herdenbezogen ist.


Werden die ersten 3 Wochen nach der Einstallung einer neuen Herde, in denen die Hennen im Stall bleiben können (Eingewöhnung in die Stallanlage; keine oder wenige vermarktungsfähige Eier), auf die 16-Wochenfrist angerechnet?

Ja – es handelt sich bei den 16 Wochen um einen Maximalzeitraum je Herde.


Werden die 16 Wochen mehr als einmal je Herde gleichzeitig eingestallter Hennen angewendet?

Nein – es handelt sich bei den 16 Wochen um einen Maximalzeitraum je Herde.


Was passiert, wenn für eine Herde die 16-Wochenfrist überschritten ist?

Der jeweilige Stall für die Herde wird von Amtswegen auf Bodenhaltung umregistriert. Ab diesem Zeitpunkt sind die Eier der betroffenen Herde bis zur Aufhebung der Aufstallungsverfügung als Bodenhaltungseier zu vermarkten. Von Amtswegen durchgeführte Umregistrierungen wegen Überschreitung der 16-Wochenfrist erfolgen gebührenfrei.


Welche Konsequenzen drohen, wenn den Legehennen der Zugang zum Auslauf nicht gewährt wird?
Wird festgestellt, dass Legehennen an einem bestimmten Tag der Zugang zum Auslauf ohne Vorliegen einer amtstierärztlichen Verfügung beschränkt wurde, die Eier aber als „Eier aus Freilandhaltung“ vermarktet wurden, wird für diese Eier ein kostenpflichtiges Vermarktungsverbot ausgesprochen. Darüber hinaus werden Feststellungen über nicht gewährten Zugang zum Auslauf und eine sich anschließende Vermarktung von Eiern als „Eier aus Freilandhaltung“ an die zuständige Staatsanwaltschaft zur strafrechtlichen Würdigung weitergeleitet.


Doppelnutzung

Was bedeutet, dass die Auslauffläche zum größten Teil bewachsen sein muss?

Mindestens 50 Prozent der Auslauffläche müssen mit Bäumen, Sträuchern, Gras etc. bewachsen sein.


Darf die Auslauffläche einer konventionellen Freilandhaltung als Obstgarten genutzt werden?

Ja – dies ist eine gesetzliche zugestandene Doppelnutzung. Die Nutzung als Obstplantage ist davon nicht erfasst.


Darf die Auslauffläche einer konventionellen Freilandhaltung als Wald genutzt werden?

Ja – dies ist eine gesetzliche zugestandene Doppelnutzung. Es ist aber fraglich, ob Legehennen im Wald gehalten werden dürfen (Untere Waldbehörde für Genehmigung nach Waldgesetz anfragen).


Darf die Auslauffläche einer konventionellen Freilandhaltung für Weidehaltung genutzt werden?

Ja – dies ist eine gesetzliche zugestandene Doppelnutzung aber genehmigungspflichtig durch LAVES Dezernat 43. Maximal genehmigungsfähig sind 1,4 GVE/ha (Großvieheinheiten je Hektar) als extensive Beweidung unter der Voraussetzung, dass mehr als die Mindestfläche je Legehenne zur Verfügung steht.


Darf auf der Auslauffläche einer konventionellen Freilandhaltung eine Photovoltaikanlage errichtet werden?

Nein – dies ist keine gesetzlich zugestandene Form der Doppelnutzung.


Darf auf der Auslauffläche einer konventionellen Freilandhaltung gedüngt und der Aufwuchs gemäht und als Futtermittel verwendet werden?

Nein – dies ist keine gesetzlich zugestandene Form der Doppelnutzung.

Eier

Legehennenbetriebsregister und Erzeugercodes

In Niedersachsen ist das LAVES die zuständige Behörde für die Registrierung von Legehennenbetrieben. Seit dem 1. Januar 2004 dürfen nur noch Eier aus einem Legehennenstall in Verkehr gebracht werden, für den eine Registriernummer (Erzeugercode) vergeben wurde. mehr
Link zu Ausbruch der Vogelgrippe im Landkreis Emsland Bildrechte: monticellllo - Fotolia.com

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