LAVES klar

Vegane Produkte - frei von tierischen Bestandteilen?


Vegane und vegetarische Lebensmittel liegen im Trend und haben einen ständig wachsenden Marktanteil. Laut einer Marktanalyse im Auftrag vom ARD Magazin Plusminus stieg der Umsatz von rund 50 ausgewählten veganen Lebensmitteln zwischen 2012 und 2014 um fast 40 % auf über 22 Millionen Euro. Darunter befanden sich viele Fleischersatzprodukte wie vegane Wurst oder vegetarische Schnitzel.

Der Vegetarierbund Deutschland e.V. (VEBU) ging im Januar 2015 von rund 7,8 Millionen Vegetariern (rund 10 % der Bevölkerung) und 900.000 Veganern (1,1 %) in Deutschland aus [1]. Der Anteil der Veganer wächst dabei ständig weiter. Die Gründe sind unterschiedlicher Natur. Neben dem Tierwohl steht der gesundheitliche Aspekt immer stärker im Vordergrund.

Im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover (LVI BS/H) werden deshalb regelmäßig vegane und vegetarische Lebensmittel untersucht. Insgesamt 151 Proben veganer Lebensmittel wurden im ersten Halbjahr 2016 und im Jahr 2015 auf tierische Bestandteile geprüft. Erfreulicher Weise waren die meisten Erzeugnisse ohne auffälligen Befund.


Definition "vegan" und "vegetarisch"

Zurzeit gibt es weder auf EU-Ebene noch in Deutschland rechtsverbindlichen Kriterien, die vegane und vegetarische Lebensmittel erfüllen müssen. Dies führt sowohl bei Verbrauchern als auch bei Herstellern zu Unsicherheit. Die Verbraucherschutzminister der Länder haben im April 2016 einen Vorschlag für die Definition der Begriffe „vegan" und „vegetarisch" beschlossen. Demnach sind Lebensmittel vegan, die


  • keine Erzeugnisse tierischen Ursprungs sind und

  • bei denen auf allen Produktions- und Verarbeitungsstufen keine Zutaten oder Verarbeitungshilfsstoffe, die tierischen Ursprungs sind, zugesetzt oder verwendet worden sind.

  • Eine unbeabsichtigte Verunreinigung mit Spuren tierischer Substanzen steht einer veganen Auslobung nicht entgegen, sofern diese bei Einhaltung der guten Herstellungspraxis unvermeidbar sind.


Bei vegetarischen Lebensmitteln können, abweichend von dieser Definition, auch Milch, Kolostrum, Farmgeflügeleier, Bienenhonig, Bienenwachs, Propolis oder Wollfett/Lanolin (aus von lebenden Schafen gewonnener Wolle) oder daraus gewonnene Erzeugnisse eingesetzt werden.


Untersuchungen im LAVES

Im LVI BS/H wurden im Jahr 2015 und ersten Halbjahr 2016 insgesamt 151 Proben veganer Lebensmittel auf tierische Bestandteile untersucht. Zusätzlich wurden viele dieser Proben auf das Vorhandensein von gentechnisch veränderten Organismen untersucht. Je nach Auslobung der Proben wurde auch auf Soja, Gluten sowie verschiedene Nüsse und Erdnüsse untersucht.

Die Verteilung der Proben auf verschiedene Warengruppen zeigt folgendes Diagramm.





Verteilung der Proben  

Ergebnisse

Bei drei der vier Eisproben wurden Spuren von Milcheiweiß knapp über der Nachweisgrenze (1 mg/kg) gefunden. Sie stammen vermutlich aus einer Kontamination des Portionierers, welcher für die Entnahme verwendet wurde.

Eine vegetarische Wurst enthielt DNA vom Schwein. Eine Quantifizierung war hier aber nicht möglich. Daher kann keine Aussage darüber gemacht werden, ob Bestandteile der Tierart Schwein als Zutat verwendet wurden, oder ob es sich um eine Kontamination handelt.

Außerdem wurden in fünf Proben mit veganer Auslobung aus anderen Projekten Milcheiweiß nachgewiesen. Dabei handelte es sich um eine Backware mit einem Milchanteil von mehr als 250 mg/kg, die beanstandet wurde und vier vegane Pizzen eines Herstellers mit einem Milchanteil von weniger als 10 mg/kg Milchanteil in dem veganen Pizzabelag. Der Hersteller der Pizzen deklariert deshalb die Möglichkeit einer Kontamination.


[1] www.vebu.de



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