Grillhandschuhe auf Bisphenole untersucht
Ferienzeit und bestes Sommerwetter – die lauen Abende genießen alle gern gemütlich im Freien. Fleisch, Fisch oder Gemüse für das gemeinsame Essen werden dann häufig auf dem Grill zubereitet. Um dabei die Hände vor Verbrennungen zu schützen, eignen sich hitze- und feuerfeste Grillhandschuhe.
Die hierfür eingesetzten Fasern müssen besonders widerstandsfähig sein. Dafür sind Fasern aus Aramid besonders gut geeignet – Aramid ist ein Kofferwort aus der Verschmelzung der Bezeichnung „Aromatische Polyamide“.
Untersuchungsergebnisse
Pünktlich zum Beginn der sommerlichen Grillsaison untersuchte das Institut für Bedarfsgegenstände in Lüneburg zehn Grillhandschuhe mit oder aus Aramid auf die Bisphenole A, B, F und S. Bisphenole können für Umwelt sowie Gesundheit bedenklich sein und wurden bereits bei Untersuchungen von Textilien aus Polyamiden gefunden. Im Gegensatz zu den bisherigen Untersuchungen von Textilien aus Polyamid wurden die Bisphenole F und S in den hier unter die Lupe genommenen Proben nicht nachgewiesen. Jedoch konnten Gehalte an Bisphenol A mit bis zu 12,9 Milligramm pro Kilogramm (mg/kg) bestimmt werden [Diagramm 1]. Für Bisphenole bestehen derzeit keine festgelegten Grenzwerte für Textilien.
Umwelt- und Gesundheitsbedenken
Die Quelle für das Bisphenol A in den untersuchten Grillhandschuhen aus Aramidfasern konnte bisher nicht ausgemacht werden. Allerdings ist der Einsatz von Bisphenol A in vielen industriellen Anwendungen weit verbreitet [1]. Es kann somit nicht ausgeschlossen werden, dass Bisphenol A-haltige Chemikalien für die Herstellung oder Veredelung (etwa Färbung und Oberflächenbehandlung) von Aramidfasern beziehungsweise -textilien eingesetzt werden.
Bei Grillhandschuhen ist üblicherweise ein Baumwoll- und/oder Polyester-Innenhandschuhe vorhanden, der den direkten Kontakt des Aramids mit der menschlichen Haut verhindert. Diese Innenhandschuhe enthalten kein Bisphenol A und demnach sind keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten. Außerdem erlaubt das angewendete Analyseverfahren keinen Rückschluss zum Übergang auf die menschliche Haut. Um die Freisetzung von Bisphenol A in die Umwelt oder den Recyclingkreislauf zu verhindern, sollten die Handschuhe am Ende ihrer Lebensdauer im häuslichen Restmüll entsorgt werden.
Fazit und Ausblick
Die 2022 geplante Beschränkung für Bisphenole der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin wurde im Jahr 2023 zurückgezogen [2]. Im Sinne des vorbeugenden Umwelt- und Verbraucherschutzes sollte der Einsatz von Bisphenol A in der Herstellung oder Veredelung von Textilien, einschließlich Aramid, reduziert werden.
Quellen:
[1] Umweltbundesamt: Bisphenole
[2] Umweltbundesamt: REACH-Beschränkungsdossiert zu Bisphenolen zurückgezogen
