LAVES Logo mit Schriftzug Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit

Das LAVES wird 25 - ein Vierteljahrhundert im Dienst des gesundheitlichen Verbraucherschutzes

„Das war eine wegweisende und richtige Entscheidung!“


Das wird gefeiert: 25 Jahre LAVES in Niedersachsen! Am 1. Juli 2001 hat die Landesregierung in Hannover das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) gegründet – eine zentrale Institution für den gesundheitlichen Verbraucherschutz wurde geschaffen. „Schon damals hat mich die Weitsicht des Landes Niedersachsen beeindruckt, eine Behörde mit einer so umfassenden Kompetenz im gesundheitlichen Verbraucherschutz aufzubauen“, sagt Dr. Andrea Luger, die neue Präsidentin des LAVES seit dem 1. März 2026.

Niedersachsens Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Miriam Staudte, und Dr. Andrea Luger werden am 10. Juni mehr als 700 Gäste – aus Politik und Verbraucherschutz sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – zu einem gemeinsamen Fest mit Fachvorträgen, Laborrundgängen und Aktionen in Oldenburg begrüßen. Ministerin Staudte: „Mit dem 25-jährigen Bestehen des LAVES feiern wir eine Erfolgsgeschichte für den Verbraucherschutz, die längst über die niedersächsischen Landesgrenzen hinausgeht. Mit dem Landesamt wurde damals eine Behörde geschaffen, unter deren Dach alle Aspekte des gesundheitlichen Verbraucherschutzes, der Tiergesundheit und des Tierschutzes vereinigt wurden. Insbesondere vor dem Hintergrund immer globaleren – also regional und national nicht mehr eingrenzbaren – Ereignissen und Krisen im Lebensmittel- und Futtermittelbereich wissen wir heute: Das war eine wegweisende und richtige Entscheidung!“ Damit das LAVES in der Lage sei, den Verbraucherschutz auf hohem Niveau zu halten, investiere das Land fortlaufend in die Analytik, Labortechnik sowie in bauliche Verbesserungen. Ein Beispiel sei die umfassende bauliche Sanierung des Futtermittelinstitutes in Stade, hier liegen die geplanten Baukosten bei rund 52 Millionen Euro. Darüber hinaus investiere das Land alleine in die Analytik und Labortechnik des LAVES außerdem jedes Jahr mehr als drei Millionen Euro.

Das gesamte LAVES mit seinen Instituten und Abteilungen wird sich mit Informationsständen auf dem Gelände des Lebensmittel- und Veterinärinstituts (LVI) Oldenburg präsentieren: So werden beispielsweise mit einer Auswahl von Fischen auf dem Eisbett die unverwechselbaren Merkmale frischer Fische gezeigt. Bei einer Olivenöl-Verkostung lassen sich bereits über den Geschmack wichtige Merkmale von Qualitätsstufen beschreiben. Und die Futtermittelprüfer geben Einblicke in ihre Arbeitsweise und Praxis.

Wie wir wurden, was wir heute sind

Die Gründung des LAVES 2001 war eine der Konsequenzen, die das Land Niedersachsen aus der BSE-Krise zog. Im LAVES wurden damals die ehemaligen staatlichen Untersuchungsämter für Lebensmittel und Veterinärdiagnostik zusammengeführt.

Niedersachsenweit gehören dem LAVES heute sechs Institute an sieben Standorten an. Das Präsidium, die Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Abteilungen haben ihren Sitz in Oldenburg.

Im LAVES engagieren sich heute insgesamt mehr als 970 Mitarbeitende, im Gründungsjahr 2001 waren es rund 500.

Was wir machen, was uns auszeichnet

Mehr als zwei Millionen Untersuchungen an Lebensmitteln, Futtermitteln, Bedarfsgegenständen sowie im Bereich der Tiergesundheit werden jährlich in den amtlichen Laboren durchgeführt. „Damit gehören die Institute zu den leistungsstärksten auf dem Gebiet des gesundheitlichen Verbraucherschutzes in Deutschland“, so Dr. Luger. Bundesweit Anerkennung findet die Arbeit auch durch die erfolgreiche Entwicklung und Einführung neuer Untersuchungsmethoden. So konnte Anfang des Jahres – nach umfangreichen Produktrückrufen verunreinigter Säuglingsnahrung – innerhalb kürzester Zeit die Untersuchung auf den bakteriellen Giftstoff Cereulid als neues Verfahren etabliert werden.

„Die Aufgaben des LAVES umfassen alle Stufen der Überwachung von Futtermitteln, Tiergesundheit und Lebensmittel nach dem Prinzip „Vom Feld auf den Tisch““, erläutert Luger. „Mit großem Engagement und hoher Fachkompetenz arbeiten wir für sichere Lebensmittel, Futtermittel und gesunde Nutztiere“, sagt sie anerkennend. „Viele unserer Fachleute sind in nationalen und internationalen Gremien gefragte Expertinnen und Experten. Das zeigt auch, dass auf die Qualität unserer Arbeit bundesweit und sogar europaweit vertraut wird“, so die Lebensmittelchemikerin weiter.

Wie wir unsere Kapazitäten für die Pandemie nutzen konnten

Das LAVES arbeitet aber auch direkt zum Wohl der Menschen – in Amtshilfe. In der Corona-Pandemie konnte es sofort Hilfe für die humanmedizinische Untersuchung anbieten. Im LAVES stehen hohe Kapazitäten für amtliche Untersuchungen auf Tierseuchen wie beispielsweise Geflügelgrippe oder Afrikanische Schweinepest zur Verfügung. Diese Kapazitäten und Fähigkeiten konnten in der Pandemie für Untersuchungen auf Covid-19 genutzt werden. Auch entwickelte das LAVES eigens eine digitale Struktur, um den Datentransfer zwischen den beteiligten Institutionen zu vereinfachen. Der One-Health-Gedanke sieht auch eine enge Verbindung in der Gesundheit von Tier, Mensch und Umwelt. Mit diesem Ansatz lassen sich Ressourcen und Expertisen über Fachgrenzen hinweg bündeln und bieten wegweisende Möglichkeiten in der Bekämpfung von Krankheiten.

Welche Aufgaben wir vor uns haben

Das LAVES ist in ständiger Veränderung. Es ist gewachsen, hat etliche Krisen - wie Gammelfleischskandale, EHEC, Dioxin in Futtermitteln, Geflügelpest oder Nikotin in Eiern - bewältigt und sich weiterentwickelt. Digitalisierung und neue Technologien sind dabei hilfreiche Instrumente für die Datenerfassung, Auswertung und Risikobewertung. Der gesundheitliche Verbraucherschutz ist heute komplexer, globaler und dynamischer denn je. Heute müssen wir uns Herausforderungen, die der Klimawandel mit sich bringen kann, stellen. Welche Risiken sind für die Sicherheit von Lebens- und Futtermitteln, die Pflanzen- und Tiergesundheit zu erkennen und wie können wir dem begegnen? Wetterextreme verändern die Empfindlichkeit von Keimen, potenziell Toxin erzeugenden Mikroorganismen und anderen Schädlingen.

Auch ist die Leistungsfähigkeit des Hauses unter kritischen Umständen aufrechtzuhalten. Hier ist das LAVES eng in den sicherheitspolitischen Dialog der Landesregierung eingebunden. „Diese Herausforderungen werden dem LAVES ein hohes Maß an Resilienz und Flexibilität abfordern“, fasst Luger zusammen.

Um den analytischen Herausforderungen gerecht zu werden, muss stetig in zukunftsfähige Labore investiert werden. Dafür sind weitere Spezialisierungen unerlässlich. Das Land Niedersachsen investiert jedes Jahr mehr als drei Millionen Euro in die Analytik. „Enge Verzahnungen in der Zusammenarbeit, die optimale Nutzung der Gerätelandschaft und die Expertise der Sachverständigen und Laborkräfte sind Grundvoraussetzungen“, so die Präsidentin.

Dazu gehört auch, dass die Infrastruktur erhalten und modernisiert werden muss. Das Land hat für den Umbau und die Sanierung des Instituts für Bedarfsgegenstände in Lüneburg 48,5 Millionen bereitgestellt. Auch für das Futtermittelinstitut Stade sind für eine umfassende Sanierung 52 Millionen bewilligt worden, hier beginnen gerade die Detailplanungen. Der Ersatzneubau für das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover, Standort Braunschweig, kann nun bezogen werden. Kosten: ca. 54 Millionen

Die Leitung des LAVES

Dr. Andrea Luger studierte Lebensmittelchemie. Sie begann ihre berufliche Karriere im damaligen Staatlichen Institut für Bedarfsgegenstände in Lüneburg, das 2001 in das LAVES eingegliedert wurde. 2014 führte sie der Weg vom LAVES in das niedersächsische Verbraucherschutzministerium. Dort leitete die heute 59-Jährige bis 2023 das Referat „Koordinierung amtlicher Kontrollsysteme“ und war unter anderem für die Dienst- und Fachaufsicht des LAVES zuständig. Nach einer Station als Abteilungsleiterin im Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin wechselte Luger am 1. März 2026 als neue Präsidentin in das LAVES. Dort folgte sie auf den Gründungspräsidenten Prof. Dr. Eberhard Haunhorst (2002 bis 2025), der eine Abteilungsleitung im Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) in Berlin übernommen hatte.

Das LAVES kompakt

Die Untersuchung, die Überwachung, die Beratung und die Information gehören zu den Kernaufgaben. Das LAVES ist mit seinen mehr als 970 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine zentrale Behörde des gesundheitlichen Verbraucherschutzes in Niedersachsen. Landesweit gehören sechs Untersuchungseinrichtungen zum LAVES: die Lebensmittel- und Veterinärinstitute Oldenburg und Braunschweig/Hannover, das Institut für Fische und Fischereierzeugnisse Cuxhaven, das Institut für Bedarfsgegenstände Lüneburg, das Futtermittelinstitut Stade und das Institut für Bienenkunde Celle.

Darüber hinaus erfüllen die fünf Fachabteilungen des LAVES unmittelbare Vollzugsaufgaben in den Bereichen Futtermittel- und Tierarzneimittelkontrolle, Tierversuche, Ökologischer Landbau sowie Marktüberwachung. Sie beraten die kommunalen Behörden in Fragen der Lebensmittelüberwachung und des grenzüberschreitenden Handels, der Tiergesundheit, der Schädlingsbekämpfung und des Tierschutzes. Der Sitz des Präsidiums mit der Zentrale ist in Oldenburg.

Gründung am 1. Juli 2001 | Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: 970 | Jahresbudget 2026: 89 Millionen | Investitionen: 3,3 Millionen | Untersuchungen: jährlich etwa 2 Millionen | 6 Institute an 7 Standorten | 5 Fachabteilungen | 1 Stabsstelle.

Einen Ausschnitt der vielen Ereignisse haben wir in einer interaktiven Präsentation hinterlegt.

Festrede der Verbraucherschutzministerin Miriam Staudte zu 25 Jahren LAVES   Bildrechte: © LAVES / Dewald
Festrede der Verbraucherschutzministerin Miriam Staudte (rechts) zu 25 Jahren LAVES
Präsidentin des LAVES Dr. Andrea Luger (rechts) mit dem ehemaligen Präsidenten des LAVES Prof. Dr. Eberhard Haunhorst (links) im Gespräch   Bildrechte: © LAVES / Dewald
Präsidentin des LAVES Dr. Andrea Luger (rechts) mit dem ehemaligen Präsidenten des LAVES Prof. Dr. Eberhard Haunhorst (links) im Gespräch
Presseinformationen Bildrechte: © Land Niedersachsen

Artikel-Informationen

erstellt am:
10.06.2026

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