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13. Niedersächsisches Tierschutzsymposium - „Gesellschaftliche Erwartungen an Umsetzung von mehr Tierschutz sind höher als je zuvor“

„Die gesellschaftlichen Erwartungen an die Umsetzung von mehr Tierschutz, sind höher als je zuvor - insbesondere in der Nutztierhaltung“, sagte Barbara Otte-Kinast, Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, anlässlich der Eröffnung des 13. Niedersächsischen Tierschutzsymposiums. Die Fachtagung (17./18. März) wird im Livestream übertragen, mehr als 400 Teilnehmende aus ganz Deutschland und Österreich werden erwartet. „Der Austausch von Fachleuten ist eine Voraussetzung, um wissenschaftliche Erkenntnisse und rechtliche Vorgaben zum Schutz der Tiere optimal umzusetzen. Amtsveterinärinnen und Amtsveterinäre sehen sich im Berufsalltag mit einem breiten Themenspektrum und vielen verschiedenen Tierarten konfrontiert“, so die Ministerin. Das alle zwei Jahre vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) in Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftsministerium ausgerichtete Tierschutzsymposium bietet hierzu umfassende Informationsmöglichkeiten.

Komplexe Strafverfahren: Videoaufnahmen in Tierhaltungen oder Schlachtbetrieben von Tierschutzorganisationen sind in den vergangenen Jahren immer häufiger Auslöser für umfassende und vielschichtige Strafverfahren geworden. Die Tierschutzfachleute des LAVES werden mittlerweile häufig schon in die Ermittlungsarbeit von Polizei und Staatsanwaltschaften beratend und gutachterlich eingebunden. „Um Verstöße gegen das Tierschutzrecht wirksam zu verfolgen, ist eine behördenübergreifende Zusammenarbeit in komplexen Strafverfahren Schlüssel zum Erfolg“, ist sich Prof. Dr. Eberhard Haunhorst, Präsident des LAVES, sicher. Wie die Zusammenarbeit am besten gelingen kann, wird ebenso thematisiert, wie durch Erhebung von Zahlen, Daten und Fakten behördliche Tierschutzanforderungen und Maßnahmen beispielsweise in Schlachtbetrieben erfolgreich umgesetzt werden können.

„Hauptfokus der Tagung liegt wie immer auf der Weiterentwicklung der Nutztierhaltung“, so Prof. Dr. Sabine Petermann, Leiterin des LAVES Tierschutzdienstes. Ein Themenblock zur Rinderhaltung wird durch den Vortrag „Hören und Sehen bei Fluchttieren – neue Ansätze zur Stressminderung“ eingeleitet. In der Milchkuhhaltung ist einerseits ein rasanter Anstieg des Einsatzes automatischer Melksysteme zu verzeichnen und gleichzeitig werden insbesondere in Biobetrieben Fragen nach einer kuhgebundenen Kälberaufzucht laut. Welche Herausforderungen baulicher Art und von Seiten des Managements hierbei zu bewältigen sind, um diese Verfahren tierschutzgerecht zu gestalten, wird dargelegt. Abgerundet wird dieser Block durch ein Referat zu Synergieeffekten zwischen Emissionsminderung und Klauengesundheit in der Praxis - entscheidende Aspekte einer zukunftsfähigen Milchkuhhaltung.

Aktuell sehen sich Schweinehaltungen in Deutschland vor großen Herausforderungen gestellt. Praktische Erfahrungen mit der Bewegungsbucht im Abferkelbereich und der Haltung von Schweinen mit intakten Ringelschwänzen werden vorgestellt. Ein Vortrag beschäftigt sich mit dem fachgerechten Management hochfruchtbarer Sauen rund um Geburt und Säugephase.

Das weitere Themenspektrum ist vielfältig: Dabei bildet die Schafhaltung einen Schwerpunkt. Von der herdenschutzgerechten Umzäunung, über die sachkundige Behandlung von Klauenerkrankungen bis hin zur „Haltung unkupierter Schafe“ spannt sich der Bogen. Der Beitrag zum Sachkundenachweis im Bereich Terraristik/Aquaristik/Exoten zeigt exemplarisch die Möglichkeiten der Zusammenarbeit von Amtsveterinärinnen und Amtsveterinären sowie anerkannten, spezialisierten Verbänden hinsichtlich Sachkundeschulungen sowohl für private als auch gewerbliche Tierhaltungen.

Sachkundeprüfungen für Hundetrainerinnen und Hundetrainer werden von der Tierärztekammer Niedersachsen angeboten. Die sachkundige und tierschutzgerechte Ausbildung von Hund-Halter-Gespannen ist wichtiger Bestandteil einer verantwortungsvollen Hundehaltung in unserer Gesellschaft. Es wird zu Erfahrungen und Empfehlungen aus zehn Jahren Zertifizierung berichtet. Vorgestellt wird zudem ein digitales Beratungstool für pferdehaltende Betriebe, das sowohl in der Einzel- als auch Gruppenhaltung betriebsindividuelle Schwachstellen identifiziert und damit einhergehende Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der jeweiligen Haltung gibt. Ergänzt wird dieses Thema durch den Vortrag „Vergesellschaftung von Pferden – was geht, was geht nicht?“.

Die Tagung endet mit zwei Vorträgen zu Tiertransporten. Zum einen werden Auswirkungen von manuellem und maschinellem Fang von Masthühnern auf die Tiergesundheit untersucht, zum anderen werden praktische Hilfestellungen für den Fall „Welche Möglichkeiten hat der Amtstierarzt bei Havarie eines Tiertransporters im Straßenverkehr“ gegeben.

Das Tierschutzsymposium dient insbesondere Amtstierärztinnen und Amtstierärzten, aber auch Vertreterinnen und Vertretern aus Landwirtschaft, Wissenschaft und Tierschutzorganisationen als Fortbildungsveranstaltung und Erfahrungsaustausch.

Programm und Tagungsband zum Symposium sind unter Veranstaltungen zu finden.

Presseinformationen Bildrechte: © Land Niedersachsen

Artikel-Informationen

erstellt am:
17.03.2022

Ansprechpartner/in:
Hiltrud Schrandt

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