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Pflanzenschutzmittelrückstände in Erdbeeren

Im Jahr 2018 wurden insgesamt 103 Proben Erdbeeren auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln untersucht. Bei keiner der Proben sind Höchstgehaltsüberschreitungen nachgewiesen worden.
In 97 Proben (94 Prozent) waren Pestizide nachweisbar. 93 Erdbeerproben (90 Prozent) enthielten Mehrfachrückstände.

Im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg wurden im Jahr 2018 insgesamt 103 Proben Erdbeeren, davon eine aus biologischem Anbau, auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht.
Angegebene Anbauländer waren Deutschland (93 Proben, davon 69 aus Niedersachsen), Spanien (7 Proben, darunter 1 Mal Bio) und die Niederlande (2 Proben). Bei einer Probe war das Ursprungsland nicht angegeben.

In lediglich 6 Proben (6 Prozent), davon 3 Proben (3 Prozent) aus Deutschland und 3 Proben aus Spanien – darunter die Bioprobe – wurden keine Pflanzenschutzmittel nachgewiesen. Von den 93 Erdbeerproben deutschen Ursprungs enthielten 90 Proben (97 Prozent) Pestizidwirkstoffe oder deren Metabolite (Abbauprodukte).

Erfreulicherweise wurden jedoch in allen Proben keine Höchstgehaltsüberschreitungen und in den Proben deutscher Erdbeeren auch keine unzulässigen Pestizide festgestellt.

Die Ergebnisse der Rückstandsuntersuchungen sind in Abbildung 1 zusammengefasst:

Abbildung 1  
Abbildung 1: Ergebniszusammenfassung der Erdbeerproben; berücksichtigt sind Proben mit Gehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Rückstand.


Insgesamt 93 Proben (90 Prozent) enthielten Mehrfachrückstände, das heißt mindestens zwei und maximal neun Pestizidwirkstoffe oder deren Metabolite (Abbauprodukte).

In den 93 Proben aus deutschem Anbau waren am häufigsten vier Rückstände (27 Mal) bestimmbar. In jeweils einer Probe deutscher Erdbeeren wurden jedoch auch acht beziehungsweise neun Pestizide nachgewiesen.

In Abbildung 2 ist die Anzahl der Mehrfachrückstände dargestellt:

Abbildung 2  
Abbildung 2: Anzahl der Rückstände in den Erdbeerproben je Herkunftsland; berücksichtigt sind Proben mit Gehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Rückstand.


Insgesamt enthielten die untersuchten Proben 31 verschiedene Wirkstoffe. Mit Abstand am häufigsten wurden die für Erdbeeren typischen Fungizide Cyprodinil (83 Mal) und Fludioxonil (83 Mal) bestimmt, gefolgt von den ebenfalls fungiziden Wirkstoffen Boscalid (39 Mal) und Fluopyram (34 Mal). Offensichtlich steht die Bekämpfung von Pilzbefall an erster Stelle im Erdbeeranbau.

Abbildung 3 zeigt das Wirkstoffspektrum der in den Proben nachgewiesenen Pflanzenschutzmittelwirkstoffe:

Abbildung 3  
Abbildung 3: Häufigkeit nachgewiesener Pflanzenschutzmittelrückstände in den Erdbeerproben; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Rückstand.
Erdbeeren waschen

Fazit:

In 94 Prozent der untersuchten Erdbeerproben wurden Rückstände von Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen, jedoch überstiegen diese in keiner Probe die festgesetzten Höchstgehalte.

Insgesamt ähnelt das Ergebnis den Untersuchungen der Vorjahre – zuletzt 2017 – wonach Erdbeeren sehr häufig Pflanzenschutzmittelrückstände aufweisen. Daher empfiehlt es sich, Erdbeeren vor dem Verzehr unter fließendem, warmem Wasser zu säubern. Durch das Waschen und das anschließende Trockentupfen mit einem Küchentuch lässt sich ein Teil der Pestizide entfernen.

Erdbeeren

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