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Frühjahrsputz - halb so schlimm mit den richtigen Reinigungs- und Pflegemitteln

Die Tage werden länger, die hellen Sonnenstrahlen machen schonungslos sichtbar: Grauschleier auf den Fenstern, Staubschichten auf Fußböden und Möbeln, Spinnweben hinter Schränken und Heizkörpern, unter Betten und in den Zimmerecken. Jetzt kommt die Zeit des Frühjahrsputzes!
Das Institut für Bedarfsgegenstände Lüneburg des LAVES untersucht jährlich ca. 250-300 Proben Reinigungs- und Pflegemittel auf deren Kennzeichnung und andere Parameter wie enthaltene Duftstoffe, Lösungsmittel oder Tenside.



Jetzt kommt die Zeit des Frühjahrsputzes

Frühjahrsputz - halb so schlimm mit den richtigen Reinigungs- und Pflegemitteln

Alle Reinigungs- und Pflegemittel können Duftstoffe und Konservierungsstoffe enthalten

Tipps und Tricks

Die wichtigsten Bestandteile von Haushaltsreinigern und -pflegemitteln und ihre Funktionen



Jetzt kommt die Zeit des Frühjahrsputzes

Wie aktuell ist Frühjahrsputz im 21. Jahrhundert? Wer hat den Frühjahrsputz erfunden? Und was verbirgt sich hinter dieser Tradition?

Die "alten Römer" werden den Frühjahrsputz wohl gekannt und praktiziert haben. Der Monat Februar (das lateinische Verb "februare" bedeutet " reinigen") war ihr Reinigungs- bzw. Sühnemonat, "februa" das römische Reinigungsfest. Weiterhin findet man in der Literatur Hinweise auf den Frühjahrsputz in Zeiten, als noch mit Kohleöfen und offenem Feuer geheizt und gekocht wurde. Lüften war im Winter aufgrund der Kälte und des mühevollen Heizens nicht oder kaum üblich und so setzten sich Asche, Ruß und Staub in den Räumen auf Möbeln, Fußböden und Fenstern ab. Nach dem Ende der Heizperiode lohnte sich dann der große Hausputz.

Wirklich notwendig ist der Frühjahrsputz in der heutigen Zeit eigentlich nicht mehr. Und wer regelmäßig putzt und sich über das Jahr verteilt Problemstellen vornimmt - wie hinter Schränken und Heizkörpern und unter den Betten - hat beim Frühjahrsputz nicht mehr viel zu tun bzw. kann auf diesen gut verzichten. Doch noch viele Verbraucher folgen dieser Tradition, was am Putzmittelverbrauch im Frühjahr deutlich wird. Ca. 220 000 t Haushaltsreiniger sind es in Deutschland pro Jahr laut Umweltbundesamt.

Putzmittel im Eimer
Beim Frühjahrsputz sind verschiedene Putzutensilien notwendig.
Bildrechte: © stockphoto-graf - Fotolia.com

Frühjahrsputz - halb so schlimm mit den richtigen Reinigungs- und Pflegemitteln

Früher bedeutete Frühjahrsputz oder auch großer Hausputz körperliche Schwerstarbeit für die Hausfrau. Aber heutzutage lässt sich der Hausputz mit den richtigen Putzmitteln und -utensilien deutlich einfacher bewerkstelligen. Reinigungsmittel für Bad und Küche, für Fußböden und Fliesen, für Glas und Metalle, für Holz und Leder sorgen dafür, dass das große Reinemachen kein Problem mehr darstellt. So kann auch Putzen glücklich machen, nicht nur Schokolade. Denn wenn das große Reinemachen erst einmal geschafft ist, hat man doch gleich ein gutes Gefühl.

Doch am besten beginnt man mit einer Checkliste, denn Planung ist das A und O. Entrümpeln vor dem "Großreinemachen" hilft, denn so verschafft man sich einen guten Überblick über die vorhandenen Reinigungs- und Pflegemittel und es erleichtert die Arbeit wenn weniger "im Weg rumsteh". Nach einer kurzen Bestandsaufnahme im heimischen Putzschrank kann es losgehen!


Hier eine Auswahl an klassischen und speziellen Reinigungsmitteln, die die Arbeit deutlich erleichtern können und außerdem dazu beitragen, die zu reinigenden Materialen zu schonen und ihren Gebrauchswert zu erhalten.

Küchenreiniger: Küchenreiniger sollen vor allem Fettschmutz beseitigen. Sie sind deshalb alkalisch eingestellt und enthalten Amine oder Laugen wie Natron- oder Kalilauge. Außerdem enthalten sie Tenside. Küchenreiniger eignen sich für die meist besonders dreckigen Oberseiten der Küchenschränke, da sich hier vor allem Fett vom Kochdunst sammelt auf dem der Staub sehr gut "kleben" bleibt.

Badreiniger: Badreiniger mit Schwerpunkt Entfernung von Kalkflecken und Seifenrückständen sind sauer eingestellt. Sie enthalten meist organische Säuren wie Essigsäure, Milchsäure, Ameisensäure oder Zitronensäure zur Kalklösung. Milchsäure weist zudem noch antibakterielle Eigenschaften auf. Daneben werden noch Tenside zum Benetzen der Oberflächen und zum Ablösen von Schmutz und Fett eingesetzt. Um besonders hartnäckige Verkalkungen zu lösen, ist es am besten den Badreiniger einige Zeit (ggf. über Nacht) einwirken zu lassen.

Glas- und Fensterreiniger: Glasreiniger bestehen im Wesentlichen aus wässrig-alkoholischen Lösungen mit geringen Zusätzen an Tensiden und Alkalien wie Ethanolaminen oder Ammoniak. Spezielle Tenside sollen helfen, die Streifenbildung zu vermeiden, alkalische Stoffe bewirken eine schwach alkalische Einstellung des Reinigers zur besseren Entfernung eines Fettfilms. Und wenn man schon mal dabei ist die Fenster zu reinigen, am besten vorher die Gardinen abnehmen und die Chance nutzen um diese zu waschen.

Gardinenwaschmittel: Speziell für weiße Gardinen sind Gardinenwaschmittel oder Gardinen-Weißspüler als Zusätze zu dem normalen Feinwaschmittel im Handel erhältlich. Sie enthalten Bleichmittel und besondere Wirkstoffe, die eine Vergrauung der weißen Gardinen verhindern sollen oder zur Schonung der empfindlichen Gewebe bereits bei niedrigen Temperaturen wirksam sind.

Entkalkung von Haushaltsgeräten: Zum Entfernen von Kalkrückständen aus Kaffeemaschinen, Wasserkochern, Eierkochern u. a. werden überwiegend tensidfreie Produkte mit hohem Säureanteil verwendet. Doch vorsicht, aufgrund des hohen Säureanteils die entkalkten Geräte am besten mehrmals mit klarem Wasser spülen, bevor sie wieder verwendet werden. Auch eignen sich Entkalker nicht für die Anwendung auf Aluminium, Emaille, Marmor und säureempfindlichen Fliesen, sie sind deutlich saurer als Badreiniger.

Backofenreiniger: Backofenreiniger müssen fest gebrannte Speisereste und verkrustete Fett- und Zuckerrückstände entfernen. Sie enthalten oft stark schäumende Tenside zur guten Benetzung der zu reinigenden Oberflächen und vor allem einen hohen Anteil an Alkalien wie Ethanolaminen und/oder Natronlauge oder Kalilauge. Aber vorsicht, sie sind meist sehr stark alkalisch.

Glaskeramik- und Edelstahlreiniger: Glaskeramik ist sehr alkali-empfindlich. Deshalb dürfen keine alkalischen Scheuermittel zur Reinigung verwendet werden. Für Glaskeramik geeignete Putzmittel enthalten daher Aluminiumoxide oder -silikate, außerdem Tenside zur Fettlösung sowie einen geringen Säureanteil zur Beseitigung von Kalkablagerungen. Zur Pflege und als Oberflächenschutz werden Siliconöle zugesetzt.

Fußbodenreinger: Zur Reinigung nahezu aller Materialien sind Neutralreiniger einsetzbar. Dies sind pH-neutrale, tensidhaltige Mittel. Sie enthalten teilweise Zusätze von mit Wasser mischbaren Lösungsmitteln wie Alkoholen zur Lösung von Fettschmutz und alten Pflegefilmresten sowie Wachse und Polymere als pflegende Zusätze. Beim Wischen sollte darauf geachtet werden immer nur leicht feucht durchzuwischen und nicht zu nass.

Fußbodenpflegemittel: Reine Pflegemittel werden häufig unter der Bezeichnung "Selbstglanzemulsionen" angeboten. Ihre Hauptwirkstoffe wie Wachse, Silicone, Polymere führen zur Bildung eines wasserfesten, strapazierfähigen, selbstglänzenden Films mit Langzeitwirkung. Es gibt sie auch in Kombination mit den Reinigern als "Wischpflegemittel".

Teppichreiniger: Das einfachste Mittel ist Staubsaugen. Zusätzlich ist eine Reinigung mit Teppichschaum oder Trockengranulat möglich. Diese Produkte enthalten Tenside, Wasser (beim Trockengranulat nur sehr wenig) und spezielle Wirkstoffe. Tenside und Wasser bewirken die Lösung des Schmutzes von den Fasern, das Wasser verdunstet langsam und die speziellen Wirkstoffe binden Schmutz und Tenside. Nach dem Trocknen werden die Rückstände einfach abgesaugt. Kleiner Tipp: Seifenreiniger sind ungeeignet, da sie häufig klebrige Rückstände hinterlassen, die eine schnelle Wiederanschmutzung verursachen.

Kunststoffreiniger: Spezielle Kunststoffreiniger enthalten Alkohole, wenig Tenside sowie teilweise auch Wirkstoffe zur Erzielung eines antistatischen Effektes, der nach der Behandlung der Oberfläche längere Zeit anhält und somit die Wiederverschmutzung verzögert.

Holz-Möbelpflegemittel: Darunter fallen zum Beispiel Möbelpolituren. Sie enthalten als Hauptwirkstoffe meist (hochwertige) Wachse wie Bienenwachs und Carnaubawachs, Paraffinöle oder Siliconöle. Diese Inhaltsstoffe verleihen dem Holz neuen Glanz und schützen die Oberfläche vor Nässe und Feuchtigkeit.

  • Für versiegelte Holzmöbel eignen sich Möbelpflegeemulsionen auf Wasserbasis.
  • Für offenporige und antike Möbel eignen sich Wachse.
  • Für hochwertige Hölzer (z.B. Teak) eignen sich stark ölhaltige Produkte.

Leder-Möbelreinigungs- und Pflegemittel: Ihre Zusammensetzung ist abhängig von der Lederart. Zur Reinigung werden Schaumsprays angeboten mit einem geringen Tensidgehalt zur Schaumbildung und als Schmutzlöser. Für Glattleder sind diese Mittel oft kombiniert mit Anteilen an Siliconölen oder Wachsen zur Rückfettung des Leders und zur wasserabweisenden Imprägnierung. Rauleder sollte nach einer Reinigung noch mit einer geeigneten Bürste mechanisch aufgeraut werden.

Daunenwaschmittel: Zum Waschen von Daunenbettdecken, Kopfkissen und natürlich auch von Daunenkleidung sollten die besonders schonend wirkenden Daunenwaschmittel genommen werden. Sie enthalten u. a. rückfettende Substanzen wie z. B. Lanolin, um einer starken Entfettung vorzubeugen und um die Qualität der elastischen und voluminösen Daunen zu erhalten.

Putzmittel
Bei empfindlicher oder trockener Haut sollten Schutzhandschuhe getragen werden.
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Alle Reinigungs- und Pflegemittel können Duftstoffe und Konservierungsstoffe enthalten

Diese Produkte unterliegen alle den gesetzlichen Regelungen des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches (LFGB) sowie der nationalen und der europäischen Gefahrstoffverordnung (GefStoffV bzw. VO (EG) 1272/2008).

Für Reinigungsmittel gelten außerdem die Bestimmungen der europäischen Detergenzienverordnung (VO (EG) 648/2004) sowie des deutschen Wasch- und Reinigungsmittelgesetzes (WRMG).

Alle Reinigungsprodukte müssen u. a. mit Produktnamen, Namen, Anschrift und Telefonnummer des Herstellers oder Importeurs sowie bestimmten vorgeschriebenen Angaben zu den enthaltenen Inhaltsstoffen gekennzeichnet sein. Im Bedarfsfall muss medizinischem Personal ein spezielles Datenblatt mit Inhaltsstoffangaben zur Verfügung gestellt werden.

Aber auch dem "normalen" Endverbraucher muss vom Hersteller eine Übersicht aller Inhaltsstoffe zur Verfügung gestellt werden. Dieses Datenblatt für die Öffentlichkeit ist auf einer der auf dem Produkt angegebenen Webiste zu finden.

Tenside als die Basiswirkstoffe der meisten Haushaltsreiniger müssen entsprechend gesetzlichen Vorgaben biologisch abbaubar sein. Vermehrt werden sogenannte Zuckertenside eingesetzt, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden und die sich durch eine besonders gute ökologische Verträglichkeit auszeichnen. Sie können als "... glycoside" auf den Produkten gekennzeichnet sein.


Untersuchungen des LAVES

Ob Fassade, Grill, Autofelge, Fahrrad, Pool, Markise oder PC-Bildschirm/Fernseher: Für jeden Zweck hat der Handel einen speziellen Reiniger im Angebot. Jedoch nicht immer ist den Herstellern bewusst, welche Anforderungen mit dem Inverkehrbringen von Reinigungsmitteln verbunden sind. Im Institut für Bedarfsgegenstände Lüneburg des LAVES stehen daher all diese Produkte immer wieder im Fokus.

Insgesamt werden pro Jahr ca. 250-300 Proben auf die Kennzeichnung und andere Parameter untersucht, wie z. B. Duftstoffe, Phosphate, Bleichmittel, Lösungsmittel, Citronensäure oder Tenside. Die durchschnittliche Beanstandungsquote liegt bei ca. 15-20 %.

Die meisten Bemängelungen betreffen dabei ein nicht vorhandenes oder fehlerhaftes Datenblatt für die Öffentlichkeit. Das Datenblatt für die Öffentlichkeit stellt ein Verzeichnis aller Inhaltsstoffe des Wasch- und Reinigungsmittels dar. Es ist vom Hersteller des Produktes auf einer auf dem Produkt angegebenen Website zu veröffentlichen. Mit dem Datenblatt für die Öffentlichkeit kommt es jedoch immer wieder zu Beanstandungen aufgrund von fehlenden oder fehlerhaften Datenblätern; ca. 80 % der jährlichen Beanstandungen beinhalten Mängel bezüglich des Datenblattes.

Darüber hinaus ist es für Verbraucherinnen und Verbraucher in der Regel schwer ersichtlich

  • welcher Link zu dem Datenblatt für die Öffentlichkeit führt, da auf den Produkten meist mehrere Website-Adressen angegeben sind, und
  • wo auf der jeweiligen Website das Datenblatt für die Öffentlichkeit abrufbar ist.


Tipps und Tricks:

  • Wählen Sie gezielt Reinigungs- und Pflegemittel aus, das schont Materialien und Geräte und verhindert Materialschäden.
  • Dosieren Sie genau gemäß den Anwendungshinweisen, das schont die Umwelt.
  • Wenden Sie das Produkt genau entsprechend der Gebrauchsanweisung an, das schont Ihre Gesundheit.
  • Ziehen Sie Schutzhandschuhe an, wenn Sie unter empfindlicher oder trockener Haut leiden.
  • Für Allergiker: es gibt auch duftstofffreie Produkte. Beachten Sie die Angaben auf der Verpackung!

Informieren Sie sich im Internet auf den Webseiten zu den einzelnen Produkten über ihre genaue Zusammensetzung. Sie erfahren dort, welche speziellen Inhaltsstoffe die einzelnen Reiniger enthalten, denn nicht alle Bestandteile müssen auf der Verpackung genannt werden.

Tabelle: Die wichtigsten Bestandteile von Haushaltsreinigern und -pflegemitteln und ihre Funktionen


Bestandteil Funktion Beispiele für die gesetzlich vorgeschriebenen Angaben auf der Verpackung
Tenside, Seifen

sind grenzflächenaktive Stoffe, setzen die Oberflächenspannung von Wasser herab und bewirken so eine bessere Benetzbarkeit der Oberfläche des zu reinigenden Materials und eine Emulgierung des abgelösten Schmutzes; die verschiedenen Tensidarten besitzen unterschiedliche Eigenschaften wie gute Schaumbildung, geringe Schaumbildung, Wasserabweisung

- Anionische Tenside

- Nichtionische Tenside

- Kationische Tenside

- Amphotere Tenside

Komplexbildner binden störende Wasserinhaltsstoffe wie Calcium, Magnesium, Eisen, und Mangan; dadurch wird die Wirkung der Tenside verstärkt und Verfärbungen der zu reinigenden Materialien werden verhindert; verhindern die Vergrauung von weißer Wäsche

- Phosphate

- Phosphonate

- Polycarboxylate

Bleichmittel auf Sauerstoff- oder Chlorbasis bleichen und entfernen durch Oxidation Verschmutzungen

- Bleichmittel auf Sauerstoffbasis

- Bleichmittel auf Chlorbasis

Säuren und saure Salze lösen Kalkschmutz, regulieren den pH-Wert
Alkalien und alkalische Salze lösen Fettschmutz, regulieren den pH-Wert
Lösungsmittel lösen Fettschmutz, sind Lösungsvermittler für nicht mischbare Inhaltsstoffe im Reinigungsmittel

- Alkohole

- aliphatische Kohlenwasserstoffe

- aromatische Kohlenwasserstoffe

Konservierungsstoffe verhindern den schnellen Verderb des Reinigungsproduktes durch Schimmelpilz- und Bakterienwachstum

- Methylparabene

- Benzisothiazolinon

- Phenoxyethanol

Duftstoffe erzeugen angenehme Gerüche, überdecken unangenehme Gerüche

- Citral

- Limonen

-Geraniol

Wachse, Öle, Silicone, Paraffine, Polymere bewirken Wasserabweisung, bilden Schutzfilm zur Verhinderung von schneller Wiederverschmutzung, bewirken Glanz von Oberflächen
Schleifstoffe / Scheuerstoffe (Abrasivstoffe) beseitigen durch mechanische Einwirkung Verschmutzungen

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