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Bienenzucht auf den Nordseeinseln

Bienenköniginnen paaren sich nur im Flug. Um trotzdem eine gezielte Anpaarung mit einer bestimmten väterlichen Seite zu erreichen, ist es notwendig für den Hochzeitsflug der Königinnen einen Flugraum zu schaffen, in dem nur die paarungsbereiten Drohnen aktiv sind, die man sich von züchterischer Seite für die Anpaarung wünscht. Die Nordseeinseln sind dafür prädestiniert.

Auf Einladung der Imker Landesverbände Hannover und Weser-Ems haben Minister Hans Heinrich Ehlen, Dr. Eberhardt Haunhorst, Präsident des LAVES, und Dr. Werner von der Ohe, Leiter des LAVES Institutes für Bienenkunde, die Königinnenbelegstelle auf Spiekeroog besucht.

Paarung mit jungfräulicher Königin

Mehr als 8.000 Königinnen wurden im vergangenen Jahr auf den Inseln zur Paarung aufgestellt. Auf jeder Insel mit Belegstelle (Deckstation) steht nur eine definierte genetische Drohnenherkunft. Da sowohl Königinnen als auch Drohnen normalerweise nicht über größere Wasserflächen fliegen, ist sichergestellt, dass jungfräuliche Königinnen, die auf eine Insel mit bestimmten Drohnenherkünften gebracht werden, sich nur mit den Drohnen aus diesen Vatervölkern paaren. Eine Königin paart sich durchschnittlich mit etwa 25 Drohnen, speichert in einer Samenblase die Samen und bleibt in ihrem Bienenvolk über zwei bis drei, in Ausnahmefällen auch bis fünf Jahre aktiv und sorgt für Nachkommen. Bei der Eiablage gibt sie aus ihrer Samenblase "gespeicherte" Spermien zu. Zwischen Begattung und Befruchtung können somit Jahre liegen. Aus befruchteten Eiern entstehen weibliche Bienen (Arbeiterinnen, Königinnen), aus unbefruchteten Eiern entstehen männliche Bienen (Drohnen).

Honigleistung und Sanftmut

In der Bienenzucht werden mehrere Ziele verfolgt: Honigleistung, Sanftmut, Widerstandskraft gegenüber Krankheiten, Hygieneverhalten etc. Für Zuchtkonstanz und -entwicklung sind die Nordseeinseln deshalb als Belegstellen von fundamentaler Bedeutung. Erfreulich ist, dass die Königinzucht sehr stark durch ehrenamtliche Tätigkeit geprägt ist. Allerdings ist die Zuchtarbeit der Imker auch angewiesen auf die wissenschaftliche Betreuung und Begleitung durch das LAVES Institut für Bienenkunde Celle. Auch das Bieneninstitut produziert natürlich ausgelesene Königinnnen. Dafür verfügt es über zwei isolierte Belegstellen auf Torfhaus und der Insel Neuwerk. Im Jahr 2004 hat das Bieneninstitut mehr als 700 Königinnen mit besten Eigenschaften an Imker in ganz Deutschland und darüber hinaus verkauft.

Bienen auf der Wabe eines Begattungskästchens  
Bienen auf der Wabe eines Begattungskästchens - ihre wichtigste Aufgabe ist es die Königin zu pflegen
Minister Ehlen hält die Brutwabe eines Vatervolkes (Drohnenspender)  
Minister Hans-Heinrich Ehlen hält die Brutwabe eines Vatervolkes (Drohnenspender)
Kontrolle, ob die Königin in Eiablage gegangen ist  
Kontrolle, ob die Königin in Eiablage gegangen ist - dies wäre ein Zeichen für die erfolgreiche Begattung
Minister Hans-Heinrich Ehlen und Präsident Dr. Eberhard Haunhorst sind überzeugt von der Sanftmut de  
Minister Hans-Heinrich Ehlen und Präsident Dr. Eberhard Haunhorst sind überzeugt von der Sanftmut der Bienen
Schutzhäuschen für Begattungskästchen  
Schutzhäuschen für Begattungskästchen - es war so kalt, dass keine jungfräuliche Königin sich auf ihren Hochzeitsflug begeben hat
Pollen sammelnde Biene in einer Rosenblüte (Kartoffelrose)

Pollen sammelnde Biene in einer Rosenblüte (Kartoffelrose)

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